Maria Schubarth

Text und Bild im Dialog. Paul Celans und Gisèle Celan-Lestranges bibliophile Editionen im Kontext der französischen Malerbuchtradition  

Paul Celan (1920-1970) ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein dichterisches Schaffen suchte in Verbindung mit der bildenden Kunst neue Ausdrucksmöglichkeiten, die sich in einer besonderen Form der Buchkunst niederschlugen: In Zusammenarbeit mit der Grafikerin Gisèle Celan-Lestrange (1927-1991) entstanden die bibliophilen Editionen Atemkristall (1965) und Schwarzmaut (1969). Bislang fehlt eine ausführliche wie tiefgründige Analyse dieser dichterisch-grafischen Gesamtwerke und deren interaktive Text-Bild-Relation. Von der Forschung wurden Gedichte und Grafiken bislang überwiegend getrennt untersucht, nicht zuletzt deshalb, weil das begriffliche Instrumentarium fehlte, die aufeinandertreffenden Kunstformen in ihrem Verhältnis präzise zu fassen. Mit meinem interdisziplinär angelegten Promotionsprojekt möchte ich das Versäumte mithilfe differenzierter Werk- und Strukturanalysen aufarbeiten und einen Beitrag zur terminologischen Erschließung von komplexen Wort-Bild-Beziehungen leisten. Darüber hinaus gilt es, die zwei Celanschen Bände im Kontext der französischen und deutschen Malerbuchtradition in den 1950er bis 1970er Jahren zu beleuchten, um die wissenschaftliche Rede über intermediale Konzepte und Werke zu sensibilisieren.