»Dérèglement de tous les sens« – Arthur Rimbaud in den Künsten

Die Revolte, die der französische Dichter Arthur Rimbaud (1854–1891) zum Prinzip seines Lebens und Schreibens gemacht hatte, prägte der gesamten Kultur der Moderne ihr Signum auf. Zahllos sind die Spuren seines Einflusses auf die Literatur, aber die visuelle und musikalische Rimbaud-Rezeption ist bislang kaum erschlossen. Im Zentrum der Ausstellung zum 125. Todestag des Dichters stehen daher Malerbücher (unter anderem von Fernand Léger, Germaine Richier und Salvador Dalì), die sich graphisch mit Texten Rimbauds und seinem literarischen Umfeld auseinandersetzen.

Der Dichter, so Rimbaud, muss vermöge einer Ent-Regelung aller Sinne (»dérèglement de tous les sens«) zum Seher werden. Wie haben Bild- und Tonkünstler diese Entfesselung der Wahrnehmung mit ihren jeweiligen Mitteln verwirklicht? Rimbaud, der Rebell, der die Scheinrealität des Wohltönenden zerstören will, wurde für Rockmusiker von Bob Dylan bis Kurt Cobain zur Identifikationsfigur. In der klassischen Musik sind es die Widerständigen und die Verfolgten, die entschieden Modernen, die Neutöner und Experimentellen, die sich in Vokal- und Instrumentalmusik auf Vorlagen Rimbauds gestützt haben, wie zum Beispiel Paul Hindemith, Hanns Eisler oder Benjamin Britten.

 

Die Ausstellung ist vom 7. Oktober 2016 bis 26. März 2017 im Malerbuchsaal der Bibliotheca Augusta zu sehen.