Marquard Gude (1635-1689) und seine Handschriften. Provenienzgeschichte,
Klassikerüberlieferung und Sammlerinteressen in den
Codices Gudiani
Kooperationsprojekt der Herzog August Bibliothek und des Zentrums für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung der Universität Göttingen
Projektbeschreibung

Im Verlaufe seines recht kurzen Lebens hat Marquard Gude
(1635-1689) mit großem Eifer, intensiver Reisetätigkeit
und erheblichem finanziellen Aufwand eine monumentale Sammlung
lateinischer und griechischer Codices des Mittelalters und
der Renaissance erworben. In der Summe stellt sie die wohl
bedeutendste private Handschriftenkollektion dar, die sich
im 17. Jahrhundert nördlich der Alpen finden lässt.
Durch einen glücklichen Umstand wurde diese Sammlung
nach Gudes Tod nicht zerstreut, sondern gelangte im Jahre
1710 auf Betreiben des Bibliothekars Gottfried Wilhelm Leibniz
als nahezu geschlossener Bestand in die herzogliche Bibliothek
zu Wolfenbüttel.
Bei den insgesamt 469 Codices handelt es sich um kostbare
Raritäten, die für die Überlieferung antiker
und mittelalterlicher Klassiker von größter Bedeutung
sind.
Gegenstand des Projekts sind sowohl die Provenienz- und
Akquisitionsgeschichte der Sammlung als auch die jeweils
zeitgenössische Überlieferungs-, Rezeptions- und
Wirkungsgeschichte einzelner Handschriftengruppen, Handschriften
und Texte.
Abb.: Cod. Guelf. 1 Gud. lat. (Liber floridus des Lambert
von St-Omer, 12. Jh.), fol 8v
Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft 
Bearbeiterin: Dr. Patrizia
Carmassi
Tel. 05331-808 119, Fax -165



