Katalogisierung der mittelalterlichen Handschriften der Stadtbibliothek Lübeck

Besitzkennzeichen von Lübecker Handschriften

Die Stadtbibliothek Lübeck beherbergt mehr als 1700 Handschriften, davon stammen ca. 360 aus dem Mittelalter. Diese sollen in dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Projekt nach modernem Standard wissenschaftlich erschlossen werden. Die Handschriftenbeschreibungen werden sowohl online als auch in gedruckter Form zugänglich sein. In der bewilligten Projektphase wird der erste Teil der lateinisch-theologischen Handschriften bearbeitet.

Die um 1616 gegründete Stadtbibliothek Lübeck erhielt ihren Fundus aus den Beständen der Kirchen- und Klosterbibliotheken sowie der Ratsbibliothek. Ein weiterer Teil kam mit der Säkularisation aus der Dombibliothek, dem St. Johannis- und St. Annen-Kloster sowie dem ehemaligen Michaeliskonvent der Schwestern vom Gemeinsamen Leben in die Stadtbibliothek. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Bestände aus Sicherheitsgründen in Salzbergwerke in Ostdeutschland ausgelagert. Die mit dem Ende des Krieges in der sowjetischen Besatzungszone lagernden Bücher wurden teilweise in die Sowjetunion verbracht und erst ab Ende der 1980er Jahren zurückgeführt.

Die Katalogisierung erfolgt im Format TEI-P5, es werden die im Rahmen des Europeana Regia-Projektes erarbeiteten Richtlinien angewendet. Die Publikation der aktuellen Projektergebnisse erfolgt in der Handschriftendatenbank der HAB. Gleichzeitig werden die Beschreibungen in Manuscripta Mediaevalia nachgewiesen. Die bei der Beschreibung und Bestimmung der Einbände erhobenen Daten fließen in die ebenfalls von der DFG geförderte Einbanddatenbank ein. Wasserzeichen werden mit dem Infrarotaufnahmegerät ATWISE erfasst und nach ihrer Bestimmung in das Wasserzeicheninformationssystem WZIS eingegeben.

PURL: http://diglib.hab.de/?link=102


Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit: September 2019 – August 2022
Bearbeiterin: Dr. Kerstin Schnabel
Tel. 05331-808-116, Fax -165