Nähe und ferner Traum. Gerhard Altenbourg, Erhart Kästner und die Schnepfenthaler Suite

Vom 24. September 2010 bis zum 31. Januar 2011 im Malerbuchsaal der Bibliotheca Augusta statt.

Gerhard Altenbourg ver­band eine tiefe, auf gegenseitiger Wertschätzung beruhende Freundschaft mit Erhart Kästner, von 1950-68 Direktor der Herzog August Bibliothek und Begründer der Wolfenbütteler Malerbuchsammlung. Bleibendes Zeugnis dieser Freundschaft sind die in der Herzog August Bibliothek aufbewahrten, teilweise noch von Kästner selbst erworbenen Werke Altenbourgs, die erstmals in einer Ausstellung zusammen gezeigt wurden.

Im Mittelpunkt stand die erst im letzten Jahr mit finanzieller Unterstützung der Hans und Helga Eckensberger-Stiftung erworbene „Schnepfen­thaler Suite“. Diese in nur 14 Exemplaren gedruckte Serie von 100 Kaltnadelradierungen entstand in den Jahren 1985-88, kurz vor dem Unfalltod Altenbourgs (1989), und wurde vom Künstler nach seinem Geburtsort benannt. Persönliche Erinnerungen und allgemein menschliche Erfahrungen hat der Künstler in einen ganzen Reigen von Figuren einfließen lassen. Er führt mit diesen Figuren, die einzeln, zu zweit oder in größeren Gruppen erscheinen, alle Spielarten, Konstellationen und Komplikationen der Beziehungen zwischen Mann und Frau vor. Daneben wurden auch alle anderen im Besitz der Herzog August Bibliothek befindlichen Werke Altenbourgs gezeigt: darunter die Kassette „Wund-Denkmale“ (1982) und die „Blätter zu Bobrowski“ (1969). Inhaltlich ergänzt wurde die Ausstellung durch Leihgaben aus Privatbesitz, vor allem von Dieter Brusberg, der auch beratend mitgewirkt hat. Aus dem Erhart-Kästner-Archiv der Bibliothek wurden Teile des Briefwechsels und der handschriftliche, an die Witwe gerichtete Nachruf Altenbourgs auf seinen Freund gezeigt.