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Abstracts:
Antony Griffiths (Department of Prints and Drawings,
British Museum, London)
Keynote Lecture
Born 1951. Educated at Christ Church, Oxford University
1970-4, where he studied Literae Humaniores (Greek
and Latin literature, and philosophy), and at the
Courtauld Institute, University of London 1974-6 (MA
in the History of Art).
Joined the Department of Prints and Drawings in the
British Museum in July 1976 as Assistant Keeper with
special responsibility for the print collection. Promoted
to Deputy Keeper in 1981 and to Keeper in 1991. He
is the author of many exhibition catalogues in the
British Museum on aspects of the subject, and has
written many articles, reviews and notes for Print
Quarterly of which he was a founding member of the
editorial board in 1984 and is currently chairman.
His introductory book, Prints and Printmaking: an
introduction to the history and techniques, was first
published in 1980 and the fourth reprint with revisions
came out in 2010.
His current pre-occupation is the cataloguing and
online publication of the collection of prints and
drawings in the Department of Prints and Drawings
in the British Museum; he is also responsible for
the supervision of the entire British Museum database
and its online publication. He has spoken in Holland,
Italy and Germany on issues concerning the compilation
and online publication of museum databases.
He will retire from the British Museum in July 2011
in order to write a book titled The Print before Photography.
Drs. Geertje Jacobs (Rijksprentenkabinet, Rijksmuseum,
Amsterdam)
Innovation in the Print Room: Semantic Solutions for
Subject Annotation
I Studied Art History in Utrecht and in Florence.
In 2007 I started the registration and digitization
project "Print Room Online" in the Rijksmuseum
Amsterdam. In 2010 I moved on to a new job as head
of the department Collection Information in the Rijksmuseum.
Content enrichment is an important aspect of making
the most of your valuable digital resources. Metadata
are a key asset of heritage institutions. Through
the metadata, they combine their own content with
those of others and connect to central reference structures
such as classification schemes and thesauri. The result
may be heritage content that is multi modeled, multilingual
and stored on servers across various countries. During
the presentation, the Rijksmuseum Amsterdam will provide
input about their experiences with enriching rather
straigthforward object metadata through semantic technologies.
With the use of several internally and externally
developed thesauri, a prototype annotation tool has
been developed to support subject matter annotation
in a rich and standardised way. With this tool, cataloguers
can quickly find an appropriate term from multiple
heterogeneously structured thesauri. The Rijksmuseum
Amsterdam will report on the planning and organisation
of such a tool and on the importance of collaboration
between art historians and IT researchers.
Prof. Dr. Heinrich Schulze Altcappenberg (Kupferstichkabinett
- Staatliche Museen zu Berlin)
Strategien der Forschung und Digitalisierung am Berliner
Kupferstichkabinett - Der Online-Katalog "Schinkel"
Direktor des Kupferstichkabinetts - Staatliche Museen
zu Berlin seit August 2002. Zahlreiche Ausstellungen
und Publikationen zu Themen der Zeichenkunst und Druckgraphik
der Neuzeit
Das Berliner Kupferstichkabinett ist mit etwa 650.000
Aquarellen, Zeichnungen, druckgraphischen Werken,
illuminierten und illustrierten Büchern sowie
etlichen Sondersammlungen das Museum mit den umfangreichsten
Kunstsammlungen in Deutschland. Auf erste Projekte
der elektronisch gestützten Dokumentation in
den späten 1980er Jahren (VW-Projekt / DISKUS)
folgte auf Trägerebene der Berliner Museen eine
lange Phase der Diskussion und Konzeption geeigneter
Museumsdokumentationssysteme sowie neuerdings realistischer
Digitalisierungsstrategien.
Powerpointpräsentation (pdf)
Vorgestellt werden
a) die Digitalisierungsstrategie des Kupferstichkabinetts
unter gegebenen Bedingungen und aus dem gesamten Spektrum
der musealen Aufgaben daraus abgeleitet
b) ein laufendes Vorhaben: "Das Erbe Schinkels
- vom Depot in den Diskurs"
Das Kupferstichkabinett bewahrt den künstlerischen
Nachlass Karl Friedrich Schinkels, der ca. 6000 Objekte,
Zeichnungen und Druckgraphik umfasst. Im Rahmen eines
maßgeblich vom Bundesministerium für Bildung
und Forschung geförderten, auf drei Jahre angelegten
Projekts wird dieser Bestand unter kunsthistorischen
sowie kunsttechnologischen Gesichtspunkten untersucht,
katalogisiert, digitalisiert und bewertet. Ziel ist
die Veröffentlichung des gesamten Schinkel-Bestandes
des Berliner Kupferstichkabinetts unter Einbeziehung
der Graphik und gedruckter Vorlagenwerke in Form eines
forschungsbasierten Online-Katalogs. Unterstützt
wird das Vorhaben durch ein wissenschaftliches Kuratorium
und etliche Partner, die aus spezialisierten Forschungskontexten
ihren Beitrag dazu leisten, die kunsthistorische Untersuchung
und detaillierte Katalogisierung mit der kunsttechnologischen
Erforschung und einer präzisen Befunddokumentation
zu verbinden (Aufschriften, Materialien, Papiere,
Wasserzeichendatei, etc.). Der Katalog wird diese
bedeutende Werkgruppe in ihrer Gesamtheit und Komplexität
der Öffentlichkeit zugänglich machen und
zugleich der Wissenschaftswelt als auch qualitativ
neue Plattform für zukünftige transdisziplinäre
Forschungen dienen.
Univ.-Prof. Dr. habil. Oliver Grau (Donau-Universität
Krems) Mag. Michael Grünwald (Graphische Sammlung &
Kunstsammlungen Stift Göttweig)
Die Graphische Sammlung Stift Göttweig - Perspektiven
der Erforschung und Vermittlung digitalisierter Druckgraphik
Oliver Grau
Leiter des Institus für Bildwissenschaften, Donau
Universität Krems / Head Department for Image
Science, Danube University Krems
Oliver Grau was appointed in 2005 the first Chair
Professor of Image Science in the German speaking
countries at the Danube University Krems. His books
include Virtual Art: From Illusion to Immersion, Cambridge/Mass.,
MIT Press 2003 (book of the month Scientific American);
Mediale Emotionen, Frankfurt 2005; MediaArtHistories,
MIT Press 2007 and Imagery in the 21st Century, MIT-Press
2011. His main research is in the history of media
art, immersive images, and images and emotions, as
well as the history, idea and culture of telepresence
and artificial life. Grau has conceived new scientific
tools for the humanities/digital humanities, he managed
the project "Immersive Art" of The German Research
Foundation (DFG) whose team started developing in
1998 the first international archive for digital art[3]
written on an open source platform at the Danube-University
Krems and has since been followed up by a number of
spin-off projects. Since 2000 the DVA was the first
online archive to regularly stream video documentations.
