Mittlere Aufstellung

Die Mittlere Aufstellung, im 19. Jh als systematische Gruppierung aller nicht-augusteischen Bestände angelegt, umfaßt Drucke vom 15. Jh bis 1949, im wesentlichen aber Werke des 16. bis 19. Jhs, da in der ersten Hälfte des 20. Jhs die Zugänge im Vergleich zu den früheren Beständen kaum nennenswert sind. Der Bestand vereinigt also die ursprünglich für sich aufgestellten Fürstenbibliotheken des 17. und 18. Jhs, die Gelehrtenbibliotheken des 18. und 19. Jhs, die laufenden Erwerbungen von 1705-1819 und 1820-1950, ferner die im 19. Jh eingeordneten Teile der Helmstedter Bibliothek. Lediglich die neueingerichtete Gruppe Wa umfaßt die Erwerbungen alter Drucke seit 1969. Die Bestände der Mittleren Aufstellung stehen in 22 im folgenden beschriebenen Hauptgruppen, die jeweils in einzelne Untergruppen aufgeteilt sind. In diesen systematischen Untergruppen sind die Bücher nach dem Alphabet der Verfasser angeordnet; für sich gestellt sind die in Kapseln aufbewahrten kleinen ungebundenen Schriften.

  • Allgemeines (A)
  • Buch- und Bibliothekswesen (B)
  • Geographie (C)
  • Biographien (D)
  • Wissenschaftskunde (E)
  • Historische Hilfswissenschaften (F)
  • Geschichtswissenschaft (G)
  • Kulturgeschichte (H)
  • Militaria (J)
  • Sprachwissenschaft (K)
  • Literatur (L)
  • Medizin (M)
  • Naturwissenschaften (N)
  • Oeconomie (O)
  • Pädagogik (P)
  • Quodlibetica Nova (QuN)
  • Rechtswissenschaft (R)
  • Staatswissenschaften (S)
  • Theologie (T)
  • Kunst (U)
  • Philosophie (V)
  • Neuerwerbungen (Wa)
  • Zeitschriften (Z)
  • Zeitungen (Ztg)

 

Allgemeines (A): ca. 3000 Bde (2000 bibliographische Einheiten). Vorhanden sind Abhandlungen und Schriftenreihen der wichtigsten europäischen Akademien und wissenschaftlichen Gesellschaften, gesammelte Schriften einzelner Verfasser und eine Sammlung der wichtigsten - vor allem deutschen - Enzyklopädien aus dem 17., 18. und 19. Jh.


Buch- und Bibliothekswesen (B): ca. 4300 Titel, vor allem aus dem 18. und 19. Jh., in geringer Zahl auch aus dem 16. und 17. Jh. Das Fach Bibliothekswissenschaft (Ba) enthält ca. 400 Werke zum Buchwesen im allgemeinen (Bibliographien, Lexika, Handbücher, Darstellungen. Festschriften, Sammelwerke, Zeitschriften) und zahlreiche Schriften zur Bibliophilie und Exlibriskunst: ferner Literatur zum Bibliothekswesen und zur Bibliotheksgeschichte im allgemeinen. Im Bereich Spezielle Bibliotheksgeschichte (Bb) finden sich ca. 1100 Titel zu einzelnen Bibliotheken einschließlich der Kataloge von Handschriften und Drucken. Die Gruppe Katalog nicht-öffentlicher Bibliotheken (Bc) stellt eine bedeutende Sammlung von ca. 1000 Versteigerungs- und Verkaufskatalogen privater Bibliotheken dar, vor allem aus dem 18. Jh und dem frühen 19. Jh. Buchdruck und Buchhandel (Bd): ca. 900 Werke. Die Literatur zur Geschichte des Buchdrucks umfaßt ältere und neuere Lehr- und Handbücher, Schriften zu Gutenberg und zu den Jubiläen der Druckkunst, zur Typenkunde, zu den Schriftgießereien und zur Inkunabelkunde. Hinzu kommen Schriftmusterbücher, Werke über Drucker- und Verlegermarken, zahlreiche "Indices Librorum Prohibitorum", Literatur zum Büchernachdruck und Werke zur Geschichte einzelner Buchhandlungen. Die Sammlung von Verlagskatalogen (Be) umfaßt 400 Titel, die für die Geschichte des Verlagswesens Quellenwert besitzen. Die unter Bibliographien (Bf) eingeordneten 500 Bibliographien, Meßkataloge und gelehrten Bücherbeschreibungen stellen eine wichtige Quelle zur Erforschung der Buchgeschichte dar.

Geographie (C): ca. 1700 bibliographische Einheiten, vor allem aus dem 17. bis 19. Jh, meist in deutscher Sprache. Im Bereich Allgemeine Geographie (Ca) liegen 400 Titel vor, darunter Kosmographien und Weltbeschreibungen aus dem 16. und 17. Jh, Kompendien, Lehr- und Schulbücher, Handbücher und Länderbeschreibungen aus dem 18. und 19. Jh sowie Werke zur Geographie der Antike und des Mittelalters. Die bedeutende Sammlung von Atlanten und Ansichtswerken (Cb) umfaßt etwa 150 Titel, vor allem aus dem 17. und 18. Jh, darunter zahlreiche niederländische und französische Ausgaben. Ferner sind ca. 150 Karten aus dem 16. bis 19. Jh vorhanden. Unter Reiseliteratur (Cc) ist eine Sammlung von Reisebeschreibungen, Handbüchern und Reiseführern sowie Ansichtskarten aus dem 16. bis 18. Jh zu finden, darunter zahlreiche Sammelwerke und Taschenbücher (ca. 680 Titel). Die Gruppe Spezielle geographische Werke (Cd) mit länder- und völkerkundlicher Literatur, Topographien. Städtebeschreibungen und Ansichtswerken zu einzelnen Staaten, Provinzen, Landschaften und Regionen umfaßt etwa 300 Schriften. Der Bestand an geographischen Zeitschriften (Ce) beinhaltet die wichtigsten Fachperiodika des 18. und 19. Jhs.

Biographien (D): ca. 11.000 Titel des 16. bis 19. Jhs. Der Bestand gliedert sich in biographische Sammelwerke aus dem 16. bis 19. Jh (Da) und in alphabetisch geordnete Literatur zu einzelnen Persönlichkeiten (Db), z. B. Biographien, Briefsammlungen, Tagebücher. Gelegenheitsschriften (Geburtstagsschriften, Leichenpredigten), vor allem deutscher Provenienz.


Wissenschaftskunde (E): ca. 400 Titel aus dem 17. bis 19. Jh. Dazu gehören Werke zur Literär-und Gelehrtengeschichte sowie zur Gelehrsamkeit und Wissenschaft im allgemeinen (Ea), ferner Darstellungen der Klassischen Philologie (Eb).

