Von Ewigkeit und Augenblick

Vom 11. September 2009 bis zum 24. Januar 2010 im Malerbuchsaal der Bibliotheca Augusta

Gezeigt werden Künstlerbücher, Buchobjekte und Tiefdrucke der Küsntlerin Tina Flau. Die Techniken der Künstlerin sind Farbtiefdruck, Radierung und Zeichnung in variierenden Formen. Als bevorzugte Einbandart verwendet Flau die japanische Bindung, die den Buchrücken sichtbar lässt. Die Einbände selbst sind als Objekte aus Papier gestaltet. Verwendung finden auch Materialien wie Samt und Kunststoff. Tina Flau ist nicht allein für die Kunst des Buches zuständig, sondern schreibt auch eigene Texte und interpretiert die Texte anderer. Schreiben heißt dabei auch die Verwandlung der Vorlagen in ein eigenhändig geschriebenes Format, so dass man von einer Aneignung über die Schrift sprechen kann. Die wiederholt benutzte Leporellobindung verlangt die Aufstellung des Buches, um die Kunst der Seiten sichtbar und die Texte lesbar zu machen.

Die herangezogenen Texte sind so wichtig wie die Kunst im Buch. Tina Flau illustriert nicht, sondern sie interpretiert und konkurriert dabei mit den literarischen Dokumenten. So entsteht ein ästhetischer Diskurs differierender Gattungen, der sich an den Betrachter oder Leser richtet und dessen Reaktion benötigt. Sie bezieht die Literaturgeschichte und die literarische Gegenwart ein: zur Geschichte gehört Goethes „Gesang der Geister über den Wassern“, zur Zeitgeschichte das Buch „Rosalux“ mit Texten aus und Zeichnungen zu Rosa Luxemburgs Briefen aus dem Gefängnis. Die Gegenwart vertreten beispielsweise Anne Duden, Ulla Lessmann und Wolfgang Hilbig.