Von Hölderlin bis Borges

„Von Hölderlin bis Borges“ – Malerbuchausstellung mit Werken von Eckhard Froeschlin

Die Malerbuchausstellung „Von Hölderlin bis Borges“ mit Künstlerbüchern von Eckhard Froeschlin wurde am Freitag, 15. Juni 2012, um 17 Uhr in der Augusteerhalle der Bibliotheca Augusta eröffnet. Helwig Schmidt-Glintzer, Direktor der Wolfenbütteler Bibliothek, hielt den Eröffnungsvortrag mit dem Titel „Von Tübingen bis Nicaragua“.

Die Ausstellung zeigte neuere Arbeiten, klassische Handpressendrucke und Unikatbücher des Künstlers, wovon einige in Nicaragua entstanden sind. Neben zwei großformatigen Hölderlin-Ausgaben waren zweisprachige Bücher mit Texten amerikanischer und südamerikanischer Autoren zu sehen. Eine Serie von zehn radierten Dichterporträts, die im Frühjahr 2012 entstanden, rundete die Präsentation ab.

Die Motive, mit denen Eckhard Froeschlin seiner Wahrnehmung der Welt sowie ihren Zuständen Ausdruck verleiht, bewegen sich zwischen realistischer Darstellung und freier Imagination. Sie verleihen den Werken den Charakter von Such- und Denkbildern, die der Betrachter nicht nur ansehen, sondern regelrecht bearbeiten soll. Froeschlins Werke geben sich nicht mit einem einzigen flüchtigen Blick zufrieden, sie bilden vielmehr den Anfangspunkt eines gleichsam endlosen Leporellos. So gehören nicht nur die Gestaltung durch den Pinsel und Verfahren wie Radierung, Zinkhochdruck und Bleischnitt in sein Metier. Ganz zentral sind in Froeschlins Schaffen auch die Herstellung und der Druck des Materials – Künste, die er nicht nur selbst betreibt, sondern auch an andere weitergibt, wie sein Projekt einer Künstler-Druckwerkstatt in Matagalpa, der nicaraguanischen Partnerstadt von Wuppertal, zeigt. Froeschlin ist nicht nur kreativer Künstler, sondern als gewissenhafter und leidenschaftlicher Handwerker auch ein Brückenbauer besonderer Art.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen: RADIERUNG BUCHKUNST RADIERUNG, herausgegeben vom Kunstverein Schweinfurt und dem Museum Otto Schäfer, mit Texten von Eva Christina Glaser und Helwig Schmidt-Glintzer (HAB) sowie Werner Meyer, Kunsthalle Göppingen. 64 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen, originalgraphischer Umschlag, 18 €

 

Die Ausstellung war vom 15. Juni bis 30. September 2012 im Malerbuchsaal der Herzog August Bibliothek zu sehen.