Historische Hilfswissenschaften (F): ca. 1820 Titel des 16. bis 18. Jhs. Diese verteilen sich auf Werke zur Paläographie (Fb, 220 Titel), zur Diplomatik (Fc, 120 Titel), zur Chronologie (Fd, 280 Titel), zur Heraldik und Sphragistik (Fe, 200 Titel), zur Genealogie (Ff, 320 Titel) und zur Numismatik (Fg, 670 Titel).


Geschichtswissenschaft (G): ca. 27.000 Titel, vorwiegend des 18. und 19. Jhs. Auf Allgemeine Literatur (Ga) entfallen 300 Titel, vor allem Lexika, Abhandlungen zu Theorie und Methode, geschichtsphilosophische Werke, Synopsen zur Weltgeschichte und bio-bibliographische Darstellungen. Der Bestand zur Universalgeschichte und Geschichte Europas (Gb) umfaßt 405 Titel, darunter Atlanten, Chroniken, Darstellungen zur Weltgeschichte in Tabellenform, allgemeine geographische Literatur, Werke zur Geschichte Europas und einzelner europäischer Staaten sowie zur Reichsgeschichte. Im Bereich Alte Geschichte (Gc) sind 69 Darstellungen zur Geschichte und Geographie der Antike vorhanden, im Bereich Mittelalterliche Geschichte (Gd) 35 vorwiegend die Kreuzzüge betreffende Titel.
Zur Neueren Geschichte (Ge) liegen 920 allgemeine und spezielle Darstellungen der Reichsgeschichte und der Geschichte einzelner Länder vor, u. a. Frankreichs, Italiens und der skandinavischen Länder. Die Gruppe enthält zahlreiche Sammelbände. Auf Griechische Geschichte (Gf) entfallen 440 Werke (vorwiegend aus dem 19. Jh), darunter auch einige zur byzantinischen Geschichte: auf Römische Geschichte entfallen 400 Darstellungen (vor allem aus dem 18. Und 19. Jh). Die Geschichte Italiens (Gh) betreffen 640 Publikationen, überwiegend in deutscher Sprache und aus dem 18. und 19. Jh: die Geschichte Spaniens und Portugals (Gi) 320 Titel, zumeist aus dem 17. und 18. Jh. in Deutsch, Französisch und Spanisch. Literatur zur Geschichte Frankreichs (Gk) ist mit 3801 meist französischen Titeln besonders gut vertreten. Schwerpunkte bilden Sammelbände mit kleinen Schriften (u. a. Mazarinaden) aus dem 17. Jh., ferner Literatur des 18. Jhs., Veröffentlichungen zur Rezeption der Revolution von 1789 in Deutschland sowie über die Zeit Napoleons I. Zur Geschichte Deutschlands liegen in der allgemeinen Gruppe (Gl) 2480 Veröffentlichungen vor, die vor allem die Reichsgeschichte des 16. bis 18. Jhs betreffen. Hingewiesen sei auf die Sammelbände zum Dreißigjährigen Krieg sowie die bemerkenswerte Zahl von Publikationen über den Verlauf der Napoleonischen Kriege in Deutschland. Die Untergruppe Territorien und Städte (Gm) umfaßt 4200 Titel, die nach dem Alphabet der Länder- und Ortsnamen geordnet sind. Der Bestand zur Geschichte Niedersachsens (Gn) enthält 6680 Schriften zur politischen Geschichte des Landes und zur Wissenschafts-, Literatur-, Kunst-, Wirtschafts- und Medizingeschichte, überwiegend aus dem 17. bis 19. Jh. Vorhanden sind auch Sammelbände und kleine Schriften in Kapseln. Die Geschichte Polens und Ungarns (Go) behandeln 240 Titel, überwiegend aus dem 17. und 18. Jh. und in deutscher und französischer Sprache. Zur Geschichte Belgiens und Hollands (Gp) mit 1040 Titeln sind Sammelbände des 17. Jhs hervorzuheben. Die Geschichte der Schweiz (Gq) betreffen 180 Veröffentlichungen, zumeist aus dem 17. Jh. Zur Geschichte Großbritanniens (Gr) liegen 1223 Titel aus dem 17. bis 19. Jh in Englisch, Deutsch und Französisch vor. Ältere Schriften sind lediglich in geringer Zahl vertreten. Die Gruppe enthält Sammelbände und Kapseln mit kleinen Schriften. Die Sammlung zur Geschichte der skandinavischen Länder (Gs) mit 800 Titeln, vorwiegend des 17. und 18. Jhs, enthält hauptsächlich Literatur zur Geschichte Dänemarks und Schwedens; nur wenige Schriften betreffen Finnland. Auch für diese Gruppe sind Sammelbände und Kapseln charakteristisch. Die Schriften liegen nur in wenigen Fällen in den Landessprachen vor. Die Gruppe Geschichte der Balkanländer (Gt) umfaßt 90 Veröffentlichungen über Jugoslawien, Bulgarien. Albanien und die Türkei, fast ausschließlich in Deutsch und Französisch. Die 450 Titel zur Geschichte Rußlands (Gu) stammen überwiegend aus dem späten 17. Jh. dem 18. Jh und dem frühen 19. Jh und sind nur ausnahmsweise russisch.
Die Geschichte Asiens (Gv) betreffen 1080 Publikationen, vor allem in Deutsch und Französisch. Sie verteilen sich auf Werke über Kleinasien - hier steht die jüdische Geschichte im Vordergrund - und über Indien, China und Japan. Die Gruppe enthält sehr viele Reisebeschreibungen. Zur Geschichte Afrikas (Gw) sind 200 Schriften vorhanden, überwiegend aus dem 18. und 19. Jh. und in deutscher und französischer Sprache. Der Bereich Geschichte Amerikas (Gx) umfaßt 320 Titel, die mehrheitlich aus dem 18. und 19. Jh. stammen und in Französisch, Englisch und Deutsch verfaßt sind, in wenigen Fällen auch in Spanisch. Sie betreffen überwiegend Nordamerika, während Literatur über die südamerikanischen Länder nur schwach vertreten ist. Auf die Geschichte Australiens und der Südseeinseln (Gy) entfallen 25 Publikationen, überwiegend französische und deutsche Reisebeschreibungen des 18. und 19. Jhs.

Kulturgeschichte (H): ca. 1450 Titel aus dem 16. bis 19. Jh. Der Bestand gliedert sich in die Untergruppen Allgemeine Schriften zur Kulturgeschichte, Ethnographie, Anthropologie und zur Vorgeschichte (Ha-Hc, 140 Titel); Kulturgeschichte der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit (Hd, He, 60 Titel): Außereuropäische, europäische und germanische Kultur (Hf-Hh. ca. 70 Titel); Kultur der Juden (Hi, 40 Titel); Alltagskultur (Hk-Hn, ca. 450 Titel; hier liegt ein breites Themenspektrum vor: häusliches Leben, Trachten, Waffen, Familie, Frauen. Stände, Handel, geheime Gesellschaften, Spiele - Schachspiel und andere Brettspiele -. Fecht- und Reitkunst, Gymnastik, Turnen, Feste): Mythologie (Ho, 300 Titel); Religionsgeschichte (Hpl, Hq, 70 Titel); Magia naturalis, Dämonologie, Chiromantie (Hr, 300 Titel).

