Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung

Den zweiten Forschungsschwerpunkt an der HAB, der Erforschung der Frühen Neuzeit, greifen die Publikationsreihen Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung und Wolfenbütteler Arbeiten zur Barockforschung auf.
In den Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung erscheinen Sammelbände mit den Ergebnissen von Tagungen, die von der HAB in Zusammenarbeit mit dem Wolfenbütteler Arbeitskreis für Renaissanceforschung organisiert werden. Monographische Untersuchungen finden ebenfalls Aufnahme in diese Reihe.

In der Reihe sind zuletzt erschienen: 

 

WAR 33: Wie fromm waren die Humanisten?

Wie fromm waren die Humanisten?

herausgegeben von Berndt Hamm und Thomas Kaufmann

Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung Bd. 33.
2016. 360 Seiten, 17 sw-Abb.
ISBN: 978-3-447-10490-6. € 84,– online bestellen

Die Beiträge des vorliegenden Bandes „Wie fromm waren die Humanisten?“ dokumentieren eine Tagung, die im Oktober 2013 an der Herzog August Bibliothek stattfand. Der Begriff ‚fromm‘ dient dabei als Stellvertretungsbegriff für ein ganzes Bündel von Fragerichtungen, die seit dem 19. Jahrhundert im Zentrum der Renaissance- und Humanismusforschung stehen: Wie christlich, religiös, pietätvoll, kirchlich oder theologisch waren Humanisten? Was war ihnen heilig, und wie war ihr Umgang mit dem Heiligen? Und umgekehrt: Wie unchristlich, ungläubig, pagan, unreligiös, säkular und verdiesseitigend waren Humanisten? Wie kritisch, frivol oder gar zynisch war ihr Umgang mit Religion, Christentum und Kirche? Die Aufsätze behandeln die Zeit vom frühen 14. bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts und zeigen am Beispiel zahlreicher humanistischer Leitfiguren, von Francesco Petrarca bis Giorgio Vasari, durch die Berücksichtigung verschiedenartiger europäischer Humanistenstädte und -regionen sowie durch eine große Breite der problemgeschichtlichen Zugänge, wie der Renaissance­humanismus auf höchst vielfältige und stark divergierende Weise einen religiösen Kulturwandel bewirkte. Dieser richtete sich generell nicht gegen das Christentum, sondern unterwarf die christliche Religiosität, die Kirche und die Konfessionen der neuartigen Normativität bestimmter Textcorpora der paganen und christlichen Antike. In dieser Weise waren die humanistischen Synthesen von Bildung und Religion ohne Weiteres mit spätmittelalterlichen Formen kirchenfrommer Devotion, von Kirchenkritik und Kirchenreform ebenso wie mit den Reformidealen der Reformation und des antireformatorischen Katholizismus zu vereinbaren. Die Beiträge des Bandes verdeutlichen so eindrucksvoll, welche Impulse von Humanisten für eine Umgestaltung des Christentums ausgingen und wie auch umgekehrt der Humanismus durch bestimmte Antriebskräfte des Christentums instrumentalisiert wurde.

 

 

WAR 32: Books for Captains and Captains in Books

Books for Captains and Captains in Books
Shaping the Perfect Military Commander in Early Modern Europe

edited by Marco Faini and Maria Elena Severini

Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung Bd. 32.
2016. 192 Seiten mit 27 s/w-Abb.
ISBN: 978-3-447-10489-0. € 58,– online bestellen

This volume collects the papers presented at the conference Books for Captains and Captains in books. Italo-German Conference on the training and image of the military leader during the Renaissance, held at the Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel from 24th to 25th February, 2014.
The essays explore at length why and how the captain became the subject of a series of new discourses. The present volume therefore proves an extensive insight into an understudied, if not neglected, subject. It investigates the rise of the captain in early modern Europe through a wide variety of sources: treatises, poems, books of precepts, translations from the classics, and visual sources. While the focus of this collection is mainly on Italy, the articles here collected stress the relevance of cultural transfer to and from Germany, while taking into account also other countries, such as France, Poland and Spain. The interdisciplinary approach allows the successful reconstruction of the figure of the captain, in order to understand the reasons of its rise, and to explain its multifarious representations. This collection of studies also enables us to investigate some of the most crucial historiographical questions concerning early modern Europe (i.e. the role of the Counter Reformation or the issue of social mobility) from new perspectives. Books for Captains and Captains in Books will certainly pave the way for future research into this fascinating and complex topic.

 

 

WAR 31: Giovanni Boccaccio in Europa

Giovanni Boccaccio in Europa
Studien zu seiner Rezeption in Spätmittelalter und Früher Neuzeit

herausgegeben von Achim Aurnhammer und Rainer Stillers

Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung Bd. 31.
2014. 416 Seiten mit 40 s/w- und 10 Farbabb.
ISBN: 978-3-447-10018-2. € 98,– online bestellen

Giovanni Boccaccio (1313-1375) ist ein Archeget der europäischen Renaissance. Indem er Themen, Formen und Gattungen mittelalterlichen und antiken Erzählens für ein neues Literaturverständnis und ein neues Menschenbild erschloss, gab er der Entfaltung des lateinischen und volkssprachlichen Humanismus weit über Italien hinaus wichtige Impulse. Die europäische Rezeption Boccaccios in spätem Mittelalter und Früher Neuzeit erklärt sich durch seine innovative Synthese und Transformation höfischer wie städtischer Erzähltraditionen, mit denen er das Individuum in den Mittelpunkt rückte. Die exemplarischen Untersuchungen des vorliegenden Bandes gelten dem doppelten Wirkungsaspekt Boccaccios – als Erzähler und als Humanist.  Zur Sprache kommt neben der ‚Ausstrahlung‘ des Autors auf die italienische und andere europäische Literaturen (v.a. die deutsche, französische, spanische, englische) auch seine Wirkung auf die bildenden Künste und die Musik. Die interdisziplinäre Ausrichtung dieses Bandes eröffnet die Chance, auch Werke und Wirkungsaspekte Boccaccios in den Blick zu nehmen, die in der Rezeptionsforschung bisher vernachlässigt wurden. Damit soll der Band, der auf ein Arbeitsgespräch zurückgeht, das im Oktober 2011 an der Herzog August Bibliothek stattfand, der gegenwärtigen und künftigen, internationalen und interdisziplinären Boccaccio-Forschung neue Impulse geben.

 

 

WAR 30: Armut in der Renaissance

Armut in der Renaissance

herausgegeben von Klaus Bergdolt, Lothar Schmitt und Andreas Tönnesmann

Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung Bd. 30.
2013. 336 Seiten mit 74 s/w- und 10 Farbabb. und 5 Tabellen
ISBN: 978-3-447-10017-5. € 92,– online bestellen

Armut hat dort, wo sie sich während der Renaissance mit ihren vielen Gesichtern zeigte, immer wieder historisch fassbare, zeittypische Reaktionen hervorgerufen. Die in christlicher Glaubenspraxis und sozialem Handeln verankerte Armenfürsorge war dies- und jenseits der Alpen ein bedeutendes Bewährungsfeld der nachmittelalterlichen Gesellschaft. Im Zuge der Reformation mussten dafür vielerorts grundlegend neue Organisationsweisen gefunden werden.
Wie jedoch wurden in Italien und im Alten Reich vom 14. bis zum 18. Jahrhundert entsprechende individuelle und kollektive Formen entwickelt, Armut zu lindern, aber auch unerwünschte Begleiterscheinungen zu regulieren? Dieser Frage hat sich im Wolfenbütteler Arbeitskreis für Renaissanceforschung ein internationales Expertenteam gewidmet. Die im vorliegenden Band vereinten Ergebnisse beruhen einerseits auf prägnanten Fallstudien, andererseits auf der Auswertung umfassender Archivbestände. Sie machen deutlich, welche sozialen Herausforderungen mit Armut einhergingen und wie ihnen mit karitativen Mitteln begegnet wurde. Sie zeigen überdies, dass in Texten, Bildern und Bauten ästhetische Positionen erprobt wurden, um der Armut im kulturellen Diskurs der Epoche Ausdruck zu verleihen. Denn da die anonyme Masse der Armen in Quellen nur selten zu Wort kommt, bieten auch literarische, künstlerische und architektonische Zeugnisse einen weiteren wertvollen Zugang zum Armutsverständnis der frühen Neuzeit.

 

 

WAR 29: The Palatine Wedding of 1613

The Palatine Wedding of 1613
Protestant Alliance and Court Festival

edited by Mara R. Wade and Sara Smart

Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung Bd. 29.
2013. 662 Seiten mit 84 s/w- und 21 Farbabb.
ISBN: 978-3-447-10014-4. € 108,– online bestellen

The wedding in 1613 of Elizabeth Stuart and Elector Palatine Fried­rich V was an event of immense diplomatic, confessional, and cultural significance. This volume, the first interdisciplinary treatment of this celebration of Protestant union, is unique in the scope of its approach to the magnificent spectacles, beginning in London and ending in Hei­delberg, that were staged to mark the occasion. The study situates the wedding in its broadest context, exploring the pan-Protestant hopes it inspired and the rich cultural exchange it triggered.
The editors have assembled a team of international contributors whose wide-ranging expertise integrates the pan-European aspects of the topic in a way that no single monograph could accomplish. The twenty-three contributions introduce new archival and prin­ted source materials, offering a wealth of fresh insights. Among the aspects addressed here are Elizabeth’s childhood, the diverse literary expression that accompanied the marriage, and the issue of court ce­remonial, in this case with an added gender aspect in that the bride claimed precedence over her husband. Analysis of diplomatic corre­spondence and city records reveals external views on the alliance. A particular strength of the volume is its polycentric view, showing the connections linking Scotland, Denmark, the Netherlands, and the Palatinate. The detailed scholarship is animated by illustrations, many of them little known.
The volume addresses a broad audience – scholarly as well as general – across a range of disciplines and intersecting interests.

 

 

WAR 28: Heroen und Heroisierungen in der Renaissance

Heroen und Heroisierungen in der Renaissance

herausgegeben von Achim Aurnhammer und Manfred Pfister

Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung Bd. 28.
2013. 340 Seiten mit 44 s/w-Abb.
ISBN: 978-3-447-06772-0. € 88,- online bestellen

In der Renaissance kam es europaweit zu einer grundsätzlichen Neubewertung und Pluralisierung des Heroischen: Einerseits setzte eine intensive Wiederbelebung antiker Helden-Vorstellungen ein, die nicht zuletzt die fürstliche und monarchische Selbstdarstellung prägte; andererseits erschütterte die Konfessionsspaltung den etablierten Kanon von Werten, an denen sich heroische Leistung messen ließ, und wuchs die Skepsis gegenüber einem nur militärischen Heldenkodex.
Die Beiträge des interdisziplinären Sammelbandes untersuchen die Konstruktion und die medialen Bedingungen von Helden-Bildern in Geschichte, Kunst, Literatur und Wissenschaft der Renaissance: Figuren wie Herrscher und Krieger, heroische Frauen, humanistische Geisteshelden, Reformatoren und Heilige zeigen die synchrone Vielfalt in dieser Schlüsselepoche des europäischen Heldendiskurses.

 

 

WAR 27: Dialoge zwischen Wissenschaft, Kunst und
Literatur in der Renaissance

Dialoge zwischen Wissenschaft, Kunst und
Literatur in der Renaissance

herausgegeben von Klaus Bergdolt und Manfred Pfister

Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung Bd. 27.
2011. 332 Seiten mit 31 s/w-Abb.
ISBN: 978-3-447-06605-1. € 84,– online bestellen

In der Renaissance tritt der Dialog zwischen den Naturwissenschaften, den Künsten und der Literatur in eine besonders intensive Phase ein. Dies wird dadurch begünstigt, dass sich in diesem Zeitraum Wissenschaft im modernen Wortsinn erst allmählich von den artes zu autonomisieren beginnt. Zahlreiche Renaissance-Gelehrte, -Wissenschaftler und -Künstler wie Vesalius, Galilei oder Bacon strebten nach dem Bildungsideal des ‚uomo universale‘ und vertraten die beiden noch nicht scharf getrennten Wissenskulturen in Personalunion oder zeigten doch zumindest, wie etwa Shakespeare, Leonardo da Vinci oder Montaigne, ein starkes Interesse am jeweils anderen Bereich. Dieser intensive Dialog zwischen den verschiedenen Wissenschaften und Künsten ist ein europäisches Phänomen, und entsprechend versammelt der vorliegende interdisziplinäre Band Beiträge von vierzehn internationalen Renaissance-Experten in deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache.

 

 

WAR 26: Sebastian Brant und die Kommunikationskultur
um 1500

Sebastian Brant und die Kommunikationskultur um 1500

herausgegeben von Klaus Bergdolt, Joachim Knape, Anton Schindling und Gerrit Walther

Wolfenbütteler Abhandlungen zur Renaissanceforschung Bd. 26.
2010. 428 Seiten mit 42 s/w- und 4 Farbabb.
ISBN: 978-3-447-06300-5. € 98,– online bestellen

Der Band vereinigt die Beiträge von dreizehn Renaissance-Experten, die sich zu Leben, Werk und Wirken Sebastian Brants (1457–1521) äußern und dabei seine wichtige und zugleich ambivalente Rolle in der Intellectual History seiner Epoche neu ausleuchten. Dieser um 1500 in Europa berühmteste deutsche Autor, zunächst Basler Juraprofessor, dann Kanzler der Freien Reichsstadt Straßburg, erhebt seine Stimme in allen wichtigen politischen und kulturellen Diskursen seiner Zeit. Er ist der Prototyp des im Leben stehenden Humanisten und wird am Vorabend der Reformation als Dichter (insbesondere durch sein Narrenschiff), als Humanist, Jurist und Reichspropagandist Kaiser Maximilians I. zu einem der führenden Intellektuellen seiner Zeit.