Isabelle Bosch

Promotionsprogramm Wissensspeicher und Argumentationsarsenal. Funktionen der Bibliothek in den kulturellen Zentren der Frühen Neuzeit

Promotionsprojekt

Arbeitstitel: „Die Rezeption von Querelles des femmes-Literatur in Bibliotheken fürstlicher und bürgerlicher Frauen in Deutschland“

Betreuer/in: Prof. Dr. Andrea Grewe (Osnabrück) und Dr. Jill Bepler (HAB)

Die Querelle des femmes, eine Kontroverse über die Stellung der Frau und das Verhältnis der Geschlechter, wurde seit dem Spätmittelalter von AutorInnen aus ganz Europa schriftlich diskutiert. Der Buchdruck und die Entwicklungen im Verlagswesen förderten die Verbreitungen dieser Texte über die Landesgrenzen hinweg, wodurch unter anderem Schriften von italienischen und französischen AutorInnen vermehrt in die Privatbibliotheken fürstlicher und bürgerlicher Frauen in Deutschland gelangten. An diesem Punkt setzt die Untersuchung an und erforscht die Frage, wie diese Schriften von ihren LeserInnen rezipiert wurden. Der Besitz von Querelle-Schriften repräsentierte für seine Besitzerin ein „Argumentationsarsenal“, welches zur Legitimation der Frau in verschiedenen Kontexten verwendet werden konnte. Anhand von eigenen Schriften, Korrespondenzen oder Lesespuren soll die Rezeption nachgewiesen werden. Somit wird nicht nur dem Forschungsdesiderat zum Buchbesitz und zur Lektürepraxis von frühneuzeitlichen Frauen begegnet, sondern auch die Funktion von Privatbibliotheken im Rahmen der gesamteuropäischen Querelle-Debatte definiert. Durch den Schwerpunkt auf Schriften aus dem romanischen Raum wird zusätzlich die Rolle von Bibliotheken und ihren Besitzerinnen im Kontext des Kulturtransfers ermittelt.

Forschungsschwerpunkte

  • Frauen- und Geschlechtergeschichte
  • Erinnerungskultur Italiens
  • Theatergeschichte

Kurzbiografie

  • seit April 2015: Doktorandin am Promotionsprogramm des IKFN und der Herzog August Bibliothek „Wissensspeicher und Argumentationsarsenal. Funktionen der Bibliothek in den kulturellen Zentren der Frühen Neuzeit“ in Osnabrück
  • März 2015: Master of Education (M.Ed.) Masterarbeit im Bereich Erinnerungskultur Italiens: „Darstellung des Nationalsozialismus und Faschismus in italienischen Schulgeschichtsbüchern (1950er-2000er Jahre)“
  • Oktober 2014 bis Februar 2015: Tätigkeit als Tutorin für die Veranstaltung „Einführung in pädagogische Grundfragen von Erziehung, Bildung und Sozialisation“ von Prof. Wassilis Kassis
  • Dezember 2012 und Dezember 2013: Erhalt des Niedersachsenstipendiums für herausragende Leistungen und ehrenamtliches Engagement (Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur).
  • Oktober 2012 bis Dezember 2012: wissenschaftliche Hilfskraft im Forschungsprojekt „Narratio“ unter der Leitung von Prof. Zülsdorf-Kersting
  • Oktober 2008 bis März 2015: Studium der Anglistik, Geschichte und Romanistik an der Universität Osnabrück und der Università degli Studi di Siena

 


Kontakt:
Interdisziplinäres Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit
Universität Osnabrück
Neuer Graben 19/21
49074 Osnabrück

Tel. +49 541 969 4641
Mail: ibosch@uni-osnabrueck.de