Militaria (J): ca. 700 Titel, zumeist aus dem 17. bis und 19. Jh. zu den Kriegswissenschaften, vor allem zur Festungsbaukunst, auch zum Heer- und Marinewesen.

Sprachwissenschaft (K): ca. 3000 Werke aus dem 16. bis 19. Jh. Auf Allgemeine und vergleichende Sprachwissenschaften (Ka) entfallen ca. 150 Titel ab dem 15. Jh. Die Gruppe Lexikographie (Kb) umfaßt ca. 900 Bde und beinhaltet eine Sammlung von Wörterbüchern der klassischen und der modernen west- und osteuropäischen Sprachen sowie des Hebräischen. Der Schwerpunkt liegt im 18. und 19. Jh, aber auch bedeutende Werke aus dem 15. bis 17. Jh sind vorhanden. Der Bestand zur Stilistik und Rhetorik (Kc) mit ca. 130 Titeln setzt sich zusammen aus Briefstellern, Titular- und Formularbüchern für den Gebrauch in Kanzleien sowie Darstellungen der "Sekretariatskunst''. Diese hauptsächlich aus dem 17. und 18. Jh stammenden Titel werden fortgeführt durch Anweisungen für das Aufsetzen von Schriftstücken im Privat- und Geschäftsleben aus dem 18. Jh und dem frühen 19. Jh. Hinzu kommen im Bereich Außerindogermanische Sprachen (Kd) ca. 100 Werke zu den orientalischen Sprachen, zum Türkischen, Chinesischen und den nordamerikanischen Indianersprachen. Hervorzuheben ist die Sammlung hebräischer Grammatiken.
Die Griechische Grammatik (Kf) ist mit ca. 130 Titeln vertreten, darunter Schul- und Elementargrammatiken sowie sprachwissenschaftliche Abhandlungen. Zur Lateinischen Grammatik (Kg) liegen 410 Titel vor, ebenfalls vorwiegend Schul- und Elementargrammatiken, ferner Werke zur Laut- und Formenlehre, Syntax, Orthographie und Etymologie, insbesondere auch zur lateinischen Stilistik und Synonymik. Die Gruppe Französische Grammatik (Kl) stellt mit ca. 220 Titeln eine reichhaltige Sammlung von Lehrbüchern und Kompendien für Unterrichtszwecke dar. Unter Grammatik der nordischen Sprachen (Kn, ca. 125 Titel) wurden vor allem Grammatiken der englischen Sprache eingeordnet, während die nordischen Sprachen im eigentlichen Sinn kaum vertreten sind. Auf Deutsche Grammatik (Ko) entfallen ca. 410 Titel zu allen Bereichen der deutschen Sprachwissenschaft, auch zu den frühen Sprachformen und dem Gotischen. Vorhanden sind auch Werke zur Namen- und Dialektforschung. Der chronologische Schwerpunkt liegt im 19. Jh. aber auch wichtige grammatikalische Werke aus der Frühen Neuzeit gehören zur Sammlung. Die übrigen Gruppen - z. B. Italienische Grammatik (Ki), Spanische und portugiesische Grammatik (Kk) - sind unbedeutend.

Literatur (L): ca. 50.000 Bde des 16. bis 19. Jhs (entspricht etwa der gleichen Zahl an Titeln, da neben den mehrbändigen Werken zahlreiche Sammelbände und Kapselschriften vorhanden sind). Unter Weltliteratur (La) wurden ca. 190 Abhandlungen zur Theorie und Geschichte der Literaturgattungen eingereiht, insbesondere zum Roman und zum Drama, ferner literaturgeschichtliche Gesamtdarstellungen, vorwiegend aus dem 18. und 19. Jh. Die Gruppe Spruchweisheit (Lb, ca. 120 Titel) beinhaltet Sammlungen von Sprichwörtern, Redensarten und Sentenzen, von Rätseln, Devisen und Zitaten, die besonders für das 16. bis 18. Jh von Bedeutung sind. Auf Sagen (Lc) entfallen ca. 140 Titel, vor allem Sammlungen mit regionalem und lokalem Bezug: auf Volkslied (Ld) ca. 80 Titel, überwiegend Sammlungen aus dem 19. Jh.
Die Gruppe Hebräische Literatur (Le) enthält ca. 70 hebräische Drucke des 16. und 17. Jhs, darunter Rarissima und Unika. Zu den Orientalischen Literaturen (Lf) liegt eine kleine Sammlung von ca. 200 Titeln vor, überwiegend in orientalischen Sprachen. Die Griechische Literatur (Lg, ca. 4500 Bde) wird durch eine vorzügliche Sammlung von Textausgaben antiker, spätantiker und byzantinischer Autoren repräsentiert, darunter eine große Zahl von Editionen aus dem 16. und 17. Jh. Die Sammlung zur Römischen Literatur (Lh, ca. 4000 Bde) beinhaltet die wichtigsten Ausgaben lateinischer Klassiker aus dem 16. bis 18. Jh., ferner ältere Forschungsliteratur. Besonders umfangreich ist der Bestand zur Neulateinischen Literatur (Li) mit ca. 12.700 Bdn. Darunter befinden sich 300 umfangreiche Sammelbände mit zahlreichen Einzelschriften. Die Sammlung umfaßt lateinische Schriften von den Kirchenvätern bis zum 19. Jh, Werke der mittel- und neulateinischen Autoren, u. a. von Erasmus (1600 Titel) und Melanchthon (1600 Titel). Auch die Lutherschriften wurden hier eingereiht, darunter die Luther-Sammlung des Helmstedter Professors Hermann von der Hardt (1660-1746; Li 5530: 1500 Titel).
Die interessante Sammlung Italienischer Literatur (Lk) umfaßt ca. 1600 Bde mit Schwerpunkt im 17. Jh. Die Spanische und portugiesische Literatur (LI) ist mit ca. 300 Titeln vertreten, darunter Ausgaben in den Originalsprachen und Übersetzungen, vorwiegend aus dem 17. Jh. Mit ca. 9700 Bdn liegt eine außerordentlich reichhaltige Sammlung zur Französischen Literatur (Lm) vor, darunter viele Erstausgaben und zahlreiche Werke weniger bekannter Autoren. Im Mittelpunkt stehen hier die umfangreichen Bestände aus dem 16. bis 18. Jh.; hinzu kommen interessante Erstausgaben des 19. Jhs. Da die Sammlung zum großen Teil von den Braunschweiger Herzögen aufgebaut wurde, dokumentiert sie die Lesegewohnheiten des Adels im 17. und 18. Jh. Auf Literaturgeschichte (Ln) entfallen ca. 4000 Bde, u. a. Handbücher, Lexika, Leitfäden und Gesamtdarstellungen aus dem 18. und 19. Jh. Bemerkenswert ist die Sammlung alter germanistischer Zeitschriften.
Die Gruppe Deutsche Literatur (Lo) umfaßt ca. 8000 Titel des 16. bis 19. Jhs. Besonders hervorzuheben sind neben der kleinen Zahl von Drucken aus dem 16. Jh (Hans Sachs-Sammlung) die ca. 950 deutschen Drucke des Barock mit wichtigen Erstausgaben der Barockdichter. Vorzüglich vertreten sind Abraham a Sancta Clara, Abschatz, Beer, Birken, Bohse, Anton Ulrich von Braunschweig, Bucholtz, Canitz. Francisci, Grimmelshausen, Gryphius, Hallmann, Happel, Harsdörffer, Hoffmannswaldau, Hohberg, Hunold, Kindermann, Klaj. Lohenstein, Moscherosch, Opitz, Johann Praetorius, Rachel, Riemer, Rist, Schupp, Weise, Zesen und Zincgref. Hinzu kommen zahlreiche Original- und Werkausgaben der deutschen Dichtung des 18. Jhs, eine bedeutende Lessing-Sammlung, reiche Bestände an Ausgaben Braunschweiger Autoren sowie ein guter Bestand an Klassikerausgaben mit zahlreichen Erstausgaben, auch von Werken der Romantiker. Auch die Dichtung des 19. Jhs ist gut vertreten. Im Bereich der Trivial- und Unterhaltungsliteratur liegen z. B. ca. 200 Bde von August Lafontaine vor sowie zahlreiche Titel von August Leibrock, August F. Langbein, Oskar von Redwitz, Hermann Klencke (ca. 200 Bde) u. a.
Auf Holländische Literatur (Lp) entfallen ca. 450 Titel (Dramen, Gedichte. Romane) aus dem 17. und 18. Jh, darunter zahlreiche Titel von Jacob Cats und Joost van den Vondel. Der Bestand zur Englischen Literatur (Lq, ca. 2300 Bde) ist mit dem reichen Buchbesitz an romanischer Literatur nicht vergleichbar, dennoch sind zahlreiche Erstausgaben des 18. und 19. Jhs vorhanden. Die Gruppen Nordische, Slawische und Außerindogermanische Literaturen (Lr-Lt) sind nur der Vollständigkeit halber zu nennen, d. h. beinhalten kaum historischen Bestand.

