Amerigo Caruso

Resilienz und Vulnerabilität.
Europäische Adelsfamilien in Zeiten revolutionärer Umbrüche 1760-1830

In der Sattelzeit nahmen die überregionalen Auswirkungen und die mediale Resonanz von Revolutionen, Staatsreformen, militärischen Konflikten, Wirtschafts- und Versorgungskrisen kontinuierlich zu. Um die Zerreißprobe disruptiver Umbrüche zu meistern, revitalisierte der Adel das tradierte Dienstethos gegenüber der Monarchie, die fachlichen Kompetenzen als Offiziere, Hofchargen und hohe Staatsbeamten, die starken Familienverbände sowie das Engagement in der Kirche und in den wissenschaftlichen Akademien. Das Projekt setzt sich zum Ziel, den europäischen Adel als resiliente Einheit in einer revolutionären Übergangsepoche zu untersuchen. Halfen ihnen Netzwerke, Beharrungskraft oder Innovationsvermögen, die in den Machtzentren, in den Peripherien und parallel oder in Konkurrenz zum Hof- und Staatsapparat organisiert wurden? Gefragt wird nach Akteursgruppen, Erfahrungen und Ideen, die Veränderungen und Anpassungen ermöglichten bzw. nach denjenigen, die sich den Reformwilligen als Kräfte oder Koalitionen in Regierungsämtern, in der Hofgesellschaft, in den Akademien oder innerhalb der adligen Soziabilität entgegenstellten.