Ekaterina Delvig

Angststereotypen in der deutschen Publizistik im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges

In der Forschungsliteratur wird vor allem das 17. Jahrhundert als ein Schreckensjahrhundert, als eine Epoche der Angst und Ungewissheit für Deutschland angesehen. Es gibt mehrere Ursachen dafür, aber eine von ihnen spielt dabei eine ganz besondere Rolle: Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648). Kurz nach Beginn verließ er die Grenzen eines Religions- und Nachfolgerkonflikts und wurde immer öfter als Gottes Strafe angesehen. Das Grauen, dem sich die deutsche Bevölkerung im Laufe des Krieges ausgesetzt sah, wurde als „allgemeine Katastrophe“ wahrgenommen und fand einen zentralen Platz im kollektiven Bewusstsein der Menschen. Dementsprechend tief prägten sich die damit verbundenen Schreckensbilder in das Bewusstsein der Menschen ein und verfestigen sich mit der Zeit zu Stereotypen. Mein Interesse besteht darin zu forschen, wie Angst, Furcht und Schrecken in der deutschen Publizistik dargestellt wurden und welche Veränderungen sie während des Dreißigjährigen Krieg durchliefen.

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