Since 2005 Grau is manager of the database of Goettweigs
Graphic Collection, Austria's largest private graphic
collection that contains 30,000 works, ranging from
Albrecht Duerer to Gustav Klimt.
Vortragstext(pdf) - Powerpointpräsentation (pdf)
Michael Grünwald
Stv. Kustos der Graphischen Sammlung & Kunstsammlungen
Stift Göttweig, Studium der Kunstgeschichte in
Wien und postgradualer Masterlehrgang "Ikonographische
Analyse und digitale Bildarchivierung" an der
Donau-Universität Krems. Mitarbeit am Projekt
"Früh- und hochmittelalterliche Buchmalerei
in Österreich" der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften (1994-97); seit 1998 in
Göttweig, Gestaltung der jährlichen Wechselausstellungen
des Stiftsmuseums im Kaisertrakt und Mitarbeit an
anderen auswärtigen Ausstellungen. Publikationen
zur Buchmalerei, Graphik, Barockkunst und Klosterkultur.
Vortragstext (pdf)
- Powerpointpräsentation
Durch den Sammeleifer des Adels und des Herrscherhauses
- wie Prinz Eugen von Savoyen oder Kaiser Karl VI.
- angeregt, begann Abt Gottfried Bessel (1714-1749)
mit dem systematischen Aufbau einer Graphikkollektion.
Begünstigt durch sein internationales Netzwerk
an Kontakten erwarb er Blätter in ganz Europa,
oftmals gesamte Sammlungen mit mehreren hunderten
Objekten auf einmal. Die Druckgraphik sollte in erster
Linie zur visuellen Bildung der Konventualen dienen,
wurde aber auch vielfältig als Vorlagenmaterial
für den Stiftsneubau und seine Ausstattung sowie
von Hauskünstlern zu Studienzwecken genutzt.
Die Ausführungen geben einen Überblick über
die Sammlungsgeschichte, den Bestand und die Ordnungssystematik
der Graphischen Sammlung im Benediktinerstift Göttweig,
von den ersten Anfängen im 17. Jahrhundert bis
zur heutigen Digitalisierung. Die Kooperation mit
der Donau-Universität markiert eine Zäsur
zu Beginn des 21. Jahrhunderts.
Seit der Übersiedlung vom barocken Archivtrakt
in die Alte Burg 2002 wird der Graphikbestand durch
das Digitalsierungs-Center des Departments für
Bildwissenschaften mit Hilfe neuester Technologie
inventarisiert.
Schwerpunkte der Präsentation zur digitalen Erschließung
der Graphischen Sammlung Göttweig sind neue Erkenntnis-
und Vermittlungsstrategien des "Mediums Druckgraphik",
die aus der hochauflösenden Digitalisierung erwachsen:
Virtuelle Ausstellungen im Internet (www.gssg.at),
Großprojektionen, "filmische Augen- und
Zeitreisen durch historische Druckwerke" und
nicht zuletzt die Vernetzung mit Archiven der zeitgenössischen
Kunst im Rahmen bildwissenschaftlicher Forschung.
Dr. Christiane Lukatis (Graphische Sammlung, Museumslandschaft
Hessen Kassel)
Die digitalen Bestandskataloge der Graphischen Sammlung
der Museumslandschaft Hessen Kassel - Konzepte, Erfahrungen,
Visionen
Seit 1996 Leitung der Graphischen Sammlung der Museumslandschaft
Hessen Kassel. Initiierung und Durchführung verschiedener
Ausstellungs- und Forschungsvorhaben, wie des Bestandskataloges
der Architekturzeichnungen des 17.-20. Jahrhunderts,
der von der DFG gefördert und online publiziert
wurde.
Vortragstext
Zwischen 1999 und 2009 publizierte die Graphische
Sammlung der MHK drei digitale Bestandskataloge mit
ausführlichen wissenschaftlichen Texten, den
technischen Daten und Abbildungen bei Zeichnungen.
Während der erste dieser Kataloge noch als CD-Rom
erschien, wurden die nachfolgenden freiverfügbar
ins Netz gestellt. Der Vortrag stellt die Konzepte
dieser digitalen Kataloge vor und weist Perspektiven
für weitere Projekte in der Graphischen Sammlung
der MHK auf.
Dr. Thomas Ketelsen, Dipl.-Rest. Thomas Klinke, Dipl.-Theol. Tobias Nagel M.A.
(Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln)
Digitale Dialoge - Vergleiche von Kunst auf Papier
mittels digitaler Beschreibung
Dr. Thomas Ketelsen
Studium der Kunstgeschichte, Neueren deutschen Literaturgeschichte
und Philosophie an der Universität Hamburg, Promotion
1988 an der Universität Hamburg über das
Thema: Künstlerviten, Inventare, Kataloge. Drei
Studien zur Geschichte der kunsthistorischen Praxis.
Tätig als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kunstgeschichtlichen
Seminar der Universität Hamburg; an der Gemäldegalerie
Alte Meister, ehem. Staatlichen Museen Kassel; an
der Hamburger Kunsthalle, dort den Bestandskatalog
der niederländischen Gemälde verfasst; von
2000 bis 2009 Kurator der niederländischen Zeichnungen
am Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen
Dresden; dort u.a. das von der DFG finanzierte Forschungsprojekts:
"Zur Typologie der niederländischen Zeichnung
im 16. Jahrhundert" geleitet (von 2007 bis 2009);
seit 1. April 2010 Leiter der Graphischen Sammlung
im Wallraf- Richartz-Museum & Fondation Corboud,
Köln.
Ausstellungen in Auswahl: Rembrandt, Die Dresdner
Zeichnungen 2004; Das Geheimnis des Jan van Eyck.
Die frühen niederländischen Zeichnungen
und Gemälde in Dresden 2005. In Köln momentan
mit der Vorbereitung zu einer Ausstellung der italienischen
Zeichnungen des 16. Jahrhunderts beschäftigt.
Anlass für die Ausstellung ist der 500. Geburtstag
von Giorgio Vasari, dem Begründer der modernen
Kunstgeschichtsschreibung.
Dipl.-Theol. Tobias Nagel M.A.
Der Diplomtheologe und Kunsthistoriker Tobias Nagel
ist seit 1987 wissenschaftlicher Mitarbeiter an den
Kölner Museen und seit 1990 im Referat für
Museumsangelegenheiten der Stadt Köln für
die wissenschaftliche EDV verantwortlich.
