Diese Dokumentation ist aufgebaut im Stile einer Liste der häufig gestellten Fragen, auch FAQ für ‘Frequently Asked Questions’ genannt. Kurz wird jeweils zu den einzelnen Fragen geantwortet und gegebenenfalls, bei Überschneidung der Frage- und Antwortkomplexe, auf andere Fragen und deren Antworten hingewiesen.
Für alle Angaben liegen die Vorschriften der DFG-Richtlinien zur Handschriftenkatalogisierung (S. 15-28) zugrunde.
Nein, Sie müssen kein XML beherrschen oder direkt anwenden. Allerdings haben Sie als Verfasser eines Katalogisates die Möglichkeit, die automatisierte Erstellung der Register durch die Struktur Ihres Katalogisates und durch die Anordnung verschiedener Inhalte weitgehend vorzubereiten. Insofern wäre es von Vorteil, wenn Sie verstehen, welche Inhalte für die Erstellung welcher Register ausgewählt werden und wie Sie die automatische Arbeit befördern können, indem Sie bestimmte Inhalte an den ‘richtigen’ Stellen platzieren. Denn meist hat die Position, an der ein bestimmter Inhalt eingefügt wird, eine hohe Bedeutung für die Semantik und volle Funktionalität der Skripte.
Die Beispiele finden Sie in XML geschrieben vor. Mit den im Folgenden verwendeten XML- bzw. TEI-Elementen sollte der Benutzer sich in der Regel nicht beschäftigen müssen. Der Editor, in welchem ein Katalogisat eingegeben wird, sollte die Funktionalität beinhalten, die benötigten Inhalte ohne Kenntnis von XML an der richtigen Stelle einzufügen.
Nach DFG-Richtlinien zur Handschriftenkatalogisierung umfaßt der Registerteil eines Katalogbandes zwei alphabetische Hauptregister:
Wenn es notwendig oder zweckmäßig erscheint, können beigegeben werden. Die Skripte unterstützen die vorbereitende Ausgabe für alle Register.Die Skripte erlauben in der Regel nicht, vollständig druckfertige Register zu erstellen. Je nachdem, wieviel Vorarbeit Sie allerdings in die Erstellung des Katalogisates investieren, können die Skripte Ihnen viel Arbeit abnehmen.
Druckfertige Register können die Skripte aus mehreren Gründen nicht erstellen:
Zu unterscheiden ist zunächst zwischen Registerbegriffen,
Bei Registerbegriffen, die bewußt vom Katalogisierer in die Ausgangsdatei hineingeschrieben werden, kann der Bearbeiter festlegen, in welches Register die Inhalte exportiert werden sollen. Die Voreinstellung sieht die Aufnahme der Inhalte in das Personen-, Orts- und Sachregister vor. Die Inhalte der anderen Register entstammen in der Regel aus festgelegten Elementen, so dass die gesonderte Deklaration nicht notwendig ist.
Die explizite Angabe von Registerbegriffen erfolgt über das TEI-Element <index>. Die Angabe über das Register, in welches der Inhalt aufzunehmen ist, wird im Attribut indexName festgehalten. Der eigentliche Indexbegriff wird im Element <term> aufgenommen.
Ein Beispiel für die Kodierung eines einfachen Registereintrages, ohne Gliederungsebenen.
<locus>1r</locus> Darstellung eines mit <q>Religio</q> bezeichneten Mönchs <index><term>Religio in Gestalt eines Mönchs</term></index>Vgl. dazu Wie wird explizit festgelegt, in welches Register die Begriffe exportiert werden?
Das Register, in welches der Inhalt aufgenommen werden soll, wird durch das Attribut index angegeben. Das Standardregister ist der Personen-, Orts- und Sachindex (hier kurz ‘nasa’, für Namen-/Sachregister).
<locus>1r</locus> Darstellung eines mit <q>Religio</q> bezeichneten Mönchs <index indexName="nasa"><term>Religio in Gestalt eines Mönchs</term></index>Da dieses Register das Standardregister ist, kann die Angabe weggelassen werden. Der Eintrag hat dann die Form wie in Wie lege ich explizit fest, welche Begriffe ins Register sollen? gesehen.
Wenn Sie bereits in der Ausgangsdatei die Gliederung festlegen möchten, unter welchem Haupteintrag der Inhalt in der endgültigen Form des Registers zu finden sein sollte, kann man die Ebenen durch Schachtelung angegeben. Dabei sollte
<index>-Element die regularisierte Form des Haupteintrages enthalten,
<index>
<term>Ikonographie</term>
<index>
<term>Religio in Gestalt eines Mönchs</term>
</index>
</index>
Ein Beispiel mit Haupteintrag und Unterstichworten erster und zweiter Ordnung:
<index>
<term>Ikonographie</term>
<index>
<term>Abraham</term>
<index>
<term>opfert Isaak</term>
</index>
</index>
</index>
Die Wahl der Anzahl der Schachtelungen und deren Inhalt setzt natürlich das genaue Wissen um eben jene zu wählenden Oberbegriffe
voraus. In gedruckter Form erscheint der erste term als Stichwort, die weiteren Level als hierarchisch gegliederte Unterstichworte.
