Rekonstruktion und Erforschung niedersächsischer
Klosterbibliotheken des späten Mittelalters
Projektbeschreibung
Die
Herzog August Bibliothek und das Zentrum für Mittelalter-
und Frühneuzeitforschung der Universität Göttingen
führen ein Kooperationsprojekt zur Erforschung niedersächsischer
Klosterbibliotheken durch.
Das auf vier Jahre angelegte Projekt (2008-2012)
wird den Bestand spätmittelalterlicher Klosterbibliotheken
erforschen. Das Teilprojekt der Herzog August Bibliothek
befasst sich mit der Buchkultur und dem Bildungsstand der
Augustinerchorfrauen in Steterburg, Heiningen (beide jeweils
um 1000 von adeligen Stifterinnen gegründet) und Dorstadt
(gegründet 1189, Stifter). Aus den Klosterbibliotheken
sind im Zuge ihrer Säkularisierung nach der Einführung
der Reformation (1568) 87 teilweise illuminierte lateinische
und niederdeutsche Handschriften erhalten, von denen 82
zum Bestand der Herzog August Bibliothek gehören. Hinzu
kommt eine noch genauer zu identifizierende Zahl früher
Druckschriften. Eine inhaltliche Erschließung des
Buchbestands mit allen aktuellen Möglichkeiten ist
sicherlich vielversprechend, zumal die Geschichte der Bibliotheken
in den drei Stiften bisher nicht näher untersucht worden
ist. Unsere Recherchen konzentrieren sich auch auf die Unterrichtspraxis,
möglicherweise vorhandene Skriptorien und die Aufbewahrungsorte
der Kodizes. Ergänzend werden materielle Zeugnisse
aus dem Bestand der Klöster - neben dort entstandenen
Bildteppichen mit Inschriften auch andere Textilien und
Kunstgegenstände - in den Blick genommen. Aus der Zusammenschau
der historischen Details wird sich ein hoffentlich vielfältiges
Gesamtbild ergeben, welches in Form einer Monographie publiziert
und im Rahmen einer Ausstellung vorgestellt werden soll.
In den Göttinger Teilprojekten werden Handschriften, Inkunabeln und frühe Drucke aus dem Zisterzienserinnenkloster Wöltingerode, den Bibliotheken der Benediktiner und Zisterzienser in Helmstedt und der Augustiner von Georgenberg bei Goslar vergleichend untersucht. Homepage der Projektpartner am ZMF Göttingen.
Materialien zu den zu untersuchenden Klöstern
Finanzierung: Niedersächsisches Ministerium
für Wissenschaft und Kultur
Bearbeiterin: PD Dr. Britta-Juliane
Kruse
Wissensch. Hilfskraft: Kerstin Schnabel M.A.
Tel. 05331-808 147, Fax -165



