Arne Klawitter

Der zunächst in Kassel (1771-84) und dann am Braunschweiger Collegium Carolinum als Professor für Kriegswissenschaften tätige Jakob Mauvillon (1743-1794) war ein äußerst vielseitiger Autor, der sich verschiedenen Themenbereichen der Aufklärung zuwandte. Er verfasste staatspolitische, historische, militärwissenschaftliche und ökonomische Schriften und darüber hinaus eine Abhandlung über die Stellung der Frau. Aber auch als Literaturkritiker sorgte er für Aufsehen, vor allem mit der zusammen mit Ludwig August Unzer veröffentlichten Streitschrift Ueber den Werth einiger Deutschen Dichter und über andere Gegenstände den Geschmack und die schöne Litteratur betreffend (1771/72). Während sich meine bisherigen Forschungen auf Mauvillons Rolle als Kunstrichter und Mitarbeiter der Auserlesenen Bibliothek der neuesten deutschen Litteratur konzentrierten, geht es in meinem jetzigen Forschungsprojekt in Wolfenbüttel darum, seine Bedeutung als politischer Denker und Freigeist zu bestimmen. Dazu werde ich mich insbesondere mit den philosophischen, religionskritischen und staatspolitischen Publikationen Mauvillons auseinandersetzen, um seine Position als Radikalaufklärer im Kontext der religionsphilosophischen Debatten und politischen Polarisierungen der Zeit darzustellen und ideengeschichtlich zu bewerten.

 

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