Die Bibel in der Hand der Laien - Sonderführung
In einer Sonderführung am Freitag, 27. Mai 2011 um 16.00 Uhr durch die Ausstellung "Reformstau im 15. Jahrhundert? Kirche und Welt vor der Reformation" wird Christian Heitzmann, Leiter der Handschriftenabteilung und Kurator der Ausstellung, erneut das Thema "Die Bibel in der Hand der Laien" aufgreifen.
Im Jahr 2017 wird das 500-jährige Reformationsjubiläum begangen. Mit der Epoche machenden Veröffentlichung von Martin Luthers 95 Thesen gegen den Ablass begann am 31. Oktober 1517 eine neue Zeit. Das Monopol des Klerus, die Bibel verbindlich auszulegen, geriet zunehmend in die Kritik. Lesekundige Laien verlangten danach, selbst die Bibel zu lesen. Es entstanden Übersetzungen wie die englische Bibel, die auf den verurteilten Ketzer John Wycliff zurückgeht. Zahlreiche Druckausgaben deutscher Bibeln erschienen seit 1466, also lange vor Luther. Kirchliche Verbote wurden von Druckern und Lesern weitgehend ignoriert. Das erste gedruckte Buch war Gutenbergs lateinische Bibel von 1455 - sie ist noch bis zum 5. Juni in der Ausstellung zu sehen.
Informationen unter 05331/808-214 oder www.hab.de
Eintritt: 5,-/2,- Euro

Bild: Auferstehung der Toten und Jüngstes Gericht in
der Schedelschen Weltchronik, 1493 (Foto: Herzog August
Bibliothek)