Mehr und mehr gewinnt die Materialforschung und Kunsttechnologie
als Aspekt der Konservierung und Katalogisierung von
Zeichnungen an Relevanz. Erst über die Erhebung
digitaler Bilddaten und Metadaten innerhalb wissenschaftlicher
Datenbänke wird das am Einzelobjekt oder an Zeichnungs-Konvoluten
ermittelte Wissen vernetzbar und auswertbar. Den Ertrag
aus einer Vernetzung zweier Graphischer Kabinette
zeigt die Untersuchung von Zeichnungen des so genannten
Meisters der Egmont-Alben, eines in der zweiten Hälfte
des 16. Jahrhunderts tätigen Anonymus. Im Rahmen
des Projektes zur "Typologie der niederländischen
Zeichnungen des 16. Jahrhunderts" wurde im Dresdner
Kupferstich-Kabinett, zusammen mit der Bundesanstalt
für Materialforschung und -prüfung (BAM)
und dem Papierforscher Georg Dietz (Dresden), das
große Konvolut von über 40 Zeichnungen
dieses Anonymus auf die verwendeten Zeichenmaterialen
und Papiere hin untersucht. Aufgrund des umfangreichen
Materials gelang es, die stilistisch durchaus heterogenen
Zeichnungen, die diesem Künstler zugeschrieben
werden, in eine zeitliche Abfolge zu überführen.
In vielen Sammlungen, wie etwa in der Graphischen
Sammlung des Wallraf-Richartz-Museums, befinden sich
weitere einzelne Zeichnungen des Egmont-Meisters,
die zu den in Dresden gewonnenen Erkenntnissen in
Beziehung gesetzt werden können. Ziel dabei ist
es, diese einzeln aufbewahrten Zeichnungen mit Blick
auf die verwendeten Papiere und Materialien dem bislang
untersuchten Gesamtkonvolut zu zuordnen. Am Ende dieser
Untersuchungsreihe stände ein digitales Gesamtverzeichnis
aller bekannten Zeichnungen dieses Künstlers
unter besonderer Berücksichtigung der Zeichenmaterialien
und Papiere. Einem solchen erstrebenswerten digitalen
Brückenschlag liegt in Köln der Aufbau einer
zentralen, sich auf die Regelwerke MIDAS und MIDAS-KuR
stützende Datenbank zugrunde, die zielorientiert,
neben kunsthistorischen Informationen, auch kunsttechnologische
Daten erfasst.
Dr. Caroline Zöhl (Kunsthistorisches Institut,
Freie Universität Berlin)
Stundenbücher im Pariser Frühdrucke 1485
bis 1550 - Digitale Bibliothek und Recherchedatenbank
Geb. 1965, Studium in Kansas City, Bremen und Berlin.
1994 Magister an der Freien Universität Berlin
mit einer Arbeit zum Thema "Der Berliner Totentanz".
1996-1999 Promotions- und Projektstipendium der Gerda
Henkel Stiftung (Stundenbuchdruck in Paris 1485-1550).
1999 Promotion: "Jean Pichore, Buchmaler und
Verleger in Paris und die Stundenbuchgraphik nach
1500". 1999-2003 Katalogprojekt zum Pariser Stundenbuchdruck
(Antiquarita Tenschert, Ramsen, Schweiz). 2002 Forschungsprojekt
zur Planungs- und Rezeptionsgeschichte des Pflanzenbuchs
"Hortus Eystettensis" - Nürnberg 1613.
Seit 2001 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am KHI der
FU Berlin.
Vortragstext
Seit Januar 2010 fördert die Gerda-Henkel-Stiftung
am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität
Berlin ein Pilotprojekt zur Erforschung und digitalen
Erschließung des französischen Stundenbuchdrucks
von den Anfängen um 1485 bis zum Ende seiner
Blütezeit um 1550. Ziel des Pilotprojekts ist
eine digitale Publikation bis Dezember 2010 als Basis
für einen größeren Förderantrag
in Kooperation mit internationalen Bibliotheken und
Museen. Die digitale Präsentation als Netzwerk
von Beziehungen dient dabei nicht allein als Mittel
der Darstellung von Forschungsergebnissen. Vielmehr
soll die Zusammenarbeit von Softwareentwicklung und
kunstgeschichtlicher Forschung erweisen, dass diese
Form der digitalen Vernetzung und Präsentationen
sich als Forschungsinstrument eignet, da sie das zu
bearbeitende Material umfangreicher zugänglich
machen und darin komplexere Beziehungen herstellen
kann als herkömmliche Medien.
Stundenbücher sind besonders für die digitale
Präsentation geeignet. Als komposite Gebilde
aus frei kombinierbaren Bildern und Texten sind sie
herausragende Beispiele für einen Medienwandel,
der selbst neue Darstellungsmöglichkeiten hervorbrachte.
Zudem beruht ihre Herstellung auf einem Netzwerk von
Beziehungen, dessen Funktionsweise nur digital angemessen
veranschaulicht werden kann. Dazu gehören Akteure
wie Drucker, Verleger, Redakteure, Typenschneider
und Holz- und Metallschnittentwerfer, aber auch Bezüge
der Graphik zu ihren Vorlagen und Vorbildern oder
zu ihren wechselnden Orten im Buch.
Von drei über Werkverträge finanzierten
Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen werden ca. 25 stilistisch
unterschiedliche Graphikserien (ca. 400 Einzelbilder)
erfasst, ebenso die wichtigsten Bordürenzyklen
(über 500 Einzelbilder), deren Vorkommen exemplarisch
in vollständig digitalisierten Büchern nachgewiesen
und mit den verantwortlichen Künstlern, mit Vorlagen
oder Vorbildern und Reflexen in anderen Kunstwerken
sowie mit den Druckern und Verlegern als Auftraggeber
verlinkt werden, während von den digitalisierten
Büchern weitere Links ausgehen.
Das Bildmaterial wird durch internationale Kooperationen
mit Sammlungen bereitgestellt, die auf Publikationsgebühren
verzichten und verminderte Reproduktionskosten erheben.
Bislang beteiligt sind: Staatsbibliothek zu Berlin,
Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin,
Bibliothèque nationale in Paris (Sammlung James
de Rothschild und Réserve des Imprimés).
Zugesagte Kooperationsbereitschaft: British Library,
Pierpont Morgan Library, Walters Art Museum.
Zur Umsetzung des Projekts dient die in einem BMBF
Projekt von der Leuphana-Universität Lüneburg
und der Humboldt-Universität Berlin zwischen
Juni 2006 und Mai 2009 in unpublizierten Pilotprojekten
getestete open-source-Software "Hyperimage",
die hier weiterentwickelt und angepasst werden soll
(Projektbeschreibung: http://www.uni-lueneburg.de/hyperimage/hyperimage/).
Das Projekt wird auf dem Server des Rechenzentrums
der Freien Universität zu Berlin publiziert und
über die Internetseite des Kunsthistorischen
Instituts dauerhaft verwaltet. Die im Projektverlauf
zu erweiternde internationale Kooperation mit Bibliotheken
und Museen ermöglicht die Erweiterung und Vervollständigung
des Bestands zu einem Gesamtkatalog aller französischen
Stundenbuchausgaben und des gesamten Druckmaterials
und dessen Nachweis in unterschiedlichen Ausgaben
über längere Zeit.
