Alexander Markschies

Der Grundriss als Paratext

Grundrisse sind zunächst und vor allem ein Medium der Architektur, ihrer Planung und bildlichen Repräsentation. Vermutlich wurden Grundrisse schon immer instrumentalisiert, wenn es um die Planung komplexer Gebäude geht, interessant könnten im Hinblick auf eine diachrone Bildgeschichte des Grundrisses u.a. Fragen nach Varianzen und Invarianzen, Konventionen und Kontexten sein.

Als Teil einer geplanten Bild- und Problemgeschichte des Grundrisses sollen in Wolfenbüttel Titel des 17. und 18. Jahrhunderts in den Blick genommen werden, die das Wort ‚Grundriss’ führen. Es soll untersucht werden, welche Selbstaussagen in den Werken greifbar sind und wie die Grundrisse, wenn sie denn als tatsächliche Bilder inseriert sind, kontextualisiert werden: schön wäre es, bislang weitgehend unbekannte, aussagekräftige Grundrisse zu finden und spannende Beiträge zu einer zunehmenden Symbolisierung des Grundrissbegriffs zu liefern, leitende Beobachtung könnte hier sein, dass ein Bild zu einer Sprachmetapher mutiert.