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Wolfgang Buchta: scribere! zeichnen - aufzeichnen - schreiben

Wolfgang Buchta, Unwegsame Gebiete IV,
1998-2000

In Anwesenheit des Künstlers wird am Sonntag, 12. August 2018 um 11.30 Uhr die Ausstellung Wolfgang Buchta: scribere! zeichnen – aufzeichnen – schreiben in der Augusteerhalle der Bibliotheca Augusta eröffnet. Nach der Begrüßung durch den Bibliotheksdirektor Peter Burschel spricht Stefan Soltek, Leiter des Klingspor-Museums Offenbach, einführende Worte. Bis zum 10. Februar 2019 präsentiert die Herzog August Bibliothek zahlreiche Künstlerbücher und Druckgrafiken des Wiener Künstlers.

Wolfgang Buchta entwickelt Bildvorstellungen zu literarischen Vorlagen wie Texten von Franz Kafka, Edgar Allan Poe oder Herman Melville. Aus unzähligen haarfeinen, etwa mit der Kaltnadel gezogenen Linien entstehen filigrane, figürliche Bilderwelten. Zahlreiche Künstlerbücher Buchtas, wie das Buch Hiob (2016) oder die Unwegsamen Gebiete (1993-2003) sind Teil der Sammlung der Herzog August Bibliothek und werden in einer umfangreichen Werkschau neben weiteren Büchern und Druckgrafiken in den Räumen der Bibliotheca Augusta präsentiert. 

Wolfgang Buchta, Buch Hiob, 2016

 

Auf die Druckplatte zieht Buchta Linien, aus denen nicht nur Bilder entstehen, sondern auch der handschriftliche Text geformt wird. Das Schriftbild variiert, je nach textlicher Grundlage, in seiner Gestaltung. Geschriebenes und Gezeichnetes greifen ineinander. Neben dem Sehen, Lesen und Zusammenführen von Bild und Text bezieht der Maler und Druckgrafiker auch den Klang, den Geruch und die Haptik der verwendeten Materialien in die Gestaltung seiner Künstlerbücher mit ein. »Die Möglichkeit als Künstler alle Sinne anzusprechen«, so Buchta, »wird im Medium Buch ganz erfüllt.«

Auch der Faktor Zeit spielt in Buchtas Werken eine bedeutende Rolle. Die über Jahre gesammelten Eindrücke und im ständigen Wandel begriffenen Sichten auf die jeweilige Textgrundlage werden nach einem oftmals mehrjährigen Entstehungsprozess im Augenblick des Druckes fixiert. Als Zeitkapseln, wie Buchta sie nennt, umfassen sie die zahlreichen Augenblicke des künstlerischen Arbeitsprozesses.

Unwegsame Gebiete IV, 1998-2000

In den Unwegsamen Gebieten setzt sich Buchta mit der 1939 herausgegebenen Erzählung des walisischen Dichters Dylan Thomas, Map of Love (»Landkarte der Liebe«), auseinander, in welcher Beschreibungen der Natur und Landschaft mit der von Körperlichkeit untrennbar zusammenfallen. Auf der Handpresse entstehen von 1993 bis 2003 insgesamt fünf Zustände der Unwegsamen Gebiete in kleinster Auflage von jeweils sieben Exemplaren. Eine Besonderheit der immer wieder neuen Sichtweisen auf ein und dieselbe textliche Grundlage ist, dass der Künstler mit den Druckplatten des vorhergehenden Zustands weiterarbeitet. Linien werden ausgelöscht, vorangegangene Eindrücke werden überschrieben oder bleiben als Spur erhalten, um in der nächsten Umsetzung ganz subtil hervorzutreten.

 

Wolfgang Buchta (*1958) lebt und arbeitet in Wien. Er studiert von 1976-80 an der Akademie der bildenden Künste Wien. In den 1980er Jahren ist er Assistent der Meisterschule für Grafik und lehrt am Institut für Bildnerische Erziehung der Akademie. Seit 1990 ist er freischaffend tätig. Spezialisiert hat sich Buchta auf unterschiedliche Techniken der Druckgrafik (Kaltnadel, Radierung, Aquatinta und Lithografie).

Die Ausstellung ist vom 12. August 2018 bis zum 10. Februar 2019 in der Augusteerhalle, der Schatzkammer, dem Kabinett und im Malerbuchsaal der Bibliotheca Augusta zu sehen.