Prospektiv bieten sich interdisziplinäre Erweiterungen
an, die Gegenstand von neuen Teilprojekten oder auch
Einzelinitiativen sein können. Insbesondere bietet
das Angebot Perspektiven für die Universitätslehre,
die durch didaktische Tools ausbaubar sind. Profitieren
können die Mediävistik und Frühneuzeitforschung
unterschiedlicher Disziplinen wie der Kunstgeschichte,
Kulturwissenschaft, der Philologien, der Editionswissenschaft
oder der Theologie. Die Verankerung des Projekts und
des geplanten digitalen Angebots im Kunsthistorischen
Institut der FU garantiert dabei die Nachhaltigkeit
und Ausbaubarkeit des Systems.
Dipl.-Math. Regine Stein (Deutsches Dokumentationszentrum
für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg)
Keynote Lecture
Regine Stein ist Leiterin der Informationstechnik
am Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte
- Bildarchiv Foto Marburg.
Nach ihrem Mathematik-Studium arbeitete sie zunächst
am Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik
in Berlin an der Entwicklung informationstechnischer
Werkzeuge für Museen mit. Seit 2001 ist sie auf
nationaler wie internationaler Ebene in die Standardisierungsarbeit
für die Museumsdokumentation involviert: als
Leiterin der AG Datenaustausch in der Fachgruppe Dokumentation
des Deutschen Museumsbundes, als Mitglied in der CIDOC
CRM Special Interest Group sowie als Co-Chair (gemeinsam
mit Erin Coburn vom Metropolitan Museum of Art in
New York) der CIDOC Arbeitsgruppe Data Harvesting
and Interchange. Regine Stein hat seit 2006 die Entwicklung
des internationalen Metadaten-Standards LIDO und seine
aktuelle Implementierung im EU-Projekt ATHENA und
der Europeana geleitet. Seit November 2010 ist Regine
Stein CIDOC Secretary.
Vortragstext
- Powerpointpräsentation
(pdf)
PD Dr. Anna Schreurs (Kunsthistorisches Institut
Florenz)
Christina Posselt M.A. (Kunstgeschichtliches Institut
Frankfurt)
Die 'Teutsche Academie' im Schnittpunkt: zur Nachnutzung
und Verknüpfung von Graphik-Datenbanken im Projekt
www.sandrart.net
Anna Schreurs
Promotion in Bonn (mit einer Arbeit über antiquarische
Studien des 16. Jhdt., Pirro Ligorio), 2010 Habilitation
in Frankfurt (mit einer Arbeit über Joachim von
Sandrart); seit 2006 Leiterin des Projektes Sandrart.net
am KHI Florenz.
Christina Posselt
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte
in Frankfurt am Main 2000-2006, Abschluss: M. A. ("Erasmus
von Rotterdam im Porträt - Die Bedeutung frühneuzeitlicher
Bildmedien in ihrer Vielgestaltigkeit"), Doktorandin
bei Prof. Nova ("Das Porträt in den Viten
Vasaris - Gattungsgeschichte, Literarizität und
Rezeptionsästhetik im Spiegel der Kunsttheorie
des Cinquecento", Stipendium der Frankfurt Graduate
School for the Humanities and Social Sciences 2008-2009,
Abgabe der Dissertation im September 2010); Mitarbeit
an der Ausstellungsvorbereitung zu "Kirchner,
Heckel, Schmidt-Rottluff, Nolde - Künstler der
Brücke in der Sammlung Hagemanns" im Städelmuseum
Frankfurt (2004), Mitarbeit an der Neuedition der
Vite Vasaris (Wagenbachverlag) seit 2005, mehrmonatige
Bearbeitung graphischer Konvolute in der Graphischen
Sammlung des Historischen Museums Frankfurt am Main
(2006/7 und 2010), Teilnahme am Studienkurs des KHI
Florenz 23.-30.09.2007 sowie an der 8. Internationalen
Frühjahrsakademie in Florenz 31.05.-05.06.2010,
wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt sandrart.net
seit Juni 2007.
Vortragstext
- Powerpointpräsentation
Im Zentrum des seit 2007 (bis 2012) von der DFG geförderten
Projektes www.sandrart.net (Kooperationsprojekt Universität
Frankfurt, Kunsthistorisches Institut Florenz) steht
die Online-Edition der "Teutschen Academie der
Edlen, Bau-, Bild- und Mahlerey-Künste",
einem bedeutenden Quellentext der frühen Neuzeit,
den Joachim von Sandrart in mehreren Bänden zwischen
1675 und 1680 in Nürnberg herausbrachte (die
Edition ist in einer ersten Version unter der Adresse
http://ta.sandrart.net öffentlich zugänglich).
Als Pilotprojekt für eine neuartige Form der
Online-Kommentierung werden alle im Text erwähnten
Orte und Personen, vor allem aber die vom Autor beschriebenen
Kunstwerke in Datenbanken erfasst. In der Kunstwerk-Datenbank
werden auch Nachstiche von berühmten Gemälden
seit dem 16. Jahrhundert bzw. graphische Reproduktionen
heute verlorener Gemälde aufgenommen, da Sandrart
seine Beschreibungen vielfach auf der Basis von Stichvorlagen
vornahm. Zudem werden Stichwerke und Alte Drucke in
einer "Publikationsdatenbank" zusammengetragen,
wodurch sich das zeittypische Vorgehen Sandrarts als
Kompilator - in Text und Bild - vor Augen führen
lässt. Die Eingabe der Orte und Personen, Alten
Drucke und Kunstwerke gewährleistet zum einen
die gründliche, katalogartige Erfassung aller
Objekte, zum anderen ermöglicht es deren Vernetzung
untereinander, was Sammlungskontexte, Personenkonstellationen
und weitere Kontexte aufzeigen lässt.
Da sich Sandrart in weitem Umfang mit der Graphik
der Dürerzeit, aber auch der zeitgenössischen
Graphik beschäftigt, nimmt die Aufnahme von graphischen
Blättern innerhalb der Kunstwerk-Datenbank einen
großen Raum ein. Hierbei stellt, neben der Online-Datenbank
des British Museum in London (collection database
online Prints and Drawings), die Online-Datenbank
Virtuelles Kupferstichkabinett eine entscheidende
Quelle dar (vgl. beispielsweise http://ta.sandrart.net/aw/1996
zu Matthias Gerungs Holzschnitt der "Vision des
Johannes von Gott und den 24 Ältesten",
1546). Der Vortrag möchte darlegen, in welcher
Form die Einträge des Virtuellen Kupferstichkabinetts
genutzt werden, um im Rahmen der Online-Edition der
"Teutschen Academie" Kontexte zwischen gedrucktem
Bild und Buch wiederzugewinnen und historische Sammlungszusammenhänge
zu rekonstruieren. Der Sandrart-Text online bildet
darüber hinaus eine thematische Schnittstelle,
in der verschiedene Datenbanken (darunter diejenigen
in Braunschweig/Wolfenbüttel und London, aber
auch solche zu anderen Fachbereichen, wie beispielsweise
der Census of Antique Works of Art and Architecture
known in the Renaissance zur antiquarischen Kultur
im 16. und 17. Jahrhundert) zusammengeführt werden
können. Abschließend soll diskutiert werden,
inwieweit das Angebot von Webservices (aus der ta.sandrart.net-Edition
heraus) für graphische Datenbanken wie das "virtuelle
Kupferstichkabinett" von Nutzen sein kann.
