Theatrum-Literatur der Frühen Neuzeit · Welt und Wissen auf der Bühne

Ziel des Kooperationsprojektes der Universität Kassel (Institut für Germanistik) und der Herzog August Bibliothek ist die Digitalisierung und Analyse der so genannten Theatrum-Literatur. Sie bildet ein Kernsegment der enzyklopädischen, kompilatorischen und polyhistorischen Wissensliteratur Mittel- und Westeuropas in der Frühen Neuzeit. Im Zeitraum zwischen 1500 und 1800 wurden hunderte von lateinischen und volkssprachlichen Theatrum-, Schauplatz- und Schaubühnen-Titeln publiziert, die sich der räumlichen Titelmetapher zur Konstruktion, Disposition und Kommunikation von Wissen bedienen. Zugleich wird durch die Kooperation von Bibliothek und Universität modellhaft ein Forschungsraum eröffnet, in dem Quellen, ihre Erschließung und Forschungsergebnisse hypertextuell integriert und neue
Zugangsbedingungen zu bisher disparat vorliegenden Materialien und Arbeitsergebnissen geschaffen werden.

Im Rahmen der geplanten Erschließung der theatralen Textkultur der Frühen Neuzeit sollen Prozesse und Modi der Wissensorganisation und -disposition analysiert werden. Dabei kommt den Aspekten der Akkumulation, Systematisierung, Selektion, Vermittlung und Visualisierung von Wissen sowie der historischen Konstitution eines noch unabgeschlossenen Wissensbegriffs zentrale Bedeutung zu.

Das Projekt führt eine interdisziplinäre Forschergruppe aus Germanist/innen und Historiker/innen gemeinsam mit der HAB und der Universität Kassel durch.

Hauptzweck des Projekts ist der Aufbau eines Theatrum-Portals, das folgende Elemente umfasst:

  • eine bibliographische Dokumentation sämtlicher nachweisbarer Theatrum-Werke
  • die Bereitstellung eines Quellenkorpus sowie Repertoriums von ca. 200 repräsentativen, wissens- und wissenschaftsgeschichtlich relevanten Theatrum-Werken
  • ein Forschungsportal (u.a. zur Publikation von Kolloquiumsbeiträgen)
  • einen durch die Verlinkung von digitalisierten Primärtexten und Forschungsergebnissen generierten Hypertext.

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Kontakt: Prof. Dr. Nikola Roßbach (Universität Kassel)
Kontakt: Dr. Thomas Stäcker (HAB)