Medizin (zusammenfassende Darstellung s. Augusteer.)

Naturwissenschaften (N): ca. 4200 Titel des 15. bis 19. Jhs mit Schwerpunkt im 18. und 19. Jh. Auf Allgemeine Literatur (Na) entfallen 372 Titel des 16. bis 19. Jhs. Der Bestand setzt sich zusammen aus Lehrbüchern und allgemeinen Darstellungen zu den verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen, Zeitschriften, Lexika, Werken der Naturphilosophie und Naturgeschichte. Zur Mathematik (Nb) liegen 633 Titel des 15. bis 19. Jhs vor. Unter den vorwiegend in der zweiten Hälfte des 18. Jhs und im 19. Jh erschienenen Werken befinden sich Lehrbücher zur gesamten Mathematik, Schullehrbücher, Aufgabensammlungen und Literatur zur Geschichte des Fachs; ferner sind die mathematischen Disziplinen Arithmetik (Integral- und Differentialrechnung, Logarithmen), Geometrie (Elementare, Analytische und Darstellende Geometrie) und Angewandte Mathematik (Rechenkunst, Geodäsie) vertreten. Die Literatur zur Physik (Nc) beläuft sich auf 518 Titel des 16. bis 19. Jhs. Sie verteilen sich auf Zeitschriften, Lexika, allgemeine Lehrbücher und Schullehrbücher zu den einzelnen Disziplinen sowie auf Werke zur Geschichte der Physik, zur Mechanik (vor allem Statik und Dynamik), zur Optik (Reflexion und Brechung, Farbenlehre, optische Instrumente), zu Meteorologie, Akustik, Wärmelehre, Magnetismus und Elektrizität (darunter eine Reihe von Veröffentlichungen zum Galvanismus und Elektromagnetismus).
Das Fach Chemie (Nd) betreffen 734 Titel des 16. bis 19. Jhs mit Schwerpunkt in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. Die Sammlung beinhaltet Zeitschriften, Lehrbücher zur gesamten Chemie und zu einzelnen Disziplinen, Lexika und Werke der Alchemie. Den größten Anteil am Bestand haben Arbeiten zur analytischen, organischen und anorganischen Chemie, darunter viele Dissertationen der Universität Göttingen. Im Bereich der Astronomie (Ne) mit 579 Titeln des 15. bis 19. Jhs liegt der zeitliche Schwerpunkt bei den Schriften des 16. und 17. Jhs. Neben Lehrbüchern sind Werke der praktischen Astronomie (Horologie, Astrognosie) und der mathematischen Astronomie vorhanden, darunter eine große Zahl von Kalendern des 16. bis 19. Jhs, ferner Planetenbeschreibungen, Berichte über Kometen und Meteore sowie astrologische Literatur. Zur Geologie und Mineralogie (Nf) sind 371 Titel des 16. bis 19. Jhs überliefert, darunter Zeitschriften, Lehrbücher, geologische Topographien, Veröffentlichungen zur Beschreibung und Verarbeitung der Mineralien (Oryktognosie und Lithurgik), zur Petrographie, historischen Geologie (vor allem Arbeiten über Formationen und ihre Versteinerungen) und zur Paläontologie.
Die Gruppe Botanik (Ng 426 Titel des 16. bis 19. Jhs) gliedert sich in Zeitschriften, Lehrbücher, Geschichte der Botanik, Geographische Botanik (Floren einzelner Länder und Städte), Systematische Botanik (Beschreibung einzelner Pflanzen oder Gattungen) sowie Pflanzenanatomie und -physiologie. Entsprechend heißen die Untergruppen der Zoologie (Nh, 441 Titel des 16. bis 19. Jhs) Zeitschriften, Lehrbücher, Geographische Zoologie (Faunen), Systematische Zoologie (Beschreibung einzelner Tiergattungen) und Vergleichende Anatomie und Physiologie. Den naturwissenschaftlichen Bestand beschließt die Gruppe Sammelbände (Nx). Vorhanden sind 106 Bde mit. insgesamt 657 Schriften des 16. bis 19. Jhs aus allen Disziplinen der Naturwissenschaften. Die in den einzelnen Bänden enthaltenen Drucke stehen überwiegend in einem sachlichen Zusammenhang.

