Susanne Junk (Tübingen)
Prophetie als Partizipation am Heilsgeschehen? - Lutherische Laienprophetie in gedruckten Quellen des konfessionellen Zeitalters
Für (lutherische) Gläubige im konfessionellen
Zeitalter verband sich die Frage nach dem Heil mit der diesseitigen,
menschlichen Ungewissheit, wie die vergangene Zeit und eigene
Gegenwart innerhalb des Heilsgeschehens zu deuten und wie
die zukünftige Zeit bis zum Jüngstem Tag gestaltet
sei. Mit ihrem Aufruf zu Buße und Umkehr reagierten
lutherische Laienprophetinnen und -propheten auf diese Ungewissheit
und boten - auf Grundlage eines apokalyptischen Weltbildes
- Erklärungen an, wie Ereignisse aus der Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft zu verstehen und sinnstiftend in den
göttlichen Heilsplan einzuordnen seien.
Der Verschränkung von göttlich vorbestimmter Welt
einerseits und menschlicher Teilhabe an dieser Welt andererseits
geht meine Dissertation nach.
Die heranzuziehenden Quellen reichen von Predigten und persönlicher
Korrespondenz von Geistlichen, über Flugschriften und
blätter und periodisch erscheinende Chroniken, wie
der Theatrum Europaeum, bis hin zu Akten aus Gerichtsverfahren
und ermöglichen daher multiperspektivische und kontrastierende
Zugänge.
Während der fünfmonatigen Studien in der Herzog
August Bibliothek Wolfenbüttel sollen vor allem Flugschriften
und blätter, die zwischen 1550 und 1660 im deutschsprachige
Raum in deutscher Sprache gedruckt wurden, und die Theatrum
Europaeum untersucht werden




