Arnaud Rusch
|
Ein Sprichwort, vermutlich aus Lothringen, lädt den Interessierten ein, „eine Krönung des Kaisers in Frankfurt, eine Inthronisierung des Königs in Reims und die Beerdigung des Herzogs in Nancy“ zu sehen. Dieser Satz, der sicherlich aus dem 19. Jahrhundert stammt, verweist auf die Bedeutung des Rituals nicht nur für Gesellschaft und Staat, sondern auch für diejenigen, die in Europa diese Zeremonien miterleben wollen. In der Frühneuzeit gab es einen weiteren Weg, um etwas über Feierlichkeiten zu erfahren, nämlich die Festschriften, die eine Zeremonie oder eine Festlichkeit darstellten. Unter diesen verdienen die Festbücher mit druckgrafischen Abbildungen besondere Aufmerksamkeit. Diese Bilder, in denen sich die Zeremonie sowie die europäische Kunst- und Hofkultur niederschlägt, sowie die Besonderheiten der deutschen illustrierten Festschriften sind noch nicht vollständig aufgearbeitet worden. Meine Doktorarbeit macht sich dies zum Ziel und beschäftigt sich mit den drei Themen: Typologie, Herstellung und Gebrauch dieser Werke. Zunächst ist eine Bestandsaufnahme vorzunehmen und die Bücher mit Riesendruckwerken in den Kontext der Produktion der Festschriften einzubetten. Der Forschungsaufenthalt in der Herzog August Bibliothek bietet dabei die Gelegenheit, diese Verzeichnisse zu überprüfen und zu verbessern, um im Anschluss daran einen Vergleich der illustrierten Festschriften ziehen zu können. |
