Christine Maria Vogl

Promotionsprogramm Wissensspeicher und Argumentationsarsenal. Funktionen der Bibliothek in den kulturellen Zentren der Frühen Neuzeit

Promotionsprojekt

Arbeitstitel: „Lesen, Exzerpieren, Schreiben. Zur Bedeutung von Bibliotheken und Quellen für die Genese von Lessings Laokoon-Projekt“

Betreuer: Prof. Dr. Wolfgang Adam, Prof. Dr. Winfried Woesler (beide Osnabrück), Prof. Dr. Friedrich Vollhardt (München), Dr. Thomas Stäcker (HAB)

An Lessings kunsttheoretischem Hauptwerk zeigt sich auf geradezu exemplarische Weise die Inter- und Intratextualität seines Werkes. Neben dem 1766 erschienenen Ersten Theil der Laokoon-Abhandlung, die gleichsam einen ununterbrochenen Dialog mit einer Vielzahl antiker und zeitgenössischer Autoren führt, sind noch Lektürenotizen, Entwürfe und Vorarbeiten sowohl zur Druckfassung als auch zur geplanten Fortsetzung überliefert, die einen einzigartigen Einblick in Lessings Schreib- und Lesewerkstatt gewähren. Zählt man die betreffenden Einträge in seinen Collectanea noch hinzu, so ergibt sich eine nicht unerhebliche persönliche ‚Bibliothek‘ von Lesefrüchten, die im Hinblick auf den Laokoon bislang noch kaum ausgewertet worden ist. Trotz einer über zweihundertjährigen Forschungs- und Editionsgeschichte ist auch die historische Genese des auf drei Teile angelegten Projekts sowie die Entstehungsreihenfolge der überlieferten Paralipomena immer noch eine offene Frage. Von diesem Problemhorizont ausgehend, verfolgt das Dissertationsprojekt zwei Hauptziele: Einerseits möchte es einen vertieften Blick auf die Provenienz von Lessings Quellen und deren Verknüpfung mit Bibliotheken und gelehrten Netzwerken in den kulturellen Zentren der Frühen Neuzeit werfen, andererseits will es ihre Bedeutung für die Genese und die argumentative Struktur seines Projekts ausloten.

Forschungsschwerpunkte

  • Lessing-Forschung
  • Literatur- und Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts
  • Analyse literarischer Handschriften
  • Historische Papierforschung und Filigranologie
  • Theorie und Praxis der Editionswissenschaft

Kurzbiografie

  • seit April 2015: Doktorandin am Promotionsprogramm des IKFN und der Herzog August Bibliothek „Wissensspeicher und Argumentationsarsenal. Funktionen der Bibliothek in den kulturellen Zentren der Frühen Neuzeit“ in Osnabrück; zudem Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl Prof. Dr. Friedrich Vollhardt (München)
  • März 2015: Magister Artium mit der Arbeit „Die Paralipomena zu Lessings Laokoon. Überlieferung, Anordnung, Edition“
  • April 2012 bis März 2015: Magisterstudiengang Neuere Deutsche Literatur mit den Nebenfächern Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters sowie Englische Sprachwissenschaft an der Universität München
  • September 2009 bis März 2015: Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl Prof. Dr. Friedrich Vollhardt (München), dabei u.a. Mitarbeit an seiner Studienausgabe von G. E. Lessings Laokoon (Stuttgart 2012)
  • Sommersemester 2009: Studentische Hilfskraft bei der Redaktion der germanistischen Fachzeitschrift Arbitrium
  • April 2007 bis März 2012: Magisterstudiengang Englische Sprachwissenschaft mit den Nebenfächern Englische Literaturwissenschaft und Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters an der Universität München (davon zwei Semester beurlaubt)

Publikationen

  • „Lessings Laokoon-Nachlass. Mögliche Antworten auf editorische Fragen“, in: Unordentliche Collectanea. Gotthold Ephraim Lessings Laokoon zwischen antiquarischer Gelehrsamkeit und ästhetischer Theoriebildung. Hg. von Jörg Robert und Friedrich Vollhardt. Berlin, Boston 2013 (Frühe Neuzeit 181), S. 41–98.
  • „,In dem Müntzcabinete des H. General L. v. Schmettau‘. Die Münze des Chabrias und ein neuentdecktes Begleitschreiben an Gotthold Ephraim Lessing“, in: Aufklärung 25 (2013), S. 305–341.
  • "Lessings Handexemplar der Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke. Spurensuche in einem unbeachteten Zeugen seiner Winckelmann-Lektüre", erscheint in: Euphorion 110 (2016).
  • "Nachträge zu Band 1 und 2 des Gesamtverzeichnisses der Lessing-Handschriften", in: Gesamtverzeichnis der Lessing-Handschriften. Bd. 2: Lessing-Handschriften Amsterdam bis Zürich. Bearbeitet von Wolfgang Milde unter Mitarbeit von Winfried Woesler. Hannover 2016 (im Druck); (zusammen mit Wolfgang Albrecht und Christian Heitzmann).

 


Kontakt:
Interdisziplinäres Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit
Universität Osnabrück
Neuer Graben 19/21
49074 Osnabrück

Tel. +49 541 969 4983
Mail: cvogl@uni-osnabrueck.de