Iolanda Ventura

Ziel meines Projektes ist, die komplexe Tradition des Corpus der pharmakologischen und pharmazeutischen Schriften (Canones universales de simplicibus medicinis; De consolatione simplicium medicinarum; Antidotarium sive Grabadin; Practica sive Grabadin) zu rekonstruieren, die einem enigmatischen «Mesue» zugeschrieben wurden, und zwischen dem 13. und dem 18 Jahrhundert einen enormen Erfolg sowohl in handschriftlicher als auch in gedruckter Form genoss. Im Rahmen des Stipendiums, werde ich die verschiedenen Etappen der Entwicklung des Schriftencorpus und die Wege seiner Rezeption (d.h., Ursprung, Quellen, handschriftliche Überlieferung und Formen der Verbreitung in gedruckter Form, Art und Ziel der den einzelnen Schriften gewidmeten Kommentare, Benutzung als Quelle innerhalb der universitären und professionellen Medizin des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit). Als Fallbeispiel, werde ich außerdem einige Augusteer Handschriften untersuchen, welche die Rezeption der Schriften Mesues innerhalb des akademischen Milieus der Universität Padua im 15. Jahrhundert bezeugen, sowie die Komplexität Ihrer Überlieferung.