Arne Spohr

Diese anmuthige Erfindung, von welcher der König selbst Urheber war: ‚Unsichtbare Musik’ in der höfischen Musikkultur der Frühen Neuzeit

Mein Forschungsprojekt zielt auf eine Rekonstruktion einer spezifischen medialen Inszenierungsform höfischer Musik in der Frühen Neuzeit: Musiker wurden im Rahmen höfischer Repräsentation nicht nur visuell zur Schau gestellt, sondern auch verborgen und dadurch als ‚überirdisches’ akustisches Wunder inszeniert, oft in synästhetischer Verbindung mit anderen Kunstformen. Ich untersuche diese ,unsichtbare Musik’ im Hinblick auf ihre historische Genese sowie auf ihre Funktion und Bedeutung im Kontext höfischen Zeremoniells. An ihrem Beispiel lassen sich vielfältige Aspekte der Performativität höfischer Musik (etwa die Bedeutung von Raum und Architektur für ihre akustische Darstellung), Konzepte von Multimedialität (etwa im Zusammenwirken von ‚unsichtbarer Musik’ und bildender Kunst) sowie philosophische, religiöse und politische Auffassungen von Musik zeigen. Indem dieses Projekt Erkenntnisse der Kunst-, Architektur- und Mediengeschichte für ein musikhistorisches Thema fruchtbar macht, kann es neue Perspektiven auf die von der Forschung bislang vernachlässigte akustische Dimension höfischer Repräsentationskultur eröffnen.


Link zur Homepage meiner Heimatinstitution (Bowling Green State University):

http://www.bgsu.edu/colleges/music/directory/hist_ethno/page102614.html