Ornament und Instrument: Funktionsgeschichte einer frühneuzeitlichen Universitätsbibliothek am Beispiel Helmstedt (1576–1810)

Sammlungsorte der Universitätsbibliothek Helmstedt:
Das Juleum und angrenzende Flügel (Foto: B.-J. Kruse)

Die Universität Helmstedt verfügte über eine der größten und wertvollsten Bibliotheken des Reiches. In die sukzessive ergänzte Sammlung wurden Hand- und Druckschriften aus Klosterbibliotheken, Universitätsschriften, Nachlässe bedeutender Gelehrter, Schenkungen von Gemälden und wissenschaftlichen Geräten integriert. Größeren Zuwachs erfuhr die repräsentative Kollektion 1618 durch den Transfer der ‚Bibliotheca Julia‘ aus Wolfenbüttel und um 1704 mit der ‚Bibliotheca Rudolphea‘. Anfang des 18. Jahrhunderts umfasste der Bibliotheksbestand ca. 80.000 Bände. Er verteilte sich auf den Bibliotheksraum im Juleum, die angrenzende Aula und den Ostflügel des Universitätskomplexes. Ausgehend von den seit der Auflösung der Bibliothek (1810) heute vor allem in der HAB vorhandenen Büchern und vielfältigen Schriftstücken im Bibliotheksarchiv wird auf breiter Datenbasis, u.a. Korrespondenzen, Grundrisse, fürstliche Erlässe, Rechnungen und Reiseberichte, eine virtuelle Rekonstruktion der Bibliotheksräume und ihrer Ausstattung durchgeführt. Im Kontext bereits erforschter Kunst-, Naturalien- und Preziosensammlungen und im Vergleich mit Privatbibliotheken Helmstedter Professoren soll die Praktikabilität der Sammlung für Literaturversorgung und Unterrichtsvorbereitung Lehrender und Studierender untersucht werden.

Die entstehende Monographie konzentriert sich auf ausgewählte, für die Funktion von Büchersammlungen an frühneuzeitlichen Universitäten signifikante Aspekte der Helmstedter Bibliotheksgeschichte. Neben der Erwerbung und Katalogisierung durch Bibliothekare und Bibliothekssekretäre werden die sehr gut dokumentierten räumlichen Veränderungen und Bestandsaufnahmen um 1769 beschrieben.

Die Untersuchung führt Forschungsinteressen der HAB fort: Im Projekt „Wissensproduktion an der Universität Helmstedt“ entstanden verschiedene Studien zur Universitätsgeschichte, ein Internetportal sowie Erschließungs- und Digitalisierungsprojekte.

Dieses Projekt ist Teil des Forschungsschwerpunktes der Herzog August Bibliothek zur Geschichte der Universität Helmstedt. Weitere Projekte zu diesem Thema finden Sie hier:


PURL: http://diglib.hab.de/?link=072


Finanzierung: PRO*Niedersachsen (MWK)
Laufzeit: Januar 2016 – März 2020
Bearbeiterin: PD Dr. Britta-Juliane Kruse
Tel. 05331-808-242, Fax: -277