Rekonstruktion und Erforschung niedersächsischer Klosterbibliotheken des späten Mittelalters

Die Herzog August Bibliothek und das Zentrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung der Universität Göttingen führen ein Kooperationsprojekt zur Erforschung niedersächsischer Klosterbibliotheken durch.

Das auf fünf Jahre angelegte Projekt (2008-2013) wird den Bestand spätmittelalterlicher Klosterbibliotheken erforschen. Das Teilprojekt der Herzog August Bibliothek befasst sich mit der Buchkultur und dem Bildungsstand der Augustinerchorfrauen in Steterburg, Heiningen (beide jeweils um 1000 von adeligen Stifterinnen gegründet) und Dorstadt (gegründet 1189, Stifter). Aus den Klosterbibliotheken sind im Zuge ihrer Säkularisierung nach der Einführung der Reformation (1568) 87 teilweise illuminierte lateinische und niederdeutsche Handschriften erhalten, von denen 82 zum Bestand der Herzog August Bibliothek gehören. Hinzu kommt eine noch genauer zu identifizierende Zahl früher Druckschriften. Eine inhaltliche Erschließung des Buchbestands mit allen aktuellen Möglichkeiten ist sicherlich vielversprechend, zumal die Geschichte der Bibliotheken in den drei Stiften bisher nicht näher untersucht worden ist. Unsere Recherchen konzentrieren sich auch auf die Unterrichtspraxis, möglicherweise vorhandene Skriptorien und die Aufbewahrungsorte der Kodizes. Ergänzend werden materielle Zeugnisse aus dem Bestand der Klöster - neben dort entstandenen Bildteppichen mit Inschriften auch andere Textilien und Kunstgegenstände - in den Blick genommen. Aus der Zusammenschau der historischen Details wird sich ein hoffentlich vielfältiges Gesamtbild ergeben, welches in Form einer Monographie publiziert und im Rahmen einer Ausstellung vorgestellt werden soll.

In den Göttinger Teilprojekten werden Handschriften, Inkunabeln und frühe Drucke aus dem Zisterzienserinnenkloster Wöltingerode, den Bibliotheken der Benediktiner und Zisterzienser in Helmstedt und der Augustiner von Georgenberg bei Goslar vergleichend untersucht. Homepage der Projektpartner am ZMF Göttingen.

Materialien zu den zu untersuchenden Klöstern

 


Finanzierung: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Bearbeiterin: PD Dr. Britta-Juliane Kruse
Wissensch. Hilfskraft: Kerstin Schnabel M.A.
Tel. 05331/808-147, Fax -165