Promotionsprogramm: Wissensspeicher und Argumentationsarsenal. Funktionen der Bibliothek in den kulturellen Zentren der Frühen Neuzeit

Stipendiatinnen und Stipendiaten der ersten Auswahlrunde im Juni 2015
in Wolfenbüttel

Gemeinsames Graduiertenkolleg des Interdisziplinären Instituts für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN) an der Universität Osnabrück und der Herzog August Bibliothek, gefördert vom Land Niedersachsen

Eine Büchersammlung, die den Namen Bibliothek verdient, ist immer mehr als eine zufällige Anhäufung von Büchern. Man kann eine Bibliothek als ein schier unendliches ideengeschichtliches Reservoir betrachten, in dem Konstanz und Wandel von Wertvorstellungen und Kontroversen enthalten sind. In den kulturellen Zentren der Frühen Neuzeit fungiert eine Bibliothek sowohl als Wissensspeicher als auch als Arsenal für Argumente in den großen, mit Verve und Leidenschaft geführten epochalen intellektuellen Ausein­ander­setzungen der Vormoderne.

Stipendiatinnen und Stipendiaten der zweiten Auswahlrunde im Oktober 2015
in Wolfenbüttel

Auf dieses dynamische Element in einer auf den ersten Blick statischen Institution wie der Bibliothek konzentriert sich das Graduierten- kolleg, welches das Interdisziplinäre Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN) an der Universität Osnabrück gemeinsam mit der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel durchführt. Die zwölf Doktorandinnen und Doktoranden promovieren an der Universität Osnabrück und arbeiten intensiv mit den Beständen der HAB. Die Betreuung erfolgt in Teams bestehend aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Osnabrück und der HAB.

Derzeit geförderte Projekte

Name Thema Fach
Isabelle Bosch Rezeption von Querelle des femmes – Literatur in Bibliotheken fürstlicher und bürgerlicher Frauen in Deutschland Romanistik
Katharina Therese Gietkowski Die Kunstliteratur in der Sammlung von Herzog Anton Ulrich (1633–1714) in der HAB Wolfenbüttel Kunstgeschichte
Hanne Grießmann
Die Bibliothek im Buch – Mittelniederdeutsche Gebetbücher aus den Augustiner-Chorfrauenstiften Marienberg vor Helmstedt und Heiningen bei Wolfenbüttel Ältere deutsche Literatur
Katja Jensch Die Bibliothek des Wismarer Tribunals Geschichte der Frühen Neuzeit
Katharina Koitz
Dissente Körper. Die Metaphorik des Kranken in erbaulichen und kontrovers-theologischen Schriften zur Zeit der Konfessions-bildung um 1600 Geschichte der Frühen Neuzeit
Anna Lingnau Die Auswertung der Privatbibliothek des Friedrich Rudolf Ludwig Freiherr von Canitz (1654-1699) im Spiegel des politischen und kulturellen Klimas am Hofe des Großen Kurfürsten Geschichte der Frühen Neuzeit
Tobias Schlingmann Hispanica Guelpherbytana – Spanische Drucke aus dem Bestand der HAB und ihre Bedeutung für den spanisch-deutschen Kulturtransfer Hispanistik
Maria Schmiegelt-Unland Die Privatbibliothek des Freiherrn Wolfgang Heribert von Dalberg (1750–1806) Germanistik
Rieke Schole Der Feind im eigenen Lager. Die Auseinandersetzung mit der „anderen” Konfession in Bibliotheken der Frühen Neuzeit Geschichte der Frühen Neuzeit
Marco Yari Tarantino Hartmann Schedels astrologische Manuskripte Latinistik
Christine Maria Vogl Lesen, Exzerpieren, Schreiben. Zur Bedeutung von Bibliotheken und Quellen für die Genese von Lessings Laokoon-Projekt Germanistik
Julian zur Lage
Die Welt in Büchern. Bibliotheken als Orte globalen Wissens im 18. Jahrhundert Geschichte der Frühen Neuzeit

 

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Ansprechpartnerin HAB: Prof. Dr. Ulrike Gleixner
Tel. 05331-808-246, Fax -277
Ansprechpartner IKFN: Prof. Dr. Wolfgang Adam
Finanzierung: Land Niedersachsen, Promotionsprogramm
Laufzeit: April 2015 – September 2018