Oeconomie (O): ca. 3000 Bde des 16. bis 19. Jhs. Unter Allgemeine Schriften (Oa) wurden ca. 70 Titel des 18. und 19. Jhs eingereiht, vor allem Darstellungen und Nachschlagewerke zu Handel und Gewerbe. Die Gruppe Handel und Verkehr (Ob, ca. 350 Schriften) enthält Anweisungsliteratur zum Handel, Kaufmannsbücher, Schriften zum Eisenbahn-, Post- und Schiffahrtswesen, Veröffentlichungen zum Geld- und Bankwesen sowie Kataloge und Berichte über Industrieausstellungen des 19. Jhs. Die Literatur zum Gewerbe (Oc, ca. 150 Titel) behandelt das Handwerk und das Zunftwesen, das Manufaktur- und Fabrikwesen sowie einzelne Gewerbezweige, z. B. die Buchbinderei, das Seifensieden, Glasschmelzen und -schleifen usw. Im Bereich Technologie (Öd) liegen ca. 450 Titel, vor allem aus dem 19. Jh, vor. Darunter befinden sich Schriften zum Bergbau, frühe Titel zu Erz-, Silber- und Salzbergwerken sowie zur Mechanik und Wasserbaukunst, zum Schiffbau, zur Zuckerfabrikation, zum Mühlen- und Maschinenbau, zur Brennstofftechnik, Elektrotechnik und chemischen Technologie sowie zum Brücken- und Straßenbau. Land- und Forstwirtschaft, Hauswirtschaft (Oe) sind mit ca. 800 Titeln vertreten. Vorhanden sind umfangreiche Sammlungen an Garten- und Obstbüchern, Kochbüchern, allgemeinen Werken zur Landwirtschaft, zur Tierzucht, zur Jagd- und Forstwirtschaft sowie wichtige Schriften zur ,,Bauernaufklärung" und Werke der Hausväterliteratur.

Pädagogik (P): 3000 Titel des 16. bis 19. Jhs mit Schwerpunkt im 18. und 19. Jh. Die Schriften zur Pädagogik im allgemeinen (Pa, 530 Titel ) stammen vor allem aus dem 17. bis 19. Jh., während die Literatur zum Schulwesen (Pb, 790 Titel) vor allem im 19. Jh erschienen ist. Hinzu kommt ein Bestand an Schulbüchern, ebenfalls aus dem 19. Jh. Die Gruppe Universitäten (Pc-Pd, 920 Titel) beinhaltet allgemeine und spezielle Literatur zu den Universitäten aus dem 18. und 19. Jh sowie einige ältere Arbeiten aus dem 16. und 17. Jh, die einen interessanten Bestand an Quellenwerken zur Universitätsgeschichte darstellen. Darunter befinden sich Schriften über Hofmeister, fahrende Schüler, Burschenschaften und das Vereinswesen, über studentische Privilegien, das Studentenrecht, die akademische Gerichtsbarkeit, das Pennalwesen. das Duell etc. Unter Dissertationen Pe) sind 560 Doktorarbeiten verschiedener Universitäten und Schulprogramme aus Braunschweig und Wolfenbüttel eingereiht.

Quodlibetica Nova (QuN): 9300 kleine Schriften aus dem 16. bis 19. Jh in Sammelbänden. Schwerpunkte bilden juristische und theologische Dissertationen des 17. und 18. Jhs, kleine historische Schriften, politische Flugschriften des 16. bis 18. Jhs, Verordnungen, Predigten, kleine französische Schriften (Geschichte, Literatur) sowie Erbauungs- und Unterhaltungsliteratur in deutscher Sprache. Vom Ende des 19. Jhs stammen ca. 1000 kleine Schriften aus allen Wissensgebieten.