Sebastian Fitzner M.A. (DFG-Projekt 'Architektur-
und Ingenieurzeichnungen der deutschen Renaissance',
Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek
Dresden)
Von der Primärquelle zur Datenbank - Herausforderung
für Bibliotheken und Forschung am Beispiel des
DFG-Projekts 'Architektur- und Ingenieurzeichnungen
der deutschen Renaissance'
Studium der Kunstgeschichte, Neueren und Mittleren
Geschichte und Deutschen Philologie an der Kunsthochschule
und Universität Kassel sowie Universität
zu Köln. Von 2009-2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter
im DFG-Projekt "Architektur- und Ingenieurzeichnungen
der deutschen Renaissance" an der Sächsischen
Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek
Dresden. Seit 2010 Wissenschaftlicher Assistent am
Institut für Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität
München.
Seit April 2009 werden durch ein DFG gefördertes
Projekt in Kooperation der Sächsischen Landesbibliothek
- Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
mit der Abteilung Architekturgeschichte des Kunsthistorischen
Institutes der Universität zu Köln und dem
Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte
Berlin Architektur- und Ingenieurzeichnungen der deutschen
Renaissance umfassend verzeichnet, digitalisiert,
über eine wissenschaftliche Systematik erschlossen
und zugänglich gemacht.
Kernstück des Vorhabens ist es, eine bisher kaum
beachtete Objektgruppe von Primärquellen, die
nicht im Fokus der bestandshaltenden und sammelnden
Institutionen, aber der Wissenschaft liegen, erstmals
einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich
zu machen. Das in der Förderrichtlinie "Bibliotheken
und Archive im Verbund mit der Forschung" angesiedelte
Projekt gewinnt durch die Ergänzung der Kompetenzen
der einzelnen Projektpartner von der Recherche und
wissenschaftlichen Erschließung, über die
hochauflösende Digitalisierung bis hin zur adäquaten,
benutzerfreundlichen Präsentation der Zeichnungen
im Fachportal "Architektur- und Ingenieurzeichnungen"
der Deutschen Fotothek an besonderer Bedeutung. Somit
können durch die kooperative Zusammenarbeit nicht
nur nachweislich dringend benötigte Quellen für
aktuell expandierende Forschungsfelder wie die Geschichte
der deutschen Renaissancearchitektur im europäischen
Kontext bereitgestellt werden, sondern es wird vor
allem die Zugänglichkeit für die interessierte
Öffentlichkeit durch die virtuelle Zusammenführung
der heterogenen Sammlungsbestände aus dem gesamten
Bundesgebiet überhaupt erst möglich.
Exemplarisch möchte der Vortrag aufzeigen, welche
Potentiale und Herausforderungen im übergreifenden
Verbund institutioneller Zusammenarbeit von Bibliotheken
und Forschung für den Aufbau eines Fachportals
liegen. Durch die Zusammenarbeit dreier Partner ergeben
sich Synergieeffekte hinsichtlich der Verbindung von
Erschließungs- und Forschungskompetenzen. Während
die Bibliothek das Know-how bezüglich der Katalogisierung,
der Entwicklung der Datenbank und deren nachhaltiger
Pflege einbringt, steuern die Abteilung Architekturgeschichte
der Kölner Universität und das MPI für
Wissenschaftsgeschichte Berlin eine praxisrelevante
Inhaltserschließung und ihre erprobten Kategoriensysteme
bei. Zur Disposition steht zudem, wie mit beschränkten
Ressourcen Primärquellen aus bundesweiten Sammlungen
überhaupt für eine Grundlagenforschung bereitgestellt
werden können.
Durch die Digitalisierung und die zunehmend entstehenden
Meta-Fachportale wird überdies die Zusammenführung
verschiedener, aber auch thematisch gleicher Medien
von der Druckgrafik über die Handzeichnung bis
hin zum Traktat möglich. Datenbanken führen
so nicht nur Zeichnungen eines Künstlers und
Objekte zusammen, daneben werden auch
Provenienzen und ursprüngliche Sammlungskontexte
abrufbar. Zudem können komplexe geographische
Bezüge durch einen direkten datenbankgestützten
Zugriff auf "Google Maps" abgebildet werden.
Aus methodisch-inhaltlichen Gründen ist daher
zu fragen, in welcher Weise in modellhafter Zusammenarbeit
Primärquellen recherchiert und als Korpus in
Datenbanken nicht nur sichtbar gemacht werden können,
sondern wie diese nachhaltig inhaltlich und formal
zu erschließen und systematisch zu verzeichnen
sind. Der Beitrag möchte somit die Potentiale
und Herausforderungen der von Ihnen zur Debatte gestellten
"Kooperativen Erschließung als Modell?"
aufzeigen und zur Diskussion stellen.
Dr. Arianna Meucci (Nederlands Instituut voor Kunstgeschiedenis,
Florenz)
Watermark Portal: an on-line database for watermarks
and papers used for prints and drawings
Since 2005, researcher at the Dutch University Institute
for Art History in Florence. Principal
projects: Watermark Portal ; NIKI Photo Study Collection
Database.
Powerpointpräsentation
The Watermark Portal is an on-line international
database, which provides a new study subsidy for the
art historians, giving technical and historical information
about the paper, which can help supporting and integrating
art critics and historic research. By now, the WP
is unique in its genre, as it is the first database
on watermarks and papers created with the specific
aim at giving a support on dating, authenticating
and locating the provenance of the anonymous graphics
and of uncertain attribution. It is the first database
on artistic papers to join an international consortium
of databases: it develops into the Consortium Bernstein
- The Memory of Paper who combines four different
databases, Piccard-Online, Wasserzeichen des Mittelalters
(WZMA), Watermarks in Incunabula printed in the Low
Countries (WILC), and Watermark Portal for Prints
and Drawings. The Consortium, promoted by European
Union in 2006, trusts the extraordinary communicative
capability of the internet. It wants to optimize the
information collected by every single database, promoting
a centralized system which gathers huge quantity of
separate information through one only search engine.
