Schätze im Himmel - Bücher auf Erden. Mittelalterliche Handschriften aus Hildesheim

Vom 5. September 2010 bis zum 27. Februar 2011 Uhr in der Augusteerhalle, in der Schatzkammer und im Kabinett der Herzog August Bibliothek

Einen Schatz im Himmel durch gute Taten und Stiftungen zu erwerben, war ein zentrales Anliegen mittelalterlicher Herrscher und Bischöfe, so auch von Bernward von Hildesheim (993 – 1022). Seine Schätze präsentierte die Herzog August Bibliothek vom 5. September 2010 bis 27. Februar 2011. Hinterlassen hat Bischof Bernward auch die Hildesheimer Michaeliskirche, deren Gründung sich im Jahr 2010 zum tausendsten Mal jährte. Die von ihm gestifteten liturgischen Handschriften und die Bücher der Mönche waren in der Ausstellung zum ersten Mal seit dem Mittelalter wieder in dieser Vollständigkeit zu sehen. Heute befinden sich diese Kostbarkeiten ersten Ranges des 9. bis 16. Jahrhunderts in den bedeutendsten Sammlungen der Welt und waren in Wolfenbüttel zu Gast.

Höhepunkt der Ausstellung war die Präsentation des Stammheimer Missale (um 1170), das erstmals seit seinem Verkauf an das J. Paul Getty Museum (Los Angeles) 1997 wieder in Deutschland zu sehen war (5. September bis 5. Dezember 2010) und das Ratmann-Sakramentar, die Schwesterhandschrift aus dem Hildesheimer Dom-Museum. Hinzu kam der erst vor drei Jahren von der Herzog August Bibliothek erworbene Bernwardpsalter. Diese drei Exponate gaben einen einmaligen Überblick über die Geschichte der Hildesheimer Buchkunst. Als weiterer Glanzpunkt wurde das wohl berühmteste Buch der Herzog August Bibliothek, das Evangeliar Heinrichs des Löwen, vom 7. Dezember 2010 bis 16. Januar 2011 gezeigt. Die Ausstellung war nicht nur für das Fachpublikum, sondern durch die überragende künstlerische Qualität der gezeigten Prachthandschriften und die weit reichenden Einblicke in die mittelalterliche Buchkultur auch für ein breites, an mittelalterlicher Kultur- und Geistesgeschichte interessiertes Publikum sehenswert.

Ausstellung und Katalog wurden durch die großzügige Förderung der Ernst von Siemens Kunststiftung sowie der Kulturstiftung der Länder ermöglicht. Die zahlreichen Leihgaben stammetn aus der Ev. Stiftskirchengemeinde St. Anastasius und St. Innocentius/Portal zur Geschichte Bad Gandersheim, der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt, Domschatz Halberstadt, dem Dom-Museum Hildesheim, der Dom-Bibliothek Hildesheim, dem Niedersächsischen Landesarchiv, Hauptstaatsarchiv Hannover und Staatsarchiv Wolfenbüttel, dem J. Paul Getty Museum, Los Angeles, und dem Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg. Die Erwerbung des Bernwardpsalters und die sich anschließenden Forschungs- und Katalogisierungsprojekte an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel wurden und werden unterstützt vom Land Niedersachsen, der Kulturstiftung der Länder sowie dem Bistum Hildesheim, außerdem von der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, der Friedrich Weinhagen Stiftung Hildesheim und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Betreuung der Teilsektion Halberstadt lag bei Patrizia Carmassi.

Zur Ausstellung ist ein reich bebilderter Katalog erschienen: Herausgegeben von Monika E. Müller. Ausstellungskatalog der Herzog August Bibliothek Nr. 93, 2010. Schätze im Himmel – Bücher auf Erden. Mittelalterliche Handschriften aus Hildesheim. 472 Seiten mit 280 meist farbigen Abbildungen. Der Katalog kostet in der Ausstellung 25,- Euro (broschierte Ausgabe). Den Vertrieb über den Buchhandel besorgt der Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, in Kommission ( ISBN 978-3-447-06381-4, Hardcover 49,80 Euro)