Rosanna Schito (Bari)
Das politische Denken bei Johann Balthasar Schupp (1610-1661): Ein Beitrag zu Johann Balthasar Schupps politischer Theorie
Die aktuelle Debatte über das Thema der
politischen Kommunikation als Forschungsfeld und die vielen
neuen Beiträge zum Thema der deutschen politischen
Kultur in der frühen Neuzeit, weisen auf die Notwendigkeit
einer spezifischen Erforschung der "volkstümlichen"
politischen Traktatistik (die sich auch in der Form der
Satire und der Predigt ausdrückt) hin. Als Beispielsfigur
wird hier die originelle und vielseitige Persönlichkeit
eines großen, aber heute fast unbekannten Gelehrten
gewählt, J. B. Schupps, der oft zitiert, aber nie so
recht einer bestimmten Richtung des politischen Denkens
zugeordnet wurde. Die Bedeutung Schupps liegt auch in seiner
wichtigen politischen Rolle, die er als Hauptpastor der
Jakobi-Kirche Hamburgs ausübte und natürlich auch
in seinem extrauniversitären reichen literarischen
Beitrag.
Die zwei wichtigsten Fragen, die diese Forschung beantworten
und hervorheben will, sind: die Beziehung zwischen Politik
und Religion in Schupps Schriften sowie die politische Bedeutung
seines Werks im Rahmen der lutherischen politischen Philosophie
in der frühen Neuzeit. Zudem scheint die Sorge des
Autors die Ordnung des Staates zu sein; die Besserung der
Zustände in der Gesellschaft ist eine der Zielsetzungen,
erreichbar nicht nur durch die obrigkeitsorientierten Gesetze,
sondern durch eine soziale Erziehung.




