Digitale Edition und Kommentierung der Tagebücher des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg (1599-1656)

Fürst Christian II. von Anhalt-Bernburg (1599-1656)
Ölgemälde (spätes 18. Jh. nach einer älteren Vorlage)
Museum Schloss Bernburg, Gemäldesammlung, VIa/59/44

In Kooperation mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Die digitale Edition der Tagebücher des reformierten Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg (1599–1656) wird einen quantitativ wie qualitativ einzigartigen Brennspiegel der deutschen und europäischen Geschichte sowie der vielfältigen Diskurse im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges erschließen. Das von 1621 bis 1656 nahezu durchgängig geführte Tagebuch des Fürsten Christian II., heute verwahrt im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Abt. Dessau, umfasst 23 Bände mit ca. 17.400 zumeist eigenhändig beschriebenen Seiten. Das Diarium begleitet die Periode des Dreißigjährigen Krieges und ragt aufgrund seiner thematischen Fülle, seiner Selbstreflexivität, feinsinnigen Bildungsrhetorik und Expressivität weit über alle bekannten deutschen Selbstzeugnisse der Epoche hinaus. Es stellt einen enormen Fundus an vielschichtigen historischen Informationen bereit, welcher die Frühneuzeitforschung in allen ihren Facetten inspirieren kann (autobiographisches Schreiben; Politik- und Kriegsgeschichte; Sozial- und Alltagsgeschichte; Geschlechtergeschichte; Geschichte des Adels; Kultur-, Sprach- und Literaturgeschichte; Konfessionalisierung; Geschichte der Emotionen und des Traumes).

Das Projekt wird von der HAB in Kooperation mit Prof. Dr. Ronald Asch und Dr. Arndt Schreiber (Universität Freiburg) durchgeführt und ist im Rahmen eines DFG-Langfristvorhabens auf zwölf Jahre angelegt.

Die digitale Edition besteht aus einer XML-codierten Transkription, die sowohl für die Benutzung am Bildschirm als auch zum Ausdruck aufbereitet wird. Farbscans der Vorlage können synoptisch neben der Webpräsentation angezeigt werden. Ergänzt wird der Transkriptionstext durch Regesten, Jahrgangseinführungen, Kommentierungen, Übersetzungen der zahlreichen fremdsprachigen Passagen, mehrere Register und ein Glossar der unverständlichen Wörter der Sprache Christians II. Ein Internetportal bietet einführende Informationen, Bild- und Kartenmaterial sowie zeitliche und geographische Visualisierungen des Inhalts. Das Projekt wird von einem wissenschaftlichen Beratungsgremium begleitet.

PURL: http://diglib.hab.de/?link=043

 


Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
aktuelle Laufzeit: November 2013 – Oktober 2022
Bearbeiter: Dr. Andreas Herz, Dr. Alexander Zirr, Maximilian Görmar (HAB); Dr. Arndt Schreiber, Anna-Maria Blank (WHK) (Freiburg)
Projektgruppe (HAB): Prof. Dr. Ulrike Gleixner, Torsten Schaßan
Tel. 05331-808-233, -246, -130, Fax -277