Die schriftliche Pflege des Bernwardkultes im Wandel der Zeit - öffentlicher Abendvortrag in der Herzog August Bibliothek
Martina Giese spricht am Dienstag, 22. Februar 2011 um 19 Uhr in der Augusteerhalle über die schriftliche Pflege des Bernwardkultes im Wandel der Zeit. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Begleitvorträge zur Ausstellung "Schätze im Himmel - Bücher auf Erden. Mittelalterliche Handschriften aus Hildesheim" statt.
Bernward von Hildesheim (993-1022) gehört zu den berühmtesten Bischöfen der Ottonenzeit und hat sich in das allgemeine Gedächtnis vor allem durch hinterlassene Kunstwerke nachhaltig eingeschrieben. Komplementär dazu sind es immer wieder Schriftquellen gewesen, die Bernwards Leistungen gewürdigt, sein Andenken wach gehalten und ihn 1193 sogar zur Ehre der Altäre befördert haben. Das nach diesem Formalakt der Heiligsprechung verstärkt einsetzende Bemühen um eine Popularisierung des Bernwardkultes manifestiert sich insbesondere in literarischen Produkten aus Hildesheim selbst, die Bernwards Memoria immer wieder aufs Neue für ihre jeweilige Gegenwart aktualisierten. Anhand von ausgewählten Schlüsselwerken wird im Rahmen des Vortrags dieser Adaptionsvorgang vorgestellt werden. Im Lichte der Hildesheimischen Historiographie und Hagiographie des 11. bis 18. Jahrhunderts lässt sich so exemplarisch nachvollziehen, welchen zeitgebundenen Wandlungsprozessen die Annäherung an eine historische Persönlichkeit unterworfen war.
Dr. Martina Giese studierte Biologie, Geschichte, Historische Hilfswissenschaften sowie mittellateinische Philologie in Essen, Köln, Bonn und München. 1999 wurde sie in Mittelalterlicher Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. Seit dem Wintersemester 2010/11 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Politische und Kirchengeschichte des Früh- und Hochmittelalters, Wissenschafts- und Kulturgeschichte, Quellenkunde sowie Texteditionen.
Der Eintritt ist frei.
Informationen unter 05331/808-214 oder www.hab.de



