GilSu Jang

Die theologische Auseinandersetzung über den Selbstmord im 18. Jahrhundert

Das Projekt verfolgt die theologische Auseinandersetzung über die Problematik der Selbsttötung im Kontext der Aufklärung des 18. Jahrhunderts. Hier können exemplarisch Kontroversen verfolgt werden, in denen sich geistesgeschichtlich ein tiefgreifender Wandel in der Beurteilung des "Selbstmords" vollzogen hat. Dabei verlaufen die Konfliktlinien keineswegs nur zwischen Theologie und Kirche einerseits und philosophischen Konzepten andererseits. Vielmehr votiert auch die Theologie in dieser Frage keineswegs einheitlich. Im Einzelnen ist zu untersuchen, ob und wie sich die Wende zur empirischen Anthropologie sowie insbesondere die Aufmerksamkeit auf die Melancholie auch in der theologischen Literatur niedergeschlagen hat. Berücksichten möchte ich auch den Einfluss englischer und französischer Beiträge. Schließlich stellt sich die Frage, wie sich die unterschiedlichen Hauptströmungen der Theologie im Zeitalter der Aufklärung (Orthodoxie, Pietismus, Übergangstheologie, "Neologie") in der ethischen Beurteilung der Selbsttötung niedergeschlagen hat.