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Öffentlicher Abendvortrag in der Herzog August Bibliothek über die augustinische Andachtsbildlehre

Am Donnerstag, 24. Februar 2011 um 19.30 Uhr spricht Walter S. Melion in der Augusteerhalle über Andachtsbücher und geistige Biographien als Quelle der Bildtheorie. Der Vortrag mit dem Titel "Die augustinische Andachtsbildlehre in Otto van Veens Vita Sancti Thomae Aquinatis (1610) und Theodoor Galles Vita Beati Ignatii Loyolae (1610)" findet im Rahmen der Gasttagung "Die Rekonstruktion der Gesellschaft aus der Kunst: Antwerpener Malerei und Graphik in und nach den Katastrophen des späten 16. Jahrhunderts" statt.

Andachtsbücher und geistige Biographien sind eine reiche Quelle der Bildtheorie. Sie stellen eine Terminologie zur Beschreibung der unterschiedlichen Arten und Wirkmuster von Bildern bereit, die im Kontext einer auf die Rettung der Seele zielenden spirituellen Praxis in Gebrauch waren. Die Andachtsbilder haben die Fähigkeit, als Instrumente körperlicher oder seelischer Einsicht zu fungieren und dabei das gesamte Spektrum äußerer und innerer Sinne anzusprechen. Die vergegenwärtigende Wirksamkeit von Andachtsbildern ist ein zentrales Anliegen jesuitischer Traktate, die an der Wende zum 17. Jahrhundert in Antwerpen produziert und über die gesamten Niederlande verbreitet wurden. Unter diesen Publikationen stellt Theodoor Galles Vita Beati sancti patris Ignatii Loyolae religionis Societatis Iesu fundatoris (Leben des glückseligen Heiligen Vaters Ignatius von Loyola, Gründer des Jesuitenordens) ein besonders reiches Lexikon der unterschiedlichen Arten und Wirkmuster von Bildern dar, das Ignatius auf dem Weg zur Heiligkeit zeigt. Die Vita besteht aus mehr als sechzig gestochenen hochformatigen Blättern, die Schlüsselszenen aus dem Leben des Gründers illustrieren. Vergleichend wird in dem Vortrag auf die zeitgleiche von Otto van Veen entworfene Vita Sancti Thomae Aquinatis eingegangen.

Walter S. Melion ist Professor für Kunstgeschichte an der Emory University in Atlanta. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die Kunst der Renaissance und des Barock, insbesondere die Niederländische Kunst und Kunsttheorie sowie Druckgraphik.

Der Eintritt ist frei.
Informationen unter 05331/808-214 oder www.hab.de

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Zuletzt geändert am 18. Februar 2011
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