Herzog Julius
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Werk

Das lyrische und didaktische Werk der Herzogin wurde innerhalb von ungefähr zwölf Jahren verfasst und besteht aus einer Anzahl belehrender Texte und einer Sammlung geistlicher Lieder. Diese Schriften machen zusammen mit den politischen Traktaten und den Briefen Elisabeths ein äußerst umfangreiches Opus aus. Elisabeth gehört damit zu den produktivsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen der Frühen Neuzeit.
Elisabeths Tätigkeit als Verfasserin lyrischer und didaktischer Schriften fing 1544 mit einem Sendbrief an die Untertanen an, in dem sie sich über den Widerwillen des Volkes gegen die evangelische Lehre beklagt und es zur Besserung im Glauben aufruft. Der Text wurde 1545 mit einer Vorrede von Antonius Corvinus (1501-1553), Reformator und Superintendent an Elisabeths Hof, veröffentlicht. Kurz vor dem Regierungsantritt Erichs d.J., im Jahre 1545, verfasste die zurücktretende Herzogin ein Regierungshandbuch mit religiösen und politischen Ermahnungen, das dem Sohn zu seiner Volljährigkeit als Geschenk überreicht wurde. Dieses Buch wurde zu Lebzeiten Elisabeths gedruckt, sondern als von der Herzogin selbst verfertigte Handschrift im Prachteinband überliefert. Erst Ende des neunzehnten Jahrhunderts wurde der Text durch Paul Tschackert veröffentlicht. Das dritte Werk Elisabeths ist ein Ehestandsbuch, das 1550 nach der Hochzeit der Tochter Anna Maria mit Herzog Albrecht von Preußen (1490-1568) geschrieben und einige Zeit danach der neuen Herzogin verehrt wurde. Hier wird Anna Maria nach traditionellem eheschriftlichem Muster über die Rolle und die Pflichten einer Ehefrau und Fürstin unterrichtet, gleichzeitig aber an ihre Rechte als Mutter und Gattin erinnert. Auch dieser Text wurde als eigenhändig verfertigte Handschrift überliefert und erst durch Tschackert an die Öffentlichkeit gebracht. Im selben Jahr verfasste die Herzogin ein Gebetbuch, in dem sie allen für den evangelischen Glauben kämpfenden Fürsten Trost spendet. Dieser Text wurde 1551 durch Albrecht von Preußen und mit einem Vorwort des Königsberger Reformators Andreas Osianders (1498-1552) gedruckt. Die Schrift erschien zwar ohne Verfasserangabe, wird jedoch in der Forschungsliteratur Elisabeth zugeschrieben. Zwischen 1554 und 1555 verfasste Elisabeth eine Sammlung geistlicher Lieder, in der die Schwierigkeiten, die sowohl ihre Regentenzeit als auch ihr Leben danach prägten, thematisiert werden. Elisabeth schickte diese Lieder an ihren Schwiegersohn Albrecht von Preußen in der Hoffnung, er würde sie drucken lassen. Er erfüllte aber den Wunsch der Schwiegermutter nicht, und die Lieder wurden als von einem Schreiber verfertigte Handschrift überliefert. Erst 1914 wurden die Lieder durch Freiherr von der Goltz veröffentlicht. Das letzte Werk der Herzogin Elisabeth ist ein Witwentrostbuch, das im Jahre 1556 erstmals erschien. Dieses Buch wurde mit Hilfe von Albrecht gedruckt und wurde zwischen 1571 und 1609 ingesamt viermal neu aufgelegt. Elisabeths Witwentrostbuch bietet einen biblischen Trost für den Witwenstand an und spiegelt gleichzeitig die persönlichen Erlebnisse der Herzogin als verwitweter Adelsfrau wider.
Die schriftstellerische Tätigkeit der Herzogin Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg ist in vielerlei Hinsicht für das Schreiben von Frauen in der Frühen Neuzeit typisch. Ihr Werk kann mit Ausnahme der Liedersammlung nicht als Literatur im traditionellen Sinne bezeichnet werden, sondern besteht aus Gebrauchstexten, die eher praktischen als ästhetischen Zwecken dienen. Ihre lyrischen und didaktischen Schriften stehen alle in einer weitergehenden Tradition evangelischen Schrifttums und dokumentieren den politischen und religiösen Kampf der Herzogin in ihrer Zeit.

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Zuletzt geändert am 15. Oktober 2007
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