Rechtswissenschaft (R): ca. 23.800 Titel. Von den rechtswissenschaftlichen und rechtsgeschichtlichen Beständen gehören etwa 15.500 Bde zur Mittleren Aufstellung, während der Augusteer-Bestand nur ca. 5400 Bde und der Helmstedter nur etwa 2900 Bde enthalten. Das Fachgebiet ist durch den Systematischen (Zettel-)Katalog weitgehend erschlossen, in dem allerdings nur die Bestände bis zum Jahr 1830 berücksichtigt werden. Dem Fachgebiet und den dominierenden Literaturgattungen (Dissertationen, Disputationen) entsprechend überwiegen Drucke in Latein weit vor den deutschsprachigen; gering vertreten sind Drucke in französischer oder italienischer Sprache. Die Literatur dieses Fachgebietes stammt überwiegend aus dem späten 16. und dem 17. Jh., gut vertreten sind allerdings auch Titel des 18. Jhs. Nahezu alle bedeutenden Juristen und Rechtshistoriker sind durch wichtige Arbeiten repräsentiert, z. B. August Benedikt und Benedikt Carpzov. Mynsinger, Lünig, Seckendorff, Althusius u. a. Exzellente Sammlungen liegen zu Pufendorf (ca. 200 Drucke), Cocceji (mehr als 200 Drucke), Grotius (mehr als 200 Drucke) und besonders zu Thomasius (mehrere hundert Drucke) vor.
Recht und Rechtswissenschaft im allgemeinen sind mit 1750 Titeln vertreten, darunter etwa 70 Reallexika, 60 Titel zu Entscheidungen der Reichsgerichte (insbesondere aus dem 18. Jh), etwa 750 Titel zu Rechtsfällen einschließlich Entscheidungen, Resolutionen und Gutachten; ferner Schriften zur Rechtsphilosophie einschließlich Naturrecht (etwa 275 Titel). Römische Rechtsgeschichte ist erwartungsgemäß außerordentlich stark vertreten. Die vier Gruppen des Systematischen Katalogs enthalten zusammen etwa 6800 Titel. Das Corpus iuris civilis liegt in über 200 vollständigen Ausgaben vor; hinzu kommen mehr als 700 exegetische Werke, davon 130 Kommentare zu den Institutionen. Die Rezeption des römischen Rechts ist mit etwa 50 Titeln nur schwach repräsentiert. Zur Dogmatik des römischen Rechts werden insgesamt etwa 1500 Titel ausgewiesen, darunter 125 Kontroversschriften und über 700 ältere systematische Werke, darunter mehr als 100 über das ganze römische Recht (nach hauseigener Anordnung der Autoren). Außerordentlich reichhaltig sind Monographien zum römischen Recht vorhanden. Die ca. 3900 Titel sind alphabetisch nach Sachbetreffen (von "Abbitte" bis "Zwangsvollstreckung" bzw. "Ab- und Aussonderung" bis "Zuwendungen von Todes wegen") geordnet. In der Gruppe E, in der die Monographien zum römischen Erbrecht zusammengefasst sind, sind nahezu 200 Titel zum Problem "Testament'' enthalten.
Die Allgemeine deutsche Rechtsgeschichte einschließlich Staatsrechtsgeschichte bis 1806 betreffen etwa 1900 Titel. Gut vertreten sind Stadtrechte (ca. 200 Titel), Sammlungen zur Reichsgesetzgebung (ca. 150) sowie Schriften zu allen wesentlichen Aspekten der deutschen Staatsrechtsgeschichte, z. B. über Kaiser/Könige (ca. 150), Kurfürsten und Erzämter (ca. 75) und Reichsstände (ca. 250). Eher selten sind Arbeiten zu den Religionsstreitigkeiten, reichhaltiger ist der Bestand zum Westfälischen Frieden (ca. 100 Titel). Auf das Deutsche Privatrecht entfallen etwa 2400 Titel. Neben nur etwa 100 systematischen Bearbeitungen des gesamten gemeinen und deutschen Privatrechts überwiegen Monographien zu einzelnen Aspekten des Privatrechts. Die Titel sind alphabetisch nach Sachbetreffen (von "Abschoß" bis "Zwillinge", ca. 1850 Schriften) geordnet. Das Handels-, Wechsel- und Seerecht ist mit 230 Titeln nur schwach besetzt. Zum Lehnrecht liegen etwa 800 Titel vor, darunter etwa 100 systematische Darstellungen und Lehrbücher zum ganzen Lehnrecht und Arbeiten zum gemeinen Lehnrecht (ca. 300 Titel), die nach Materien alphabetisch geordnet sind (von "Afterlehen" bis ,,Zinslehen"). Über Deutsche Partikularrechte sind 250 Titel vorhanden.
Zur Gerichtsverfassung und zum Zivilprozess wurden über 2400 Titel gesammelt. Schwerpunkte bilden die Schriften der deutschen Prozessualisten (ca. 125 Titel), Darstellungen des Prozesses vor Reichsgerichten des alten Reichs (Reichskammergericht, Reichshofrat usw., ca. 150 Titel), zu den Reichsgerichten selbst (ca. 130), vor allem aber zu Problemen des ordentlichen Gerichtsprozesses in sehr differenzierter Gliederung (ca. 850 Schriften). Auf das Strafrecht entfallen etwas mehr als 1000 Titel. Dazu gehören verschiedene Ausgaben der "Carolina" einschließlich ca. 50 Kommentaren und Erläuterungen, ferner Monographien zum allgemeinen Teil des Strafrechts (etwa 130), zum besonderen Teil des Strafrechts (etwa 300) mit den Schwerpunkten Beleidigung. Verleumdung, Rufmord sowie Tötungs- und Eigentumsdelikt. Die Gruppe enthält etwa 130 Schriften zu einzelnen Kriminalfällen. Der Strafprozeß ist mit ca. 500 Titeln vertreten; zum Inquisitionsprozeß finden sich etwa 30 Titel, zum Hexenprozeß nach kanonistischem und deutschem Strafrecht etwa 50.
Zum Kirchenrecht mit allen seinen Aspekten besteht eine reichhaltige Sammlung von über 2800 Titeln. Schwerpunkte liegen bei Ausgaben des Corpus iuris canonici (18), reinen Erläuterungsschriften hierzu, vornehmlich aus dem 16. Jh. (ca. 80 Titel), Quellen zur Kirchenrechtsgeschichte von Gratian bis Honorius III. (ca. 200), beim Kirchenstaatsrecht (ca. 130), bei Lehrbüchern und Monographien zum allgemeinen römisch-katholischen Kirchenrecht (etwa 150) und einzelnen Materien des gemeinen römischkatholischen und protestantischen Kirchenrechts (etwa 500). Ferner enthält der Bestand Literatur über den Papst, seine Stellung und Wahl sowie die Kurie (130 Titel), über Ordnungen und Rechtsverhältnisse der Klöster und über Stifter und Mönche beider Konfessionen (50) sowie zur Verfassung der protestantischen Kirche (130). Umfangreicher ist der gesamte Bereich des Eherechts mit etwa 270 Titeln. Die Thematik Kirchen- und Klostervermögen behandeln 75 Titel; zum Verhältnis von Staat und Kirche finden sich etwa 50 Arbeiten, vornehmlich aus dem 17. und 18. Jh.
Zum Partikulären deutschen Staatsrecht sind etwa 550 Schriften überliefert. Gut vertreten sind Arbeiten zu Problemen der nord-, mittel- und westdeutschen Territorien sowie zur Kurpfalz (etwa 100 Titel). Im Bereich Völkerrecht liegen etwa 550 Titel vor, darunter 110 Quellen (vorwiegend aus dem 18. Jh). 275 Monographien zu einzelnen Aspekten des Völkerrechts und 60 Schriften zum Kriegsvölkerrecht (überwiegend aus dem 17. Jh). Der Bestand zum Auswärtigen Staatsrecht (1300 Titel) konzentriert sich mit 900 Titeln auf das Staatsrecht und die Staatsrechtsgeschichte Frankreichs. Andere Länder, wie Österreich (40), Belgien, die Schweiz. Dänemark, Spanien. Großbritannien (weniger als 30 Drucke), Ungarn, Italien (50), die Niederlande (50), Norwegen, Portugal, Polen usw., sind nur schwach vertreten.

 

