Edition und Kommentierung der Litauischen Postille von 1573

Die erste bisher bekannte litauische Predigtensammlung ist die Handschrift der evangelischen Litauischen Postille von 1573, auch "Wolfenbütteler Postille" genannt: Ischguldimas evangeliu per wisus mettus. Das weltweit einzige Exemplar wird in der Herzog August Bibliothek aufbewahrt.

Die Postille stellt einen der längsten zusammenhängenden litauischen Texte des 16. Jahrhunderts dar (299 Blätter in folio) und ist somit ein Sprachdenkmal von unschätzbarem Wert. Die Postille besteht aus zwei Teilen: 29 Predigten von Advent bis Ostern und 41 von Ostern bis Advent. Die Predigtensammlung ist eine Übersetzung von mehr als zehn Autoren (hinter 31 Predigten stehen Autorennamen als Quellenangaben). Die Predigten wurden aus dem Lateinischen übersetzt.
Die Edition und Kommentierung der Postille soll das Werk treu transkribieren und es als literarisches, sprachgeschichtliches und kulturhistorisches Dokument erschließen.

Im Verbindung mit dem Projekt fand eine Ausstellung statt, zu der im Internet ein Katalog erschienen ist.

Publikationen

Die kritische Edition liegt seit 2008 im Druck vor: Die litauische "Wolfenbütteler Postille" von 1573, hrsg. von Jolanta Gelumbeckaite, Bd. 1: Faksimile, kritische Edition und textkritischer Apparat, Bd. 2: Einleitung, Kommentar und Register (Wolfenbütteler Forschungen 118), Wiesbaden 2008.
OPAC Homepage des Verlags

_____________________________________________________________________________________________
Finanzierung: Fritz Thyssen Stiftung Köln, Marga und Kurt Möllgaard Stiftung, Gerda Henkel Stiftung
Projektbetreuer: Prof. Dr. Jost Gippert (Frankfurt)
Bearbeiterin: Dr. Jolanta Gelumbeckaite