Erschließung alchemiegeschichtlicher Quellen in der Herzog August Bibliothek
Ziel des Projekts ist der zentrale Nachweis der über die Bestandsgruppen breit gestreuten und oftmals nur schwer identifizierbaren Quellen zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Alchemie in der Herzog August Bibliothek. Die Werke sollen als digitale Kopien zur Verfügung gestellt und vertiefend inhaltlich erschlossen werden. Dazu wird im Laufe der Erschließungsarbeiten ein Thesaurus alchemistischer Begriffe entstehen, der sowohl die Recherche innerhalb des Wolfenbütteler Alchemica-Bestands wie auch die inhaltliche Navigation in den Werken (Strukturdaten) unterstützen soll. Auch das reiche und differenzierte Bildmaterial der alchemistischen Werke wird in die Erschließung einbezogen.
Mit diesem Projekt will die Herzog August Bibliothek einen Beitrag zur Erforschung der Geschichte der Alchemie leisten, die als innovativ-spekulativer Ansatz innerhalb der frühneuzeitlichen Naturerkenntnis und -forschung seit langem im Fokus wissenschafts- und medizingeschichtlicher Forschung steht und darüber hinaus in ihrer begrifflichen, konzeptionellen und ikonologischen Bedeutung für Kunst und Religiosität, Literatur, Sprache und Mentalität mittlerweile auch zu einem wichtigen Gegenstandsbereich der Kulturwissenschaften und religionsgeschichtlicher Untersuchungen geworden ist.
Die umfangreichen Altbestände der Herzog August Bibliothek werden im Rahmen der Sammlung Deutscher Drucke 1601-1700 kontinuierlich erweitert. In den vergangenen Jahren wurden rund 250 Alchemica antiquarisch erworben, worin sich auch die besondere Bedeutung des deutschen Buchmarkts im 17. Jh. für die Verbreitung und Rezeption alchemistischen Wissens dokumentiert.
Zur Zeit erfolgt die systematische Ermittlung der alchemistischen Druckwerke (15.-18. Jh.). Die Bestände werden vorerst mit einer sachlichen Notation erschlossen, die eine systematische Suche im Online-Katalog der Bibliothek ermöglicht.
Kontakt: Dr. Petra Feuerstein-Herz
Tel. 05331/808-324, Fax: 05331/808-170