Staatswissenschaften (S): ca. 1300 Titel des 16. bis 19. Jhs. Die Sammlung schließt neben den Staatswissenschaften die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ein. Auf Allgemeine Literatur (Sa) entfallen 63 Titel, überwiegend aus der zweiten Hälfte des 18. Jhs., darunter Zeitschriften, Bibliographien, Lexika und Einführungen, vor allem zur Kameralistik. Die Gruppe Allgemeine Literatur zu den Wirtschaftswissenschaften (Sb) umfaßt 64 Titel, vor allem aus der zweiten Hälfte des 18. Jhs. und aus dem 19. Jh., u. a. Zeitschriften, Wörterbücher, Lehrbücher und Arbeiten zur Wirtschaftsgeschichte. Unter Abhandlungen zu Wirtschafts-, Finanz- und Sozialthemen (Sc) wurden 70 Titel, vorwiegend aus dem 19. Jh, eingeordnet, wobei es sich neben Zeitschriften und Wörterbüchern um eine größere Zahl von Berichten von Versicherungsgesellschaften und Publikationen von Wirtschaftsverbänden handelt. Die Gruppe Abhandlungen zu finanzwissenschaftlichen Problemen (Sd, 124 Titel) enthält Lehrbücher zur Finanzwissenschaft, Veröffentlichungen zur Finanzgeschichte einzelner Länder (Frankreich), zur Theorie der Finanzgesetzgebung, über Inflation und Deflation, zu Steuerfragen, Zolltarifen, über den Zollverein, über Banken und Wertpapiere. Der größte Teil der Publikationen stammt aus dem 19. Jh (vgl. auch Sc).
An Abhandlungen über Parteien, Gewerkschaften und die von ihnen diskutierten Probleme (Se) liegen 131 Titel vor, überwiegend aus dem 19. Jh. Darunter befindet sich Literatur zur Lage der Arbeiter (Arbeitszeit, Arbeitsschutz, Arbeitslosigkeit, Fürsorge), zur Frauenfrage, über Gewerkschaftsorganisation, Wohnverhältnisse; ferner Veröffentlichungen über Versicherungen und Invalidität, Genossenschaften sowie einige Parteitagsberichte der Sozialdemokratischen Partei (vgl. auch Sc). Die umfangreiche Gruppe Staatswissenschaften und Politik (Sf) umfaßt 778 Titel des 16. bis 19. Jhs mit Schwerpunkt in der zweiten Hälfte des 17. Jhs und im 18. Jh. Der Bestand gliedert sich in Staatsphilosophie und Staatsrecht, Verfassungs- und Verwaltungslehre, Grundfragen der Politik, Verhältnis von Staat und Bürger, Religionssupremat, Regierungskunst, Fürstenerziehung, Sozialpolitik (Gefängnisverwaltung, Arbeitshäuser vor allem in Großbritannien, Fürsorge, vgl. auch Se), Polizeigesetzgebung, Feuer- und Wasserschutz. Die Literatur über Aufsichtsbehörden (Sg) ist mit 37 Titeln zur Polizei (einschließlich Bahn-, Bau- und Gesundheitspolizei) und Feuerwehr (hier zumeist Feuerordnungen) vertreten (vgl. auch Sf). An Abhandlungen und Materialien zur Statistik (Sh) liegen 32 Titel aus dem ausgehenden 18. Jh und dem 19. Jh vor. Neben Lehrbüchern und Literatur zur Geschichte der Statistik sind Statistiken aus verschiedenen Bereichen - Wirtschaft, Bevölkerungswachstum, Lebensdauer der Menschen - vorhanden.

Theologie (T): ca. 19.000 Titel, insbesondere aus dem 17. und 18. Jh, wichtige Quellen aber auch aus dem 16. und 19. Jh. Die ältere wissenschaftliche Literatur ist lateinisch, die Erbauungsliteratur vor allem deutsch. Bemerkenswert ist der bedeutende Bestand wissenschaftlicher und erbaulicher Schriften in englischer und französischer Sprache ab dem 17. Jh und mit Schwerpunkt im 18. Jh. Die Sammlung ist im wesentlichen nach der in der Zeit von Leibniz üblich gewordenen theologischen Enzyklopädie gegliedert, allerdings nicht völlig konsequent. Insbesondere in den exegetischen und historischen Disziplinen wurde die Sammlung von Quellen und Hilfsmitteln bis ins 20. Jh fortgesetzt.
Unter Allgemeines (Ta) liegen ca. 270 Gesamtausgaben einzelner Autoren, Lexika, Enzyklopädien und Methodologien der Theologie sowie allgemeine Sammelwerke vor. Exegetische Hilfsmittel (Tb) sind mit ca. 620 Titeln vertreten, darunter auch hermeneutische Literatur zur Bibelauslegung. Im Bereich Altes Testament (Tc) sind ca. 580 exegetische Werke von Autoren aller Konfessionen vorhanden, im Bereich Neues Testament (Td) ca. 520, ebenfalls von Autoren verschiedener Konfessionen. Die Gruppe Dogmatik (Te) enthält einen umfassenden Bestand an dogmatischen und polemischen Werken (ca. 1800 Titel), die vom 16. Jh bis zur Religionskritik des 19. Jhs reichen. Zur Symbolik (Tf) liegen ca. 180 Titel vor; zur Ethik (Tg) ca. 360, neben Lehrbüchern auch Monographien zu einzelnen Themen. Der Bestand zur Homiletik (Th) ist mit ca. 5000 Titeln besonders umfangreich und beinhaltet vor allem Predigten, Erbauungsschriften. Andachts- und Gebetbücher protestantischer deutscher (z. T. auch englischer) Autoren des 16. bis 20. Jhs. Auf Liturgik (Ti) entfallen ca. 800 Titel, darunter Agenden, Gottesdienstordnungen, Breviere, Tages- und Kirchenjahrsordnungen. Die Kirchenordnungen (Tk, ca. 180 Titel) sind nach Ländern und Orten aufgestellt und liegen in den Landessprachen vor. Die Gruppe Gesangbücher (Tl) umfaßt ca. 800 Gesang- und Gebetbücher mit regionalen Schwerpunkten in Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg.
Der Gesamtbestand zur Kirchengeschichte gliedert sich in fünf Untergruppen. Unter Tm sind ca. 650 Titel zur Kirchengeschichte und zur protestantischen Polemik, insbesondere des 17. und 18. Jhs, eingeordnet; unter Tn ca. 300 Hagiographien und Martyrologien protestantischer und katholischer Autoren; unter To ca. 500 Titel zu bevorzugten Bereichen der Kirchengeschichte, zum Leben Jesu, zur neutestamentlichen Zeitgeschichte und zur Reformationsgeschichte, vor allem aus dem 18. Jh (z. B. von Lorenz Mos-heim) und dem 19. Jh.; unter Tp ca. 800 regionale und lokale Kirchengeschichten mit Schwerpunkten in Norddeutschland und Frankreich (Hugenotten): unter Tq ca. 2200 Quellen zur Geschichte der christlichen Gruppen, einschließlich apologetischer und polemischer (z. B. antijesuitischer) Literatur.
Die Gruppe Zeitschriften (Tr) enthält über 200 meist deutsche theologische Zeitschriften und Literaturberichte seit dem beginnenden 18. Jh sowie populäre Blätter und Magazine. Unter Varia (Ts) wurden ca. 3150 Titel verschiedener Thematik in Sammelbänden eingeordnet. Es handelt sich u. a. um theologische und kirchenpolitische Kontroversen von der Reformation bis ins späte 19. Jh., deutsche Schriften zu den Reformationsjubiläen, französische antiklerikale Polemik oder (deutsche und englische) Predigten.