The WP was created by the Dutch University Institute
of Art History in Florence to collect the results
of a project started in 2001 under the guidance of
the Director Prof. Bert W. Meijer. The project focused
on watermarks and papers used for artistic purposes
from XV to XIX century. More than 2000 watermarks
have been x-rayed and digitalized from several international
institutes (British Museum, Uffizi, Louvre, Herzog
Anton Ulrich-Museum, Hermitage Museum,
). More
than 1500 of those watermarks come from prints of
artists such as Lucas van Leyden, Rembrandt, Jan Muller,
and others.
Therefore, the paper will focus on:
1. project Bernstein - The Memory of Paper : partners,
goals, website and tools;
2. NIKI's Watermark Portal : goals, website and specific
characteristics:
a. through an application form everyone possessing
watermarks can join the cataloguers
creating new cards and developing the database
b. command key called "permalink" which
optimize furthermore the information creating
a link to the print/drawing's digital catalogue card
(from already existing digitalized
collections);
3. study cases : examples of achievable results (fakes,
copies, reprints, chronology of states, artists' modus
operandi, collaborators and scholars, clues for a
cultural setting's reconstruction);
4. NIKI's Watermark Portal : resulting knowhow and
future perspectives.
Dr. Elke Allgaier (Staatsgalerie Stuttgart)
Das vernetzte Museum - Rechtsfragen zur Präsentation
musealer Inhalte im Internet
Studium der Kunstgeschichte in Freiburg im Breisgau
und an der Universität Zürich. 1996-2000
Wiss. Mitarbeiterin, Privatsammlung, Zürich.
2000-2002 Forschungsstipendiatin am Centro Tedesco
di Studi Veneziani, Venedig. 2004-2007 Staatliche
Kunsthalle Karlsruhe; seit 2007 Staatsgalerie Stuttgart.
Powerpointpräsentation (pdf)
Museen verlagern die Publikation ihrer Sammlungsbestände
zusehends in das Internet und nutzen damit die Möglichkeiten
und Chancen des vernetzten Arbeitens. Mit der Veröffentlichung
von urheberrechtlich, leistungsschutzrechtlich oder
persönlichkeitsrechtlich geschützten Materialien
ist im Vorfeld der Publikation ein Aufwand erforderlich,
der insbesondere bei Sammlungsdatenbanken mit Kunstwerken
der modernen oder zeitgenössischen Kunst zu einer
organisatorischen Herausforderung wird. Der Vortrag
beleuchtet anhand von Praxisbeispielen die Thematik
der Rechtsfragen. Zentrale rechtliche Aspekte werden
aufgezeigt - am Beispiel des Umgangs mit der "Katalogbildfreiheit",
dem Thumbnail-Urteil (2010) oder den aktuellen Lösungswegen
für sogenannte "verwaiste" Werke. Hinweise
auf weiterführende Fachliteratur und Neuerscheinungen
vermitteln einen Überblick zur Thematik.
Michael Buchkremer M.A. (Deutsches Dokumentationszentrum
für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg)
ICONCLASS und PND - Erschließung von bildhaften
Kulturgut durch Normdaten in den DFG-Projekten 'Virtuelles
Kupferstichkabinett' und 'Digitaler Porträtindex'
Studium der Kunstgeschichte, Neueren deutschen Literatur
und Philosophie in Marburg und Köln. Seit 01.04.2006
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Dokumentationszentrum
für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg,
Koordination des DFG-Projekts "Internationalisierung
und Ausgestaltung des Nationalen Bildarchivs
der Kunst und Architektur' als Instrument netzbasierten
Forschens und Überlieferns". Seit 01.10.2009
Koordinator des DFG-Projekts "Digitaler Porträtindex
druckgraphischer Bildnisse von 1450-1850".
Powerpointpräsentation
Wer in Datenbanken nach Bildern sucht, ist in der
Regel an deren Darstellungsinhalten interessiert und
möchte sich mithilfe entsprechender Schlagwörter
bei der Recherche orientieren. Natürlichsprachige
Suchbegriffe haben den Nachteil semantischer Unschärfe
und mehrdeutiger Konnotationen. Für die europäische
Kunstgeschichte ist 1944 von Henri van de Waal das
Iconographic Classification System (ICONCLASS) erdacht
worden, das seitdem stetig weiter entwickelt wurde.
Es unterteilt die Themen der abendländischen
Kunst in hierarchisch organisierte Haupt- und Untergruppen
und codiert jedes Konzept mit einer alphanumerischen
Zeichenfolge, der Erläuterungen und Schlagwörter
in fünf Sprachen zugeordnet werden. Am Beispiel
des "Virtuellen Kupferstichkabinetts" sollen
die Vorzüge der Erschließung mit ICONCLASS
aufgezeigt werden: Die durch das Bildarchiv Foto Marburg
vorgenommene normierte Verschlagwortung von Inhalten
durch ikonographische Notationen in Datensätzen
zu 40.000 graphischen Blättern des VKK ist eine
wirksame Grundlage, um die Themen bildhaften Kulturguts
für eine breite Nutzerschaft zugänglich
zu machen.
Die Effizienz normdatengestützter Erschließung
von historischem Bildmaterial soll an einem weiteren
Gemeinschaftsprojekt, dem "Digitalen Porträtindex
druckgraphischer Bildnisse der Frühen Neuzeit
von 1450-1850", gezeigt werden. Während
ICONCLASS in idealer Weise geeignet ist, auf wissenschaftlicher
Grundlage Druckgraphiken nach Themen und Motiven recherchierbar
zu machen, wird für die Ansetzung von dargestellten
Personen im "Digitalen Porträtindex"
die Personennamendatei (PND) der Deutschen Nationalbibliothek
(DNB) genutzt. Sie garantiert die Rückführung
der Namensvarianten einer Einzelperson auf eine Hauptansetzungsform
ebenso wie die Unverwechselbarkeit bei gleichlautenden
Namen. Rund 100.000 Namen von Porträtierten können
ab Sommer 2010 in einer frei zugänglichen Online-Datenbank
gesucht werden. Darüber hinaus bietet der PND-Datensatz
häufig Informationen, die sozialen Rang, Beruf,
Lebensdaten und Wirkungsorte einer Person umfassen.
Sie werden ebenfalls für eine kombinierte Recherche
aufbereitet und bilden die Basis für die interdisziplinäre
Erforschung von Personen, Dynastien und Ständen
der frühen Neuzeit im Rahmen der Bildniskunst.
Der Vortrag schließt mit einem Ausblick auf
die Möglichkeiten der Vernetzbarkeit von Internetportalen
über Normdaten, am Beispiel der PND. Sie erlaubt
qualifizierte Verlinkungen auf Webangebote mit biographischer
Zuatzinformation, wie "Wikipedia" oder "ADB
online" (Allgemeine Deutsche Biographie), die
ebenfalls über die PND referenzieren. So erfolgt
im "Porträtindex" eine Anreicherung
um kontextbezogene Inhalte.
