Birgit Ulrike Münch

Lumières vs. Aufklärung: Transformationen der Sphären von Öffentlichkeit in der frühneuzeitlichen Kunst und Kunsttheorie

Untersuchungsgegenstand des Projekts sind Beschreibungen faktitiver wie nicht-faktitiver Räume der Öffentlichkeit von Kunstwerken von ca. 1500-1850. Ausgangspunkt der Überlegungen ist primär Frankreich sowie der niederländisch-französische und der französisch-deutsche Kulturtransfer. Hierbei stehen die verortbaren den ephemeren oder imaginären Wissensräumen gegenüber – etwa bezüglich der Frage, wie bestimmte Personen in ihren Schriften die Öffentlichkeit von Kunst definierten, problematisierten und kategorisierten. Ein zentraler Punkt ist hierbei der die vormodernen Ländergrenzen übergreifende Vergleich, und im Gegensatz zur bisherigen Forschung stehen vor allem die klare Definition sowie die Analyse der Transformationen im Mittelpunkt, denen diese Öffentlichkeitssphären in Prozessen langer Dauer unterlagen.

Während des Aufenthalts an der HAB sollen die folgenden zentralen Untersuchungsfelder in den Vordergrund gerückt werden:

I) Wie verändert sich die Funktion der Kunstöffentlichkeit zur Zeit der Aufklärung, wodurch gewinnt sie an Relevanz?

II) Wie definiert sich der Einfluss spezifischer Trägergruppen wie Akademien, Sprach- und Theatergesellschaften oder Bruderschaften auf die Sphären von Kunstöffentlichkeit?

III) Wie lässt sich das Verhältnis der Entstehung und Verbreitung der Genremalerei um die Mitte des 16. Jahrhunderts mit der Eröffnung neuer Öffentlichkeitssphären von Kunst zusammenbringen?

IV) Inwiefern ist der Anspruch der Entpartikularisierung künstlerischer Öffentlichkeit ein Projekt der Aufklärung, u.a. anhand Alexandre Lenoirs Konzept des Musée des Monuments français und seiner Rezeption in Deutschland.

www.uni-trier.de/index.php?id=7926