Kupferstichkabinett online Konferenz

Entwicklungen, Ergebnisse, Perspektiven

Internationale Tagung der Herzog August Bibliothek und des Herzog Anton Ulrich-Museums zu Graphik-Datenbanken im Internet

Wolfenbüttel und Braunschweig, 14.-16. März 2011

Mit großzügiger Förderung durch die Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung

 

 

 

 

Im Frühjahr 2011 werden das Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig und die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel in ihrer gemeinsamen Online-Datenbank ‘Virtuelles Kupferstichkabinett’ (www.virtuelles-kupferstichkabinett.de) rund 40.000 Blatt Druckgraphik aus ihren Graphischen Sammlungen im Internet veröffentlicht haben. Das 2007 begonnene Projekt wird über vier Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Es umfasst auch eine Kooperation mit dem Bildarchiv Foto Marburg für die ikonographische Erschließung der Bildinhalte.

Eine rasch steigende Zahl von Institutionen verzeichnet, beschreibt und digitalisiert ihre Bestände graphischer Blätter inzwischen in Online-Datenbanken oder plant dies. Die dadurch optimierte Zugänglichkeit von Druckgraphik und Handzeichnungen ist eine unentbehrliche Voraussetzung für eine sammlungsübergreifende wissenschaftliche Recherche, wie auch für die Wahrnehmung von Kunst auf Papier durch die interessierte Öffentlichkeit, nicht zuletzt als qualifizierte Quelle für den zunehmend an Bedeutung gewinnenden Bereich des e-learning. Das Internet kann als Schnittstelle für die graphischen Bestände in Kupferstichkabinetten, Bibliotheken, Archiven, Universitäts- und sonstigen Sammlungen auf diese Weise eine Mittlerposition übernehmen. Ein internetbasierter Gesamtfundus druckgraphischer Blätter verschiedener Sammlungen ist die konsequente Weiterentwicklung der systematischen Verzeichnung von Druckgraphik. Ein solches Instrument schafft die Grundlage zur Wiedergewinnung verlorener Kontextzugehörigkeit zwischen gedrucktem Bild und Buch oder Manuskript. Digitale Erschließung bietet zudem Möglichkeiten zur virtuellen Rekonstruktion historischer Sammlungszusammenhänge. Im digitalen Zeitalter hängt die Relevanz des gedruckten Bildes, und damit auch der graphischen Sammlungen, maßgeblich von ihrer quantitativ und qualitativ überzeugenden Repräsentation im Internet ab.

Im Licht dieser Erkenntnis kommt der Weiterentwicklung und Vernetzung Virtueller Kupferstichkabinette höchste Bedeutung zu. Aspekte des Tagungsthemas, die in Vorträgen exemplarisch oder prinzipiell ausgeführt werden können:

  • Möglichkeiten und Grenzen der Leistungsfähigkeit von ‚Graphik-Portalen’: ein neues Paradigma für Kupferstichkabinette?
  • Graphik-Portale im Spannungsfeld von Forschung, Bildungsauftrag und institutioneller Selbstdarstellung
  • Dokumentation graphischer Sammlungsbestände: Standards der Erhebung von Metadaten
  • Standardisierung und individuelle Prägung beim Aufbau einer Datenbank
  • Nachnutzung von Metadaten: Schnittstellen für den Datentransfer
  • Kooperative Erschließung als Modell?
  • Perspektiven der Vernetzung: auf dem Weg zu einem virtuellen Graphikkatalog
  • Die Frage des Zugangs: Open Access vs. Urheber- und Eigentümerrechte?
  • Konservatorische Aspekte bei der Digitalisierung und Beschreibung von Kunst auf Papier
  • Graphische Bestände in Museen, Bibliotheken, Archiven und anderen Institutionen: Nachweis, Zugänglichkeit, Aufbewahrung, Präsentation
  • Permanenz und Fluidität technischer Bilder: Die Repräsentation des gedruckten Bildes im digitalen Bild.

Konzept und Organisation: Dr. Thomas Döring, Dr. Christian Heitzmann, Claudia Kleine-Tebbe, Christiane Pagel und Ad Stijnman.

Das vorläufige Tagungsprogramm finden Sie hier.

Das Anmeldeformular finden Sie hier.

 

Kontakt: vkk@hab.de