Herzog Julius
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Leben

Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg wurde 1510 als zweite Tochter Joachims I. von Brandenburg (1484-1535) und seiner Gemahlin Elisabeth von Dänemark (1485-1555) geboren. Im Alter von fünfzehn Jahren heiratete sie den vierzig Jahre älteren Herzog Erich von Braunschweig-Lüneburg (1470-1540), der im Fürstentum Calenberg-Göttingen regierte. Die Ehe wird trotz des auch für die Frühe Neuzeit bedeutenden Altersunterschieds als glücklich bezeichnet: Elisabeth gebar vier Kinder - Elisabeth (1526), Erich (1528), Anna Maria (1532) und Katharina (1534), und das Ehepaar führte auch nach dem Übertritt Elisabeths zum evangelischen Glauben im Jahre 1538 eine harmonische Ehe.
Nach dem Tod Erichs d.Ä. im Jahre 1540 erkämpfte sich Elisabeth die Vormundschaft für den noch nicht erwachsenen Sohn Erich und hatte bis zu seiner Volljährigkeit die Regentschaft im Fürstentum inne. Ihre Zeit als Regentin war von vielen Schwierigkeiten geprägt, und sie kämpfte sowohl mit der von ihrem Gatten verursachten Schuldenlast des Landes als auch mit den Vorurteilen derer, die ihren vormundschaftlichen Anspruch auf die Herrschaft nicht anerkennen wollten. Dennoch schöpfte Elisabeth ihre Möglichkeiten als Regentin voll aus; sie brachte das Fürstentum durch eine Reihe sozialer und politischer Reformen voran, von denen die lutherische Reformation als die wichtigste betrachtet wird.
Nach der Übernahme der Regierung durch ihren Sohn ging sowohl der finanzielle als auch der politische Kampf der Herzogin weiter. In den Friedensverhandlungen nach der blutigen Schlacht von Sievershausen im Jahre 1553, bei der Erich d.J. zusammen mit Albrecht von Brandenburg-Kulmbach (1522-1557) gegen die katholischen Fürsten Heinrich von Braunschweig-Wolfenbüttel (1489-1568) gestritten hatte, wurde Elisabeth ihr Witwengut entzogen. Elisabeth, die den sonst zum Katholizismus neigenden Sohn dazu überredet hatte, ein Bündnis mit dem protestantischen Albrecht einzugehen, wurde nämlich von den siegenden Fürsten als Kriegsstifterin dargestellt und Erich dazu aufgefordert, seine Mutter von ihrem Mündener Schloß zu vertreiben. Die Herzogin musste danach zwei Jahre lang unter schwierigen Umständen und hoch verschuldet in Hannover leben, bis es 1555 endlich zu einem Vergleichsvertrag mit dem Wolfenbütteler Herzog kam und sie das Fürstentum verlassen konnte. Sie widersetzte sich bis zu ihrem Tod den Versuchen ihres Sohns, die Reformation rückgängig zu machen, das Land Calenberg-Göttingen in einen katholischen Bund einzugliedern und durch seine Ehe-Politik die Familie mit altgläubigen Fürstenhäusern zu verbinden. Ihre eigene zweite Ehe, die sie 1546 mit dem thüringischen Grafen Poppo von Henneberg (1513-1574) eingegangen war, war ihr bei diesen Auseinandersetzungenen nicht behilflich. Nach Jahrzehnten politischer Streitigkeiten und finanzieller Probleme gab Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg Ende der fünfziger Jahre des sechzehnten Jahrhunderts schließlich alle Hoffnung auf. Sie erkrankte und starb 1558 auf Schloß Ilmenau in Thüringen. Ihr Leichnam wurde zuerst in der Klosterkirche von Veßra beigesetzt, wurde aber 1566 in die St-Ägidien-Kapelle an der St. Johannis-Kirche zu Schleusingen überführt.

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Zuletzt geändert am 15. Oktober 2007
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