Kunst (U): ca. 4000 Drucke des 17. bis 19. Jhs (ganz vereinzelt auch des 16. Jhs). Auf Schöne Künste (Ua) entfallen ca. 150 Titel, darunter allgemeine Nachschlagewerke (Batteux, Dehio, Sulzer usw.) und Darstellungen zur Kunst und zur Kunstästhetik. Im Bereich Bildende Künste (Ub, ca. 180 Titel) liegen spezielle Nachschlagewerke vor - von Sandrarts Teutscher Academie (1768-1775) bis zu Naglers Künstlerlexikon (1835-1852) -, ferner Abhandlungen zur Kunst einzelner Schulen, Länder usw. sowie Reihen (Studien zur deutschen Kunstgeschichte, 1894 ff.) und Zeitschriften. Die Gruppe Museen (Uc, ca. 320 Titel, vorwiegend des 19. Jhs) enthält Kataloge zu einzelnen Sammlungen, Jahresberichte von Museen, Würdigungen von öffentlichen oder privaten Museen und Sammlungen. Zur Antiken Kunst (Ud) sind ca. 250 Titel vorhanden, neben Ausgrabungsberichten auch Abhandlungen und Nachschlagewerke zur Archäologie und Kunst des Altertums - Rom, Pompeji, Herculaneum, Griechenland, Ägypten usw. - sowie Literatur zur Mythologie, zu antiken Münzen und zu weiteren Sonderfragen.
Die Mittelalterliche und neue Kunst (Ue) behandeln ca. 120 Titel. Sie verteilen sich auf Literatur zu berühmten Bauwerken, zu Bau- und Kunstdenkmälern der verschiedenen deutschen Regionen und auf Handbücher und Inventare von Kunstdenkmälern sowie auf allgemeine Darstellungen über Kunstepochen, Abhandlungen über einzelne Epochen, Werke zur Symbolik usw. Zur Baukunst (Uf, ca. 420 Titel) liegt eine bemerkenswerte Sammlung von Abhandlungen über einzelne Bauwerke (Kathedralen, Schlösser usw.) und Städte aus den verschiedensten Epochen und Regionen, vereinzelt auch über Architekten, Baumeister, Konstruktionen usw. vor. Die Gruppe Plastik und Malerei (Ug, ca. 250 Titel) enthält allgemeine und spezielle Abhandlungen über Plastik und Malerei, über Künstler und Epochen. Literatur liegt auch zu Spezialthemen vor, z. B. Glasmalerei, Kostüme, Miniaturen, Perspektive usw. Die Graphischen Künste (Uh) betreffen ca. 180 Titel, darunter Untersuchungen zu einzelnen Buchillustratoren und Buchkünstlern und zu Epochen im Überblick. Weitere Schwerpunkte sind Flugblätter, Illustrationen zu Werken großer Dichter (Horaz, Vergil. Shakespeare, Goethe, Byron usw.), Ornamentstich und Techniken der Graphik. Die Gruppe Buchkunst (Ui, ca. 160 Titel) bietet Literatur zur Kunst im Buch und in der Handschrift, zur Buchmalerei und Einbandkunst sowie Faksimileausgaben und illustrierte Bücher aller Epochen.
Im Bereich Theorie und Technik der bildenden Künste und Kunstgewerbe (Uk, ca. 150 Titel) werden auch spezielle Fragen - wie Farben, Goldschmuck, Ikonologie. Möbelkunde, Modellbücher, Porzellan, Ziergarten - behandelt. Hinzu kommen einige Zeitschriften und eine Reihe von wichtigen Emblembüchern des 17. Jhs (z. B. von Picelli, Ripa).
Unter Mimik (Ul, ca. 180 Titel) wurden Titel zur Theatergeschichte, zur Geschichte einzelner Theater sowie über Bühne, Dramaturgie, Masken, Pantomime, Schauspieler usw. eingeordnet. Der Bestand zur Poetik und Rhetorik (Um, ca. 180 Titel) bildet eine gute Ergänzung zur Gruppe Rhetorica der Augusteer. Er enthält interessante lateinische und deutsche Drucke des 17. Jhs. Vorhanden sind Poetiken, neuere Abhandlungen über die Geschichte der Poetik sowie über Metrik, Prosodie und Reimkunst. Die reichhaltige Sammlung zur Musik (Un, ca. 1250 Titel) umfasst Werke der Musica practica, vorwiegend des 18. und 19. Jhs (Partituren, Klavierauszüge) und Denkmäler deutscher Tonkunst, ferner Literatur zur Musiktheorie und Abhandlungen über Musik. Bei der Gruppe Bildniswerke, Ikonographisches (Uo, ca. 150 Titel) handelt es sich um eine vorzügliche und sehr wertvolle Sammlung von Porträtstichen aus dem 16. bis 19. Jh. Hinzu kommen Porträt-Kataloge und einige Abhandlungen über Porträts und Ikonographie.

Philosophie (V): ca. 750 philosophische und psychologische Werke, vor allem des ausgehenden 17. Jhs, des 18. Jhs und des frühen 19. Jhs; vereinzelt auch aus dem 16. Jh. Die Untergruppe Va setzt sich zusammen aus insbesondere deutschen, aber auch lateinischen, englischen und französischen Titeln zur Philosophiegeschichte sowie aus Enzyklopädien, Gesamtausgaben und Werken der Wissenschaftstheorie. In der Untergruppe Vb sind philosophische, religionsphilosophische und soziologische Traktate deutscher, englischer und französischer Autoren zusammengestellt. Aus der zweiten Hälfte des 18. Jhs ist die deutsche Philosophie bis Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775-1854) und Wilhelm Traugott Krug (1770-1842) gut vertreten. Der Bestand Vc enthält die ältere Psychologie (in lateinischer Sprache), vor allem die Erfahrungs-Seelenkunde und Physiognomik des späteren 18. Jhs und des frühen 19. Jhs. insgesamt etwa 750 Titel

Neuerwerbungen (Wa): ca. 10.000 Bde. Die seit 1968 zur Ergänzung der alten Drucke erworbene Sammlung enthält auch Bücher aus der ersten Hälfte des 20. Jhs. Hervorzuheben sind Sammlungen zum Jansenismus, zur englischen Erbauungsliteratur des 18. und 19. Jhs und ein reicher Bestand an deutscher Trivialliteratur des 18. Jhs (aus der Sammlung Arnold Hirsch), außerdem zahlreiche kostbare Einzelerwerbungen.

Zeitschriften (Z): ca. 700 Zeitschriften und Almanache des 18. und 19. Jhs in 7600 Buchbinderbänden (275 laufende Meter). Die Sammlung beinhaltet die wichtigsten gelehrten Zeitungen, kritischen Zeitschriften, allgemeinen literarisch-politischen Periodika des 18. Jhs sowie einige literarische Zeitschriften des 19. Jhs, ferner eine Sammlung der wichtigsten europäischen illustrierten und satirischen Zeitschriften des 19. Jhs. Der Bestand an Almanachen (Zb, 68 Titel) aus dem 18. Jh und dem frühen 19. Jh umfaßt 700 Bde.

Zeitungen (Ztg): 70 Titel vom 18. Jh bis heute. Vorhanden ist ein umfangreicher Bestand an Braunschweiger, Wolfenbütteler, Hamburger und überregionalen Zeitungen, z. B. der Braunschweiger Anzeiger (1745-1928), die Wolfenbütteler Zeitung (1785 ff.), die Allgemeine Zeitung (1799-1907), der Hamburger Correspondent (1751-1861, mit Lücken). Die lokalen Zeitungen werden auch heute noch gebunden, so dass ein geschlossener Bestand der Tagespresse vorhanden ist.