Sheila Perry M.A., Graeme Gollan M.A. (National Galleries of Scotland, Edinburgh)
All Change in the Print Room
Sheila Perry
Documentation Officer for 20 years following a successful
computer programming career
with a break for child care. She has now been responsible
for implementing 3 incarnations of the NGS collections
database.
Graeme Gollan
Senior Paper Conservator
Conferences: Chaired the Techniques, History, and Conservation
of Printed Media', run by Northumbria University and
the AIC (American Institute of Conservation), held
at The Sage Gateshead, 5-7 September 2007.
Steering group member and conference chair for 'Printed
on Paper, the Techniques, History, and Conservation
of Printed Media', Northumbria University and the
AIC (American Institute of Conservation), held at
The Sage Gateshead, 5-7 September 2007.
Roles within professional bodies: Assistant Coordinator of Modern Materials in Collections,
Scotland (MMIC:S).
Vortrag
Gollan - Vortrag
Perry
At the National Galleries of Scotland we are in the
process of refurbishing the Scottish National Portrait
Gallery, a late 19th century Gothic style building,
in order to provide more modern facilities and a better
visitor experience. An important part of this refurbishment
is to replace the outdated Print Room with one that
provides better environmental conditions for the prints
and drawings as well as an improved system for accessing
them. We hope to use modern technology to help us
to store more prints and drawings in a smaller space
but with better access than before as part of the
new Resource and Learning Centre. Our paper will discuss
the conditions and circumstances in which prints and
drawings were kept before the move-out from the Portrait
Gallery building, and the issues arising from both
the physical environment and from the way in which
the Print Room was organised and managed. The numbering
of prints and of the solander boxes they are stored
in was found to be particularly problematic, but the
fact that the works on paper were widely dispersed
through the Portrait Gallery building was also not
ideal. There were prints in the basement and in the
attic, prints and drawings were stored in cabinets
in one of the public galleries, and the photography
collection was stored separately from other works
on paper. All this will change.
The paper will consider the move itself and issues
of storage, retrieval and management during the time
the prints and drawings are outside the Portrait Gallery.
They are currently stored in boxes on shelves in a
paintings store at the National Gallery of Scotland.
It will then highlight the different situation which
will exist when they are moved back into the new storage
facility.
This last section is central to the paper, and will
cover the new method of physical storage currently
being sourced and its potential benefits in terms
of conservation and access. All prints, drawings and
photographs will be stored together as part of the
Resource and Learning Centre. Miniatures and small
portraits will also be kept nearby. This arrangement
will increase opportunities for public access to the
works, as well as improving environmental conditions
and providing a safer way for staff to work with them.
The type of system to be installed is an automated
vertical storage facility manufactured by Kardex,
with three metal tower units, designed to hold as
much material as possible efficiently in the space
available, and providing access to individual boxes
using related software. The paper will include a review
of the advantages and disadvantages of the system
from the points of view of both conservators and documentation
specialists. The equipment is due to be installed
in June 2011 and the prints, drawings and photographs
will be moved into it during July. We are currently
finalising procedures for using the units, and during
April and May we will be adding barcodes to the boxes
and possibly to the objects to facilitate inventory
control. The paper will mention the issues around
these methods of tracking objects.
Dr. Stephan Brakensiek (Graphische Sammlung, Universität
Trier)
Dr. Georg Schelbert (Universität Trier / Bibliotheca
Hertziana, Rom)
Graphik vernetzt
Stephan Brakensiek
Geb. 1968, Studium der Kunstgeschichte und Geschichte
an der Ruhr-Universität Bochum. Magister Artium
1996. Stipendium des Evangelischen Studienwerks Villigst
(1997-2000) und der Aldegrever-Gesellschaft, Münster/Westf.
(1997). Promotion 2001 mit einer Arbeit über
das Sammeln von Druckgraphik im frühneuzeitlichen
Deutschland (Prof. Dr. Reinhart Schleier, Prof. Dr.
Monika Steinhauser). Zwischen 1995 und 1997 wissenschaftliche
Mitarbeit im Rahmen des von der VW-Stiftung geförderten
Forschungsprojektes "EDV und Kunstwissenschaft"
am Kunstgeschichtlichen Institut der Ruhr-Universität.
Von 2000 bis 2003 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der
Kulturstiftung Ruhr, Villa Hügel, Essen. Parallel
dazu Lehraufträge an der Ruhr-Universität
Bochum. Seit Oktober 2004 Kustos der Graphischen Sammlung
des Fachs Kunstgeschichte der Universität Trier.
Georg Schelbert
Geb. 1966, Studium der Kunstgeschichte, mittelalterlichen
Geschichte und Philosophie in München und Bonn.
1995 Magister Artium an der Universität München
mit einer Arbeit über die Architektur des Chores
des Freiburger Münsters im 14. Jahrhundert. 1995
und 1996 Mitarbeit am Dehio-Handbuch Sachsen und Tätigkeit
am Landesamt für Denkmalpflege Sachsen in der
Baudenkmälererfassung. Von 1997 bis 2003 persönlicher
Assistent bei Christoph Luitpold Frommel an der Bibliotheca
Hertziana, Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte
in Rom. Seit 2001 Mitarbeit am von Elisabeth Kieven
initiierten Projekt Lineamenta - eine Forschungsdatenbank
für Architekturzeichnungen und anderen Datenbankprojekten
an der Bibliotheca Hertziana. 2004 Promotion an der
Ludwig-Maximilians-Universität in München
mit einer Dissertation zu römischen Kardinalspalästen
des 15. Jahrhunderts. Seit Oktober 2005 wissenschaftlicher
Mitarbeiter (50%) des Fachs Kunstgeschichte an der
Universität Trier mit besonderen Aufgaben im
Bereich Digitalisierung und Datenbanken und weiter
Mitarbeit an der Bibliotheca Hertziana per Kooperationsvertrag.
Zusammenfassung
- Powerpointpräsentation
Graphische Sammlungen sind bis heute, bedingt durch
ihre analogen Zugangssysteme (Zettelkataloge, Katalogbücher
etc.) weitestgehend eindimensional erschlossen. Aufgrund
der Beschränkung des der Graphikkunde des 19.
Jahrhundert geschuldeten Blicks sind ältere Nutzungszusammenhänge
druckgraphischer Kabinette (Bildarchive, Wissensspeicher)
weit-gehend in den Hintergrund getreten. Die neuen
Technologien eröffnen nun Möglichkeiten,
ältere Funktionszusammenhänge wieder zu
beleben und die umfangreichen Sammlungsbestände
einer vielfach neuen Nutzung zuzuführen (Bildarchive,
realienkundliche Bildsammlungen, Darstellung von Rezeptionsstufen
und -zusammenhängen bei Reproduktionsgraphik,
sammlungsgeschichtliche und graphikkundliche Aspekte:
Kolorierungen, Varianten, Zustandsdrucke).
Fragestellungen dieser Art sind vielfach nicht einmal
in den großen Sammlungen allein zu realisieren,
da zum Einen normalerweise keine Bestände an
Doubletten existieren und somit über Varianten
wenig auszusagen ist. Zum anderen aber auch, da nur
eine überinstitutionelle Struktur der Erschließung
die Verbreitung einzelner Blätter wirklich zu
belegen vermag.
Das an der Bibliotheca Hertziana, Max-Planck-Institut
für Kunstgeschichte in Rom, in Entwicklung befindliche
Datenbanksystem Zuccaro versucht, diese Aspekte zu
berücksichtigen. Da es dabei ein besonderes Augenmerk
auf die bei der Druckgraphik relevante Unterscheidung
zwischen der Druckplatte, ihren verschiednen Zuständen
und den einzelnen Abzügen legt, wird dabei sammlungsübergreifendes
Arbeiten möglich und notwendig.
In unserem Beitrag sollen neben allgemeinen theoretisch-strukturellen
Grundüberlegungen Beispiele aus der praktischen
Arbeit mit dem Datenbanksystem Zuccaro in der Graphischen
Sammlung des Fachs Kunstgeschichte der Universität
Tier und der Rara-Digitalisierung an der Bibliotheca
Hertziana präsentiert werden.
Jeroen De Meester (Museum Plantin-Moretus / Stedelijk
Prentenkabinet, Antwerpen)
Print rooms online: the end of the reading room as
we know it
Registrar Museum Plantin-Moretus/Prentenkabinet,
Antwerp. Adlib Administrator for the museums of the
city of Antwerp, Belgium.
Link zur Präsentation
von Jeroen De Meester.
Datenbank: Printroom of Antwerp online (Nov. 2011)
The city of Antwerp's Museum Plantin-Moretus/Prentenkabinet
collects prints and drawings of predominantly Antwerp
artists from the 16th to the 18th century. In addition,
also the leading local artists are represented in
its modern and contemporary collections. Housing a
collection of more than 75000 objects, the Museum
Plantin-Moretus/Prentenkabinet features amongst the
top fifty on the list of the world's most important
print rooms.
In order to manage such a vast number of prints and
drawings, great efforts are being made for the digitalization
of the collection into Adlib Museum. This database
contains the collections of all the museums of the
city of Antwerp and therefore also includes the prints
and drawings of the other city museums, such as the
Mayer van den Bergh Museum. Once the digitalization
is completed, our database will comprise the entire
collection of prints and drawings available in the
museums of the city of Antwerp. Meanwhile, visitors
have to consult the filing cards when they want to
see what the collection has to offer
like in
the good old days.
However, digitalization is only the first but yet
essential condition for improved access to our collection.
The next step is to take the print room online. The
Museum Plantin-Moretus/Prentenkabinet already has
a website, but it is mainly informative. You may get
a picture of what a print room is, what you can find
there,
but you can't search the collection.
For ultimate access to our collection, print rooms
online need to offer perfect searchability, quick
and reliable results, key metadata and zoomable high
resolution images. This ambition is perfectly achievable
as shown by a few websites, for example the 'virtuelles-kupferstichkabinett'.
Once such website has been developed, the traditional
working of the reading room will change completely.
It is not essential anymore for interested individuals
to actually come to the reading room because all the
prints, drawings, etc. are easy to study online, often
under better conditions than in the reading room itself
(the need to use a magnifying glass, some prints may
be on display elsewhere, unavailable because of restoration,
etc.). The print room should provide the opportunity
to consult this website in the reading room, for example
on some eReaders like the iPad. This way, the objects
won't suffer from unnecessary or recurrent manipulation
which will greatly benefit their conservation.
Still, the most important reason for visiting the
print room itself will always be to see and examine
the prints and drawings, either 'virtual' or 'real',
as well as to get professional advice from the scholarly
staff, to consult the available reference books, catalogues,
inventories,
As a consequence, the print room
becomes a true centre of knowledge.
Workshops
Dr. Thomas Stäcker (Herzog August Bibliothek,
Wolfenbüttel)
Workshop: Entwicklung und Implementierung des Datenbanksystems
des Virtuellen Kupferstichkabinetts
Study of the History of Philosophy and Latin Philology.
1997-1998: Librarian at the Johannes a Lasco Library
in Emden. Since 1998: Librarian at the Herzog August
Bibliothek in Wolfenbuettel (department of rare books
and digitization). Since 2009: Deputy Director at
the Herzog August Bibliothek in Wolfenbuettel.
Powerpointpräsentation
Dipl.-Math. Regine Stein (Deutsches Dokumentationszentrum
für Kunstgeschichte - Bildarchiv Foto Marburg)
und Axel Vitzthum (digiCULT)
Workshop: LIDO - Lightweight Information Describing
Objects: eine praktische Einführung in die Zusammenführung
von Sammlungsdaten in Portalen
Teil I: Grundlagen
Teil II: Mapping-Übungen anhand eigener Datenformate
der Teilnehmer oder anhand von Beispieldaten
Regine Stein, Leiterin der Informationstechnik am
Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte
- Bildarchiv Foto Marburg
Axel Vitzthum, System- und Anwendungsentwickler der
digiCULT-Verbund eG
Powerpointpräsentation (pdf)
Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen können
Informationen über ihre Bestände heute in
vielen Portalen verfügbar machen: thematische,
spartenübergreifende, regionale, nationale wie
internationale, die beiden letzteren werden aktuell
mit der Deutschen Digitalen Bibliothek und der Europeana
realisiert.
Eine Schwierigkeit ergibt sich daraus, dass die Objektinformationen
in unterschiedlichsten Sammlungsmanagementsystemen
und entsprechend in unterschiedlichsten Metadatenformaten
vorgehalten werden. Es ist zugleich zeitaufwändig
und kostenintensiv, die Daten aus den verschiedenen
Einrichtungen in eine gemeinsame Portaldatenbank zu
integrieren. Um diese Situation zu überwinden,
wurde LIDO - Lightweight Information Describing Objects
- als XML Schema zur Bereitstellung von Sammlungsdaten
in Portalen entwickelt. LIDO ist eine internationale
Weiterentwicklung des in Deutschland bereits etablierten
museumdat-Formats.
Der Workshop bietet eine umfassende Annäherung
an die Thematik: Das LIDO-Format wird ausführlich
vorgestellt und seine praktische Anwendung in verschiedenen
Projekten gezeigt. Daran anknüpfend werden Mapping-Übungen
anhand eigener Datenformate der Teilnehmer oder anhand
von Beispieldaten ganz praktisch durchdiskutiert.
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