Nicole Eichenberger

Geistliches Erzählen. Erscheinungsformen und Überlieferungsgeschichte religiöser Kleinepik
Die religiöse Kleinepik, vor allem des
13.-15. Jhs., bildet einen wichtigen Bestandteil der mittelhochdeutschen
Erzählliteratur. Dennoch wurde sie von der germanistischen
Forschung bisher wenig beachtet.
Mein Dissertationsprojekt hat zum Ziel, sowohl die Strukturen
und Funktionsweisen dieser Texte zu analysieren, als auch
die Überlieferungsgeschichte einzelner Fallbeispiele
aufzuarbeiten. Zum einen lässt sich anhand der geistlichen
Erzählungen aufzeigen, wie religiöse Inhalte im
literarischen Diskurs vermittelt werden. Zum anderen kann
die Aufarbeitung der Überlieferungsgeschichte geistlicher
Erzählungen einen interessanten Beitrag zur Erforschung
der Rezeptionsgeschichte mittelalterlicher Erzählliteratur
leisten.
In den Beständen der HAB befinden sich mehrere Handschriften,
die geistliche Verserzählungen überliefern und
im Rahmen des Stipendiums untersucht werden sollen, z.B.:
Cod. 16.17 Aug. 4° ('Die drei Lebenden und die drei
Toten', Kunz Kistener, 'Die Jakobsbrüder'); Cod. 64.3
Aug. 8° ('Der Waldbruder'); Cod. 1203 Helmst./ Cod.
1135 Novi ('Zeno').