Die Skripte geben als erstes die unveränderte Form der Inhalte der ausgewählten Elemente wieder. Bei dem TEI-Element <index> werden z.B. die Inhalte des ELements <term> ausgegeben. Darauf folgt die Signatur der Handschrift und bei manchen Elementen eine Seiten- oder Foliumsangabe.
Die Unterstichworte müssen laut Richtlinien durch die ihrer Ordnung entsprechenden Anzahl Spiegelstriche gekennzeichnet werden. Die Ausgabe von niedrigeren Hierarchieebenen sieht eine der Ebene entsprechende Anzahl von Spiegelstrichen vor. Dadurch erhält die Ausgabe folgendes Aussehen:
Ikonographie - Aaron - - sein Stab erblüht 35a, 2rFür die Druckausgabe müssen dann alle Angaben zur Ikonographie, wie in dem vorangegangenen Beispiel, untereinander, entsprechend ihrer Hierarchiestufe, angeordnet werden. Das Ergebnis müsste folgendermaßen aussehen:
Ikonographie - Aaron - - sein Stab erblüht 35a, 2r
Jedes Katalogisat enthält in seiner elektronischen Form am Anfang eine Identifikation der Handschrift. Die Identifikation erfolgt sowohl durch ausführliche Angaben über die besitzende Institution und die Identifikation der Handschrift darin als auch über eine verkürzte Form dieser Identifikation, die als ID auch die Identität der elektronischen Datei garantiert. Von beiden Stellen kann der Verweis auf die Handschrift entnommen werden, normalerweise wird dies aber die ID sein.
In dem folgenden Beispiel sind beide Bestandteile, die lange als auch die kurze Identifikation angegeben. Aus der ID wird, unter Entfernen der führenden Zeichen ‘ID’ sowie der anhängenden Zeichen ‘-helmst’ die Handschriftennummer für den Katalog gewonnen.
<msIdentifier xml:id="ID168-helmst"> <settlement>Wolfenbüttel</settlement> <institution>Herzog August Bibliothek</institution> <repository>Bibliotheca Augusta</repository> <idno>Cod. Guelf. 168 Helmst.</idno> </msIdentifier>
Die <index>-Elemente werden der letzten vorhergehenden Seiten- oder Foliumsangabe zugeordnet. Die Einträge müssen in der Datei deshalb
so platziert werden, dass sie hinter der Seiten- oder Foliumsangabe stehen, auf welcher der zu indizierende Inhalt zu finden
ist und vor der nächsten Seitenangabe.
<locus>1r</locus> Darstellung eines mit <q>Religio</q> bezeichneten Mönchs <index><term>Religio in Gestalt eines Mönchs</term></index>In diesem Beispiel wird der Registereintrag ‘Religio in Gestalt eines Mönches’ auf die vorhergehende Angabe ‘1r’ bezogen und diese wird im Register angegeben.
Beachte: Sollte die Reihenfolge so sein, dass der erläuternde Text vor der Seitenangabe platziert ist, dann darf das <index>-Element nicht mehr unmittelbar auf den beschreibenden Text folgen, sondern muss hinter der Seitenangabe stehen:
Die Darstellung eines mit <q>Religio</q> bezeichneten Mönchs auf <locus>Fol. 1r</locus> <index><term>Religio in Gestalt eines Mönchs</term></index>
Besteht die vorhergehende Seitenangabe aus einem Bereich, so wird soweit wie möglich die Angabe über die erste Seite des Bereiches extrahiert und in das Register übernommen.
Das Personen-, Orts- und Sachregister ist normalerweise das umfangreichste und in jedem Fall das heterogenste Register, welches nach DFG-Richtlinien zur Handschriftenkatalogisierung erstellt werden soll. Welche Angaben aus einem Katalogisat mit Hilfe des bereitgestellten Skriptes extrahiert werden können und worauf bei der Anfertigung eines Katalogisates aus diesem Grund geachtet werden sollte, wird im Folgenden erläutert.
Laut Angaben der Richtlinien sollen in einheitlichem Alphabet
Die Namen von Verfassern werden nicht unmittelbar ausgegeben, sondern nur vermittelt über einen Titel eines Textes. Das Skript sucht im Katalogisat nach Werktiteln. Wird ein solcher gefunden, dann wird überprüft, ob zu diesem Werk ein Autorname angegeben ist. Ist dies der Fall, wird der Autorname gefolgt von einem Doppelpunkt und dem Werktitel ausgegeben.
