Konversion handschriftlicher Bestandskataloge der Stadtbibliothek Lübeck

Cat. manuscr. 102, fol. 106r

Projekt der Herzog August Bibliothek in Kooperation mit der Stadtbibliothek Lübeck

Ziel des Projektes ist die digitale Edition von ungedruckten Handschriftenbeschreibungen aus dem frühen 20. Jahrhundert und damit die Erschließung des gesamten frühneuzeitlichen Handschriftenbestands der Stadtbibliothek Lübeck durch online verfügbare Metadaten.

Die Handschriftenbestände der um 1620 gegründeten Stadtbibliothek Lübeck gehören mit gegenwärtig 1710 Stücken zu den bedeutendsten historischen Altbeständen in Norddeutschland. Davon stammen 363 Codices aus dem Mittelalter und 1347 aus der frühen Neuzeit. Die Bestände haben am Ende des Zweiten Weltkrieges erhebliche Verluste erlitten. Unter anderem wurden umfangreiche Teilbestände in die damalige Sowjetunion verbracht. Davon gelangte nach 1990 zumindest ein Teil wieder zurück nach Lübeck.

Die Handschriften sind sowohl für die Geschichte Lübecks und des gesamten Ostseeraums als auch für die Wissenschaftsgeschichte (Rechtsgeschichte, Geschichte der Naturwissenschaften), für Kirchengeschichte und Geschichte der niederdeutschen und lateinischen Literatur und Bildung von großer Relevanz. Sie sind ein bislang weitgehend ungehobener Schatz und harren der wissenschaftlichen Erschließung und Erforschung, denn bislang liegt nur für die deutschen theologischen Handschriften ein gedruckter Katalog aus dem Jahr 1922 vor. Die übrigen Bestände sind durch handschriftliche Kataloge mehrerer Autoren des frühen 20. Jahrhunderts relativ gut erschlossen, die Kataloge sind aber nur lokal verfügbar.

Daher sieht das Projekt vor, die handschriftlichen Kataloge aus dem frühen 20. Jahrhundert online zur Verfügung zu stellen. Die digitale Erschließung bietet bei vergleichsweise geringem Aufwand einen hohen Mehrwert für die Forschung und die interessierte Öffentlichkeit und kann gegebenenfalls später leicht ergänzt und erweitert werden. Darüber hinaus ist die Erfassung der verlorenen Stücke möglich – katalogisiert sind 2271 Handschriften –, womit ein historischer Besitzstand abgebildet wird, der zu Forschung und Recherche einlädt. In einem weiteren Schritt ist die wissenschaftliche Tiefenerschließung der mittelalterlichen Handschriften nach den Richtlinien der DFG vorgesehen, die allerdings einen erheblich größeren Zeitumfang erfordert.

Die handschriftlichen Kataloge zu den Handschriftenbeständen wurden in Eigenleistung der Stadtbibliothek Lübeck vollständig digitalisiert und online auf den Internetseiten der Stadtbibliothek publiziert:

  • Cat. manuscr. 102 (histor. Handschriften)
  • Cat. manuscr. 103 (jurist. Handschriften)
  • Cat. manuscr. 104 (Lubecensien + Register)
  • Cat. manuscr. 105 und 106 (Gustav Sack: mathemat., naturwiss. und technolog. Handschriften)
  • Cat. manuscr. 107 (Franz Weber: philolog. Handschriften)
  • Cat. manuscr. 108 (Paul Hagen: dt. theolog. Handschriften)
  • Cat. manuscr. 109 (Franz Weber: lat. theolog., philosoph. Handschriften + Register)

 

PURL: http://diglib.hab.de/?link=083

 


Finanzierung: Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung
Laufzeit: Mai 2017 – Mai 2019
Bearbeiterin: Anne Harnisch
Tel. 05331-808-126, Fax -165