Daniela Schulz

Die Epitome Guelferbytana der Handschrift Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelf. 97 Weiss.  – Erschließung und digitale Edition (Arbeitstitel)

Das Projekt beschäftigt sich mit der sog. Epitome Guelferbytana, einer stark verkürzenden Bearbeitung des westgotischen Römerrechtes (Lex Romana Visigothorum oder Breviarium Alarici), die im Cod. Guelf. 97 Weiss. unikal überliefert ist. Ziel ist es, die Kurzfassung unter Einbeziehung ihres Überlieferungskontextes erstmals wissenschaftlich zu erschließen, grundlegend zu erforschen und in Form einer digitalen Edition adäquat aufzubereiten. Gegenüber anderen Fassungen des Breviars zeichnet sich die Wolfenbütteler Epitome durch ihre extreme Kürze aus. Der Text für sich genommen bleibt an vielen Stellen unverständlich und besteht zum großen Teil lediglich aus Verweisen auf Parallelstellen z.B. in den Codices Theodosianus, Gregorianus oder Hermogenianus. Durch dieses skizzierte Verweissystem erscheint die Epitome gerade auch in Bezug auf editionstheoretische und methodische Überlegungen als eine einzigartige Fallstudie. Die Entwicklung eines adäquaten editorischen Konzeptes, welches sowohl die „Hypertextualität“ der Epitome mit ihren Querverweisen abbilden kann, gleichzeitig aber auch den Codex insgesamt als materiellen Überlieferungszeugen in angemessener Weise berücksichtigt, steht daher im Zentrum des Forschungsvorhabens.

https://www.editionen.uni-wuppertal.de/de/personen/kollegiatinnen-und-kollegiaten/schulz-daniela.html