Selbstzeugnisse der Frühen Neuzeit in der Herzog August Bibliothek II: Digitale Edition der Tagebücher von Herzog Ludwig Rudolf und Herzogin Christine Luise von Braunschweig-Wolfenbüttel

Herzog Ludwig Rudolf, HAB: Portraitstich A2685

Ziel des Projektes ist die digitale Edition von vier tagebuchförmigen Handschriften Herzog Ludwig Rudolfs von Braunschweig und Lüneburg (1671–1735) und seiner Ehefrau Christine Luise (1671–1747), gebürtig aus dem Hause Oettingen-Oettingen, aus der Zeit zwischen 1698 und 1724, die sich im Bestand der Herzog August Bibliothek befinden. Durch die Transkription und Kommentierung dieser fürstlichen Selbstzeugnisse sowie ihre Bereitstellung in elektronischer Form werden bislang kaum beachtete Quellen zur Landes-, Hof- und Adelsgeschichte erschlossen und der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie ermöglichen nicht nur einen seltenen und vertieften Einblick in die Persönlichkeitsentwicklung und Erfahrungswelt, die kulturelle Wahrnehmung, den Alltag und soziale Praktiken sowie die Netzwerke dieses Fürstenpaars, sondern versprechen darüber hinaus generelle Aufschlüsse über die politische und höfische Kultur im Herzogtum Braunschweig und Lüneburg des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts.

Herzogin Christine Luise, HAB: Portraitstich A2401

Ludwig Rudolf steht aufgrund seiner späten und nur kurzen Regentschaft im Fürstentum Wolfenbüttel (1731–35) historiographisch eher im Schatten seines Vaters und Großvaters, Herzog Anton Ulrichs (1633–1714) bzw. Herzog Augusts des Jüngeren (1579–1666). Dabei betrieb er in der Grafschaft Blankenburg, die er 1690 als Apanage erhalten hatte und die er, 1707 zum Fürstentum erhoben, ab 1714 eigenständig regierte, gemeinsam mit seiner Frau Christine Luise eine außergewöhnlich intensive Kulturpolitik. Vor allem traten beide im Aufbau umfangreicher Bibliotheken und in der Förderung der Theater- und Opernkunst in Erscheinung. Auf diese Weise etablierten sie Blankenburg als kulturelles Zentrum in zeitweilig erkennbarer Konkurrenz zum herzoglichen Hof in Wolfenbüttel.

Das Projekt knüpft inhaltlich und technisch an das im Rahmen des Programms Pro*Niedersachen geförderte Projekt „Selbstzeugnisse der Frühen Neuzeit in der Herzog August Bibliothek. Digitale Edition des Diariums von Herzog August dem Jüngeren, Selbstzeugnis-Repertorium und Forschungsportal“ an, indem das dort entwickelte Forschungsportal weiter ausgebaut werden soll.

PURL: http://diglib.hab.de/?link=100


Finanzierung: PRO*Niedersachsen (MWK)
Laufzeit: Januar 2019 – Dezember 2021
Bearbeiter: Dr. Alexander Zirr, Dr. Andreas Herz
Tel.: 05331-808-233, Fax -277