Der Aristotelismus in Helmstedt – Die Karriere eines europäischen Paradigmas

Hermann Conring, Aristotelis Laudatio, Helmstedt 1633

In Kooperation mit der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Bernd Roling

Der griechische Philosoph und Naturforscher Aristoteles ist seit der Antike der Inbegriff einer an bestimmten Methoden der Logik orientierten Erkenntnistheorie. Die Summe der aristotelischen Methoden und Ideen, verkürzt Aristotelismus genannt, durchlief in Antike, Mittelalter und Früher Neuzeit verschiedenste Transformationen und etablierte sich in spezifischer Form auch an der Universität Helmstedt (1576‒1810).

Das Projekt beschäftigt sich mit der Erforschung dieses Aristotelismus als ein gesamteuropäisches, methodisches und wissenschaftssystematisches Paradigma an der Universität Helmstedt um 1600. Die Positionen, Schriften und Lehrtätigkeiten der Helmstedter Gelehrten lassen sich unter diesem Paradigma analysieren und beschreiben, nicht zuletzt weil der Aristotelismus in Helmstedt wirkmächtige Multiplikatoren wie etwa Owen Günther, Johannes Caselius oder Cornelius Martini und deren Schüler gefunden hatte.

Das Projekt wird zu klären versuchen, was unter Aristotelismus in Bezug auf Helmstedt zu verstehen ist und was ihn an dieser Universität zu einem europäischen Wissenschaftsparadigma des 16. und 17. Jahrhunderts machte. Dafür sind vor allem bestimmte Quellen relevant: Rechenschaftsberichte der Professoren, Vorlesungsverzeichnisse, Dissertationen, Programme, Reden, Traktate, aber auch Briefe oder persönliche Notizen der gelehrten Akteure. Mit Hilfe ihrer Analyse sollen wichtige Kontinuitäten und Brüche in den Blick genommen werden, die den Prozess des Aufstiegs und der Abwicklung des aristotelischen Paradigmas an der Universität Helmstedt kennzeichnen. Einen besonderen Schwerpunkt bildet dabei die Rekonstruktion der akademischen Debatten, in denen sich die Helmstedter Gelehrten mit den aristotelischen Methoden, Ideen und Konzepten in je unterschiedlicher Weise auseinandergesetzt haben.

 


Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit: Oktober 2017 – Oktober 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Ulrike Gleixner (HAB), Dr. Hartmut Beyer (HAB), Prof. Dr. Bernd Roling (FU Berlin)
Bearbeiter: Benjamin Hübbe (HAB), Cornelia Selent (FU Berlin)
Tel. 05331-808-229, Fax -277