Wolfenbütteler Mittelalter-Studien

Mit dieser Reihe ist eine Publikationsmöglichkeit für die Ergebnisse eines Forschungsschwerpunkts an der HAB geschaffen worden, der sich auch in Tagungen des Mediävistischen Arbeitskreises an der Herzog August Bibliothek niederschlägt. Neben Sammelbänden mit den Ergebnissen von Tagungen sind hier auch monographische Untersuchungen zu finden, die einen engen Bezug zu den Beständen der HAB haben.

In der Reihe sind zuletzt erschienen:

 

WMS 22: Die Handschriften der Schule von Luxeuil

Die Handschriften der Schule von Luxeuil
Kunst und Ikonographie eines frühmittelalterlichen Skriptoriums

von Babette Tewes

Wolfenbütteler Mittelalter-Studien 22.
2011. 346 S. mit 65 Farbabb. und 226 s/w-Abb.
ISBN: 978-3-447-06404-0. € 98,– online bestellen

Die um 700 zu datierende Schreibschule von Luxeuil steht am Beginn der vorkarolingischen Buchmalerei, für deren Entwicklung sie eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. In dem Skriptorium des von dem Iren Columban gegründeten Klosters und wichtigen kirchenpolitischen Zentrums im Frankenreich sind zahlreiche Handschriften eines ganz eigenen Stils entstanden, von denen gut zwei Dutzend teils fragmentarisch überliefert sind. Die Codices, in einigen Fällen mit einleitenden Zierseiten und zahlreichen Initialen farbig ausgestattet, stehen nach dem Niedergang der Antike am Anfang einer neuen europäischen Kunst, die sich unter Karl dem Großen in der karolingischen Renaissance zur vollen Blüte entfalten sollte.
Die vorliegende Studie ist die erste ausführliche monographische Untersuchung des Skriptoriums von Luxeuil. Sie stellt in einem umfassenden Katalog alle Handschriften der Schule zusammen und vergleicht sie mit der Kunst der Zeit. Kunsthistorische Aspekte stehen dabei im Vordergrund, erörtert werden jedoch ebenfalls Fragen des historischen Umfelds, der Paläographie, der Buchwissenschaften und der Kirchengeschichte. Die Vorläufer der vorkarolingischen Kunst werden diskutiert und eine Stilanalyse der künstlerischen Ausstattung der Handschriften vorgenommen, durch die erstmals verschiedene Schreiberhände eindeutig getrennt und eine relative Chronologie der Handschriften aufgestellt werden kann. Darüber hinaus wird der Text von einem umfangreichen Abbildungsteil begleitet. Die Studie schließt damit eine lange offene Forschungslücke und kann als grundlegend für die Erforschung der vorkarolingischen Buchmalerei angesehen werden.