Radmila Pavlícková (Olomouc)
Konfessionelle Polemiken in den katholischen und lutherischen Leichenpredigten des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts
Eine ganze Reihe von Leichenpredigtendrucken trägt in der Konfessionalisierungszeit Elemente der religiösen Propaganda, die zur konfessionspolitischen Agitation, Denunziation des andersgläubigen Gegners, zur Manifestation der eigenen dogmatischen Prinzipien und somit zur Selbstkonfessionalisierung und religiösen Disziplinierung der eigenen Glaubensgenossen dient. Die Leichenpredigten wurden oftmals zur neuen Plattform, auf der sich die konfessionelle Konfrontation, bzw. Selbstkonfessionalisierung abspielte. Das Begräbnis und die damit verbundenen Medien der Totenerinnerung hatten in diesem Zeitalter die Ambitionen zum bedeutenden Mittel der Gläubigendisziplinierung zu werden.
Das Forschungsziel des derzeitigen Projektes ist 1) zu beschreiben, auf welche Art und Weise die konfessionell gefärbte Argumentation in die katholischen und lutherischen Leichenpredigten dieses Zeitabschnittes inkorporiert ist, 2) das Themen- und Motivspektrum zu analysieren, welches für die katholischen und lutherischen Leichenprediger aktuell ist, und 3) die Bindung der Begräbnishomiletik an die Schlüssel- und zu jener Zeit aktuellen theologischen Traktate und Polemiken zu verfolgen.




