Das druckgrafische Porträt in der Gelehrtenkultur der Frühen Neuzeit

Satirisches Bildnis des Chrisostome Matanasius,
Radierung u. Punktiermanier, in: Thémiseul de Saint-Hyacinthe:
Le chef-d’oeuvre d’un inconnu, La Haye: o.D. 1714. HAB: M:
Lm 3974.

In der Frühen Neuzeit gehörten druckgrafische Porträts zu den „Mitteln in der gelehrten Welt berühmt zu werden“ (Ch. L. von Hagedorn). Ihre Kombination von Bild und Text machte sie zu komplexen Informationsträgern, die aufgrund ihrer technischen Reproduzierbarkeit weit über den sozialen Nahraum der dargestellten Person hinaus zirkulierten. Das Projekt befasst sich mit der Rolle druckgrafischer Porträts in der Imagepolitik vornehmlich deutschsprachiger Gelehrter zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert. Untersucht werden die Funktionen Porträts als Medium der Selbstdarstellung und -konstruktion, als Instrument der Prestigeproduktion sowie als soziale Währung innerhalb der respublica litteraria. Die Motive und Bedingungen der Herstellung werden ebenso in die Betrachtung einbezogen wie die beteiligten Akteure, die Adressaten der Bilder, die merkantilen und postalischen Wege ihrer Verbreitung sowie die Praktiken der Kritik, der Zensur und der Diffamierung.

 


Finanzierung: Haushalt
Laufzeit: Januar 2020 – Dezember 2023
Bearbeiter: Dr. Hole Rößler
Tel. 05331-808-202, Fax -277