Arznei und Konfekt. Medikale Kultur am Wolfenbütteler Hof 1560-1714

Das Projekt soll einen präzisen Einblick in die Aktivitäten und Vernetzungen einer frühneuzeitlichen Hofapotheke im Rahmen von medikaler Kultur, Gesundheitsversorgung und Gelehrtenkultur geben. Das Beispiel der Wolfenbütteler Hofapotheke bietet sich aufgrund eines bislang unausgewerteten Archivbestandes an, die Versorgung des Hofes mit Waren verschiedenster Art nachweisen. Das Projekt versteht sich als innovative Erforschung frühneuzeitlicher materieller und medikaler Kultur an einem Fürstenhof und in seinem Umfeld. Die Substanzen werden bestimmt und historisch erläutert, um Aufschlüsse über Medikamentenkonsum und Selbstmedikation am Hof zu erhalten. Einige signifikante Beispiele für die Verwendung von Substanzen, welche aus der Hofapotheke stammen, vertiefen den Einblick in die dreifache Funktion der Apotheke als Lieferant von Heilmitteln, „Luxusgütern” und Materialien für naturwissenschaftliche Experimente.

Ziel des Projekts ist die Erstellung einer Monographie zur medikalen Kultur am Wolfenbütteler Hof im 17. Jahrhundert. In einem zusammenfassenden ersten Teil sollen die Funktionen einer frühneuzeitlichen Apotheke konkret beschrieben werden. In einem zweiten Teil werden repräsentative Beispiele für die Beziehungen zwischen Apotheker, Arzt und Fürst gegeben und kommentiert. Es soll dargestellt werden, inwieweit die Apotheke nicht nur Lieferant für Arznei war, sondern auch für Substanzen, die das höfische Leben oder naturwissenschaftliche Experimente erforderten. Die anhand der Apothekenrechnungen erarbeiteten Datenbanken (1. Lieferungen aus der Hofapotheke und 2. Glossar verwendeter Präparate und Substanzen) werden von der Herzog August Bibliothek im Internet zugänglich gemacht.

Publikationen

Gabriele Wacker: Arznei und Confect. Medikale Kultur am Wolfenbütteler Hof im 16. und 17. Jahrhundert (Wolfenbütteler Forschungen 134), Wiesbaden .
OPAC  Veröffentlichungen HAB

 


Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft