Professorenhaushalte in der Frühen Neuzeit
Die Säulen der Wissenschaft sind das Thema eines
Werkstattgesprächs mit Elizabeth Harding. Sie referiert
am Donnerstag, 10. Februar 2011, um 14:15 Uhr im Seminarraum
des Zeughauses über die Gestalt und Bedeutung frühneuzeitlicher
Professorenhaushalte am Beispiel Helmstedts.
Die
Geschichte frühneuzeitlicher Universitäten wird
gemeinhin als eine Erfolgsgeschichte des akademischen Lehrkörpers
geschrieben. Das vorzustellende Forschungsprojekt wählt
einen etwas anderen Zugang und untersucht den Professorenhaushalt
und die Bedeutung der Professorenfamilien und der Haushaltsführung.
An der protestantischen Universität der Frühneuzeit
waren Professoren in der Regel verheiratet und bestritten
ihren Lebensunterhalt zu einem erheblichen Umfang aus erwerbswirtschaftlichen
Tätigkeiten. Vor allem im 16. und 17. Jahrhundert boten
sie zusammen mit ihren Familien Mittagstische an, vermieteten
Wohnräume und brauten eigenes Bier.
Der Vortrag gibt einen Einblick in den Lebensalltag im Professorenhaus
am Beispiel der Universität Helmstedt. Diskutiert wird,
inwiefern diese Sichtweise eine neue Perspektive auf die
Wissenschaftsgeschichte eröffnen kann.
Dr. Elizabeth Harding studierte Geschichte, Angewandte Kulturwissenschaften
und Kommunikationswissenschaften an der Universität
Münster. Sie war Stipendiatin des Graduiertenkollegs
"Gesellschaftliche Symbolik in Mittelalter und Früher
Neuzeit" (Münster) und des Instituts für
Europäische Geschichte (Mainz). 2009 wurde sie mit
einer Arbeit zum frühneuzeitlichen Adel promoviert.
Elizabeth Harding ist seit März 2010 als wiss. Mitarbeiterin
an der Herzog August Bibliothek tätig.
Gäste sind herzlich willkommen, Eintritt frei
Informationen unter 05331/808-214 oder www.hab.de
Bild: Rekonstruktion des um 1710 errichteten "Beireishauses"
(19. Jh.).