<msItem> <locus>1ra-52vb</locus> <author>Jacobus de Paradiso</author> <title>Quodlibetum statuum humanorum</title> [...] </msItem>Im vorangegangenen Beispiel tritt der Fall auf, dass ein Text durch einen Titel identifiziert worden ist. Das Skript sucht nun in den Angaben zu diesem Text nach einem Autornamen und findet ihn in ‘Jacobus de Paradiso’. Die Ausgabe sieht wie folgt aus:
Jacobus de Paradiso: Quodlibetum statuum humanorum 168, 1ra
Das Beispiel zeigt, dass Informationen so ausgegeben werden, wie sie im Katalogisat stehen. Sollte eine regularisierte Form des Namens vorliegen, so würde diese für die Ausgabe vorgezogen. Vgl. Wie werden Informationen regularisiert?
Sollte sich bei der Überarbeitung des Registers herausstellen, dass der Autor mit mehreren Werken im Gesamtkatalog und damit im Register vertreten ist, müsste den Konventionen der DFG zufolge eine Absetzung der einzelnen Titel mittels Spiegelstrichen vorgenommen werden.
Alle Personennamen, die als solche gekennzeichnet und die keine Autorennamen sind, werden in das Register übernommen. Eine regularisierte Form, soweit vorhanden, wird bevorzugt. Dabei wird vor allem versucht, die Funktion der Person nachzuweisen, denn Personennamen sind in Bezug auf die Handschrift nur dann interessant, wenn der Auftraggeber, ein Vorbesitzer oder ein Schreiber identifiziert werden kann. Die Richtlinien sehen für diesen Zweck eine Kennzeichnung vor:
Je nachdem, in welcher ‘Umgebung’ im Katalogisat ein Name aufgefunden wird, kann die Funktion erschlossen und das Kürzel dem Registereintrag hinzugefügt werden.Alle Ortsnamen, die als solche gekennzeichnet sind, werden in das Register übernommen. Eine regularisierte Form, soweit vorhanden, wird bevorzugt. Wie bei Personennamen wird versucht, die Funktion des Ortes in Bezug auf die Geschichte der Handschrift nachzuweisen. Dies geschieht mit denselben Siglen wie bei Personennamen.
Wo ein Ortsname die Provenienz I repräsentiert, wird die Ausgabe weiterhin unterschieden nach dem Kontext innerhalb des Dokumentes:
Einbände, bemerkenswerte - Halberstadt, Johanneskloster 147
Die DFG-Richtlinien machen keine Angaben zu den Namen von Organisationen wie etwa Klöstern, Zünften o.ä. Im Prinzip werden diese nach dem selben Schema verarbeitet wie Personen- oder Ortsnamen. Ein Name, der als Bezeichnung einer Organisation gekennzeichnet ist, wird unter Berücksichtigung des inhaltlichen Zusammenhangs ausgegeben. (Vgl. dazu die Kennzeichnung von Namen durch Siglen.)
Die Sachtitel von Texten werden in der Form ausgegeben, in der sie im Katalogisat vorkommen. Eine regularisierte Form, soweit vorhanden, wird bevorzugt. Berücksichtigt werden nur diejenigen Titelangaben, die ein gesamtes Werk bezeichnen. Titel von Untergliederungen des Gesamtwerkes (Kapitelüberschriften etc.), soweit im Katalogisat nachgewiesen, werden vom Skript nicht berücksichtigt und daher nicht ausgegeben. Sollte die Aufnahme eines Titels einer solchen Untergliederung in das Register aufgenommen werden, müsste dieser per Hand hinzugefügt werden.
Wenn aus dem Kontext im Katalogisat hervorgeht, dass es sich bei dem Text um einen Text auf einem Fragment handelt, wird nach dem Verweis auf die Handschrift und eventuell einer Foliumsangabe der Zusatz ‘(Fragm.)’ ausgegeben.
Ist der Text selbst fragmentarisch und nicht vollständig überliefert, befindert sich aber nicht auf einem Fragment, so sollte dem Titel selbst der Zusatz ‘(Fragm.)’ nachgestellt werden, so dass dieser Hinweis bei Ausgabe des Titels erscheint.
In die Rubrik ‘Sachbegriffe’ fallen einige Inhalte, deren Verarbeitung und Ausgabe bereits an anderer Stelle beschrieben worden ist. So listen die Richtlinien u.a. folgende Sachbegriffe auf:
Darüber hinaus enthält die Liste der häufigsten vorkommenden Sachbegriffe weitere Inhalte, die sich nicht mit den Namen und Titel überschneidet und auf die deshalb nicht doppelt verwiesen werden muss. Dazu zählen:
Die Skripte können Sie jederzeit verändern, denn sie sind im Rahmen eines DFG-geförderten Projektes entstanden und damit frei im Sinne des Open Access. Allerdings sollten Sie natürlich ein wenig von XML und XSLT verstehen, um die Skripte an den ‘richtigen Stellen’ zu verändern.
Wenn Sie Anregungen zur Veränderung der Skripte geben möchten, etwa weil bestimmte Inhalte extrahiert werden sollten aber nicht berücksichtigt wurden, dann ist das per Email an den Autor